Atari - Mitgründer der Firma und Pong-Erfinder Ted Dabney im Alter von 81 gestorben

Er war mitverantwortlich für den raketenhaften Beginn der Videospielindustrie. Ted Dabney gründete Atari und lieferte die Vorlage zu Pong. Vor wenigen Tagen erlag er seiner Krebserkrankung.

von Martin Dietrich,
28.05.2018 12:37 Uhr

Ted Dabney (ganz links) verhalf Atari zu einem Millionenerfolg im Jahre 1972. Er verließ die Firma jedoch kurz danach. (Copyright: Computer History Museum, Allan Alcorn) Ted Dabney (ganz links) verhalf Atari zu einem Millionenerfolg im Jahre 1972. Er verließ die Firma jedoch kurz danach. (Copyright: Computer History Museum, Allan Alcorn)

Ted Dabney, Videospiel-Pionier und Mitgründer von Atari, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Das bestätigte der Historiker Leonard Herman, der Dabney einige Jahre zuvor für eine Retroperspektive interviewte, per Facebook. 2017 wurde Dabney Speiseröhrenkrebs diagnostiziert. Er entschied sich aufgrund einer geringen Lebenserwartung gegen eine Chemotherapie.

Zusammen mit Nolan Bushnell gründete der US-Amerikaner 1972 Atari. Zuvor entwickelte er Computer Space, das erste kommerziell verfügbare Arcade-Spiel. Der Titel wurde zur Grundlage des weltweiten Phänomens Pong und leitete die goldenen Ära für Atari ein.

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Nur ein Jahr nach der Gründung trennten sich jedoch die Wege der beiden Firmeneigentümer. Dabney verließ Atari und begründete damals den Schritt damit, dass er es nicht leiden konnte, ein großes Unternehmen zu führen. Seinen Anteil an Atari verkaufte er an Bushnell für 250.000 US-Dollar.

Wichtiger Teil der Videospielgeschichte

2012 verriet er jedoch im Interview mit dem Computer History Museum den wirklichen Grund. Bushnell hatte ihn mehr oder weniger aus der Firma gedrängt, indem er ihm drohte, alle Besitztümer von Atari an eine andere Firma zu übertragen. Statt mit leeren Händen dazustehen, verabschiedete er sich lieber von seinem eigenen Unternehmen.

Böses Blut gab es aber wohl nicht zwischen Bushnell und Dabney. Sie blieben Freunde und in den späten 70er-Jahren entwickelte Dabney mehrere Spiele für Bushnells Nachfolgeprojekt Chuck E. Cheese's Pizza Time Theatre, eine Restaurant-Kette, die neben der Speisekarte auch Entertainment-Angebote wie Arcade-Automaten anbietet.

Auch danach blieb Dabney der Industrie treu und ging zu Technikfirmen wie Fujitsu, Raytheon und Teledyne. Sein Know-How als Technikspezialist war gefragt. Später kehrte er jedoch der Szene den Rücken zu und eröffnete zusammen mit seiner Frau einen Gemischtwarenladen.

Quellen: Kotaku, Eurogamer

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