4. Battlefield 2042 macht mir richtig Spaß
Wenn ihr es irgendwie übers Herz bringt: Macht euch selbst ein Bild vom Spiel. Inzwischen kommt die Gesamtvision hinter Battlefield 2042 besser zum Vorschein. Was mich in der Beta schon begeistert hat: Das Bewegungsgefühl durch die zwei Sprintgeschwindigkeiten, das befriedigende Waffenspiel, und die von der PR immer wieder bemühten "typischen Battlefield-Momente". Ich robbe ein paar Zentimeter zur Seite, damit der Jeep glatt über mich hinweg rollt, anstatt mich zu überfahren. Olé. Sowas.
Diese Intensität in großen Schlachten, wenn man zu Dutzenden mit Zähnen und Klauen einen Zielpunkt verteidigt, während das gegnerische Team einem alles entgegenwirft. Das, was Battlefield eben groß gemacht hat. Ich hoffe von Herzen, dass sich die Marke von dem Release-Fiasko wieder erholen kann.
Erinnerung gefällig? Unser Test zeichnet ein deutliches Bild vom Ausmaß der Katastrophe:
Und trotzdem: Auch das bisschen an Progression, das schon jetzt in Battlefield 2042 vorhanden ist, kann Spezis wie mich hunderte Stunden beschäftigen. Vorausgesetzt, ihr gehört zu der seltenen Gattung, die gerne schmucke schwarz-rote Symbole auf ihrem Profilbild ausstellt. Ist nur virtueller Klimbim, aber verdammt schwer zu bekommender. Will ich!
Da entwickle ich eine seltsame Bindung zu meinem Skin für das M5A3-Sturmgewehr, mit dem ich schon so viel erlebt habe. Einfach, weil es an kosmetischen Inhalten mangelt. So wird für mich aus der Not eine Tugend.
Ich setze mir also eigene Ziele, wenn ich seit 80 Stunden die Spezialistin Falck spiele, um irgendwann dieses schwarz-rote Symbol für mein Profil zu bekommen. Und naja, das Spiel macht mir ja Spaß, also fühlt sich die Zeit auch nicht verschwendet an. Eher ein Bonus: In meinem Kopfkino erkennen mich dann mögliche Rückkehrer zur Season 1 als hoffnungslosen Fall. Und engagierten Medic. Das wünsche ich mir.
5. Ich bin nicht nachtragend
Ja, ich habe mich, wie die meisten Spieler, tierisch über Battlefield 2042 aufgeregt. Ein als AAA-Shooter beworbenes Spiel von einem der größten Publisher der Welt darf einfach nicht ein halbes Jahr vor Fertigstellung auf den Markt geworfen werden. So geht man mit treuen Fans einer 20-jährigen Serie nicht um. Gründe hin oder her, das ist meine feste Überzeugung.
Ich will mich aber nicht in Zynismus verlieren. Allem voran interessiert mich ein gutes Battlefield. Ohne zu vergessen, was geschah, möchte ich jetzt nach vorne blicken. Und ich glaube daran, dass aus Battlefield 2042 das Spiel werden kann, das uns im ersten Trailer versprochen wurde.
Ein bisschen sturer Trotz gehört auch dazu: Ich kann jetzt mit meinen geblechten 120 Murmeln endlich den Spaß haben, der mir zum Release versprochen wurde. Und den lasse ich mir nicht nehmen!
Auf der anderen Seite verstehe ich Spieler, die Battlefield 2042 wegen all der Querelen für immer den Rücken kehren. Ich unterstütze dieses überdeutliche Zeichen, dass solche katastrophalen Release nicht hinnehmbar sind. Aber nur als passiver Zuschauer, denn ich bin schwach, mag dieses Spiel und werde es weiterspielen.
So ein lang gehegter Groll ist auch einfach nicht gesund. Also auch um meiner selbst Willen lasse ich den Ärger hinter mir, blicke in die Zukunft und spiele das verdammte Objective. Zusammen mit den paar Leutchen, die darauf auch Bock haben.
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