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Seite 3: Battlefield 4 im Test - Mit Rumms und Routine

Und nun zum Solo-Modus...

Battlefield 4 - Test-Video zur Solo-Kampagne 6:19 Battlefield 4 - Test-Video zur Solo-Kampagne

Schauwert hat die Solo-Kampagne von Battlefield 4 allemal. Da gehen Flugzeugträger zu Bruch, hier stürzen Gebäude ein, und dort drüben fällt eine Seilbahn aus dem Himmel. Explosionen, die man vom Fleck weg heiraten könnte, wenn sie nicht so kurzlebig wären, verzücken unsere Netzhäute. Partikeleffekte spratzen förmlich aus dem Monitor.

Verdammt schick sieht's aus, dieses Battlefield 4, jedenfalls, wenn's nicht gerade mal wieder einen Darstellungsfehler (verschwindende Texturen mit Nvidias angeblich »Battlefield-optimiertem« Beta-Treiber, alles überlagernder Farbmatsch mit aktuellem R331-Treiber) auf unserer Geforce Titan produziert. Ärgerlich. Mit einer Radeon 7970 haben wir derartige Probleme nicht erlebt. Genauen Aufschluss über Techniktücken und Hardware-Anforderungen wird unser Technik-Check geben, der in den kommenden Tagen online geht.

Battlefield 4 - Screenshots aus der PC-Version ansehen

Ärgerlich auch, dass es das Spiel nicht so gut wie ein Call of Duty hinbekommt, unseren Blick auf die Wow-Momente zu lenken. Wenn wir nicht zufällig im richtigen Moment hingucken, passiert vieles von uns unbemerkt. Trotz des exzellenten Sounds, der uns immer wieder Hinweise darauf gibt, wohin wir blicken sollen. Aber hey, wenn gleichzeitig blaue Bohnen kleinerer und größerer Bauart durch die Gegend zischen, kann man schon mal mit was anderem beschäftigt sein als mit einer Flugzeugträger-Kommandobrücke, die sich gerade laut knirschend ins Meer verabschiedet. Das ist schade.

Trotzdem: Wer Battlefield 4 nicht mit Surround-System oder zumindest mit sehr guten Kopfhörern angeht, sollte mit Zwangsspielen von Barbies Pferdeabenteuer nicht unter zehn Stunden bestraft werden. Der Klangteppich, den Dice unter das Abenteuer von Recker und seinem Tombstone-Squad gelegt hat, dürfte für einige Zeit locker als Referenz durchgehen, selbst wenn die deutschen Sprecher im Vergleich zu den englischen spürbar abfallen. Da kann auch Moritz Bleibtreu nix dran ändern, zumal sein Charakter ohnehin nur einen vergleichsweise minimalen Auftritt hinlegt. Aber das ist an dieser Stelle Krittelei auf hohem Niveau, die Kampagne von Battlefield 4 brennt ein optisches wie akustisches Feuerwerk ab.

Künstliche Idiotie

Schade aber, dass die Gefechte längst nicht so fordernd ausfallen wie noch in Battlefield 3, auch wenn sich die Gegner-KI nicht von der des Vorgängers unterscheidet. Sie ist zweckmäßig, geht in Deckung, trifft ziemlich gut und wirft mit Granaten. Wir haben allerdings den Verdacht, dass ein leichtes Auto-Aim unsere Waffen lenkt, selbst wenn wir keine Einstellung dafür in den Optionen gefunden haben.

Wie in Crysis 3 Mit unserem Fernglas können wir ganz wie in Crysis 3 unsere Feinde dauerhaft markieren.

Unpassend Was wir ziemlich unpassend für die Solo-Kampagne von Battlefield 4 finden.

Aber irgendwie muss ja das oft dilettantische Verhalten der KI-Kameraden kompensiert werden, denen wir ähnlich wie im Multiplayer den echten Mitspielern Ziele vorgegeben können. Leider stellen sich die KI-Schergen dabei aber so effektiv an, dass man's mit den Anweisungen auch gleich lassen kann. Hin und wieder ploppt zwar mal der Hinweis auf einen so genannten Squad-Kill auf, die eigentliche Arbeit bleibt jedoch an uns hängen. Da steht ein Mitstreiter an einer Hügelkante, keine zehn Meter vor ihm ein ganzer Schwung Feinde auf einem Häuserdach, und was passiert? Genau: nichts! Bis wir selbst eingreifen und die Typen ausknipsen.

Insbesondere eine längere Panzersequenz lässt uns an Freund wie Feind zweifeln. Wir selbst am Steuer und somit an der großen Kanone sind für die feindlichen Stahlkolosse verantwortlich. Der KI-Mann am Bord-MG sollte demzufolge zumindest die viel zu oft viel zu ungeschützt rumstehenden Panzerfaust-Gegner aus dem Weg schaffen. Passiert aber nicht. Auch die Panzerfaust-Typen verschwinden nur, wenn wir sie mit der großen Kanone wegsprengen. Und Zielvorgaben sind seltsamerweise aus dem Panzer nicht möglich. Freudige Ausnahmen bilden Momente, in denen wir für einen Angriffshelikopter Feinde markieren, denn der Heli räumt ganz gut was weg. Aber das verbuchen wir zumindest teilweise unter »skriptgesteuert«.

Zu viel Multi- im Singleplayer

Das Problem an den Zielvorgaben inklusive der auch aus dem Multiplayer bekannten farblichen Markierungen der Gegner: Die Immersion, also das Eintauchen ins Geschehen fällt uns so doch ein bisschen schwer. Was Crysis 3 über den Nano-Suit erklärt, findet in der Solo-Kampagne von Battlefield 4 keine schlüssige Verankerung: Warum schweben da permanent orangefarbene Dreiecke über Gegnern, sobald wir sie mit dem Fernglas erspäht haben? Wir spielen doch keinen Roboter mit eingebautem Satellitenempfänger! Mal ganz davon abgesehen, dass die markierten Gegner die Schießereien sehr einfach machen - schließlich wissen wir jederzeit genau, welcher Feind wann wohin läuft. Nur wenn wir das Spähen vergessen oder bewusst drauf verzichten, kann's knifflig werden.

Waffenkisten Waffenkisten stehen an vielen (zu vielen) Stellen rum.

Freischalt-Arsenal Daran können wir nach Belieben unsere Knarren durchtauschen.

Gleiches gilt für die Punkte, die wir innerhalb der Missionen durch Kopfschüsse oder Abschussketten sammeln (Bronze-, Silber- und Goldmedaillen) und die für Waffenfreischaltungen sorgen. Wir können recht bald schon an den vielen, vielen Munitionskisten unsere Ausrüstung nach Belieben durchtauschen. Keine Lust mehr auf Sturmgewehr, lieber Scharfschützen-Tröte? Nur her damit. Eigentlich ganz nett. Aber warum können wir die alternativen Schießprügel nicht auch ohne Upgrade mitnehmen, wenn sie doch sowieso in den Kisten rumliegen? Da wäre ein Waffenwahl-Menü vor Missionsbeginn glaubwürdiger gewesen.

Lediglich in einem recht kurzen Abschnitt machen's die Schweden zu 100 Prozent richtig, bei unserer Flucht aus einem Gefängnis im Kunlun (Gebirgskette in China) nämlich. Nur mit einem messerartigen Stechdings (der erfahrene US-Knacki sagt »Shiv« dazu) geht's zur ersten ahnungslosen Wache, die wir in die ewigen Jagdgründe schicken und ihr dann den Schießprügel abnehmen. Und auch ein paar Minuten später finden wir nur eine weitere Waffe, aber keine Durchtausch-Munitionskiste.

Zugegeben, auch das ist Kritik auf hohem Niveau, rein als Shooter funktioniert Battlefield 4 nämlich hervorragend - Steuerung, Spielgefühl, Präsentation, alles passt. Die Schauplätze (etwa Shanghai, Singapur, das Kunlun-Gefängnis und -gebirge, mehrere Flugzeugträger) sorgen für ordentliche Abwechslung, auch unsere Aufgaben verkommen nicht zum reinen Ballerfest. Mit Schnellbooten brettern wir durch die japanische See, mit einem spektakulären Fallschirmabsprung nähern wir uns dem Finale oder wir latschen auch mal nur eine Weile über unseren Flugzeugträger und hören den Gesprächen der anderen Soldaten zu. Die meiste Zeit allerdings haben wir die Knarre im Anschlag, und so soll's ja auch sein.

Battlefield 4 - Let's Play: Eine Stunde Solo-Kampagne #1 (Gameplay) 28:14 Battlefield 4 - Let's Play: Eine Stunde Solo-Kampagne #1 (Gameplay)

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