Wer einen Blick auf die aktuellen Diskussionen um Battlefield 6 wirft, kann schnell den Eindruck gewinnen, dass der Shooter fast am Ende ist. Das wäre ein übereilter Schluss, doch mit spätestens mit dem Release von Season 1 stören viele Schwächen des Spiels so massiv, dass wir darüber reden müssen. Unsere Battlefield-Spielerinnen und -Spieler aus der Redaktion berichten darüber, welche Probleme es gibt - und wie Lösungen aussehen können:
- Zurück zum guten Map-Design
- Endlich die richtigen Prioritäten setzen
- Der Battle Pass muss sich lohnen
- Breakthrough braucht eine Generalüberholung
- Weg mit den Herausforderungen
Zurück zum guten Map-Design von damals
Phil Elsner: Unter den Launch-Maps von Battlefield 6 sind zwar ein paar echte Highlights (Mirak Valley!), trotzdem ist das Lineup nicht gerade unumstritten unter Fans - bis heute halten die Debatten um Größe und um die Balance zwischen Infanterie- und Fahrzeug-Gameplay an. Was die Entwickler zum Start von Season 1 mit Blackwell-Ölfelder abgeliefert haben, gießt leider nur noch mehr Öl (haha) ins sprichwörtliche Feuer.
Deshalb muss sich DICE jetzt dringend auf alte Stärken besinnen und frische Karten abliefern, die die Fantasie von großen Fahrzeug- und Materialschlachten bedienen und auf denen ich mich zugleich als Fußsoldat nicht völlig nutzlos oder als reines Kanonenfutter fühle.
Das ist schwer, aber nicht unmöglich: Battlefield hatte in seiner Seriengeschichte schon oft Maps mit dieser perfekten Balance, die heute als legendär gelten. Strike at Karkand aus BF2, Arras aus BF5 oder Caspian Border aus BF3 - der richtige Mix ist überall quer durch die Battlefield-Historie zu finden. Und genau von dem brauchen wir jetzt dringend mehr in BF6!
13:58
Battlefield 6 - Guide-Video: Das sind die 9 Multiplayer-Maps und so spielt ihr sie!
Endlich die richtigen Prioritäten setzen
Jesko Buchs: Der Multiplayer von Battlefield 6 stellte aus meiner Sicht schon zum Release ein gutes Shooter-Fundament dar, auf dessen Basis ich mich gut und gerne für die nächsten Monate weiter über die virtuellen Schlachtfelder kämpfen wollte. Klar, das Progressionssystem ist verbesserungswürdig und hier und da wurde das Spiel noch von nervigen Bugs geplagt.
Doch alles in allem war ich bereit, Battlefield 6 diese Schnitzer zu verzeihen - was wohl auch daran lag, dass ich einfach ausgehungert nach einem neuen Battlefield war.
Umso mehr stört es mich daher, dass viele dieser Bugs auch einen Monat nach dem Launch noch nicht gefixt sind - unter anderem, weil Dice falsche Prioritäten setzt. Der Painting-Exploit macht etwa Jetpiloten das Leben zur Hölle, doch statt schwerweigende Bugs wie diesen zu fixen, priorisierte das Entwicklerstudio den schnellen Release von Season 1. Doch auf der neuen Map ist das Jet-Problem besonders groß und Piloten können teilweise kaum abheben, ohne abgeschossen zu werden.
Aber nicht nur der Zeitplan, auch die Vorgehensweise und die Kommunikation der Entwickler wirken teils erratisch. Auf gesammelte Daten zu vermeintlich zu langen Conquest-Runden reagierte Dice, indem man die Tickets zuerst runter-, und dann nach deutlicher Kritik sofort wieder raufschraubte.
Auch beim Progressionssystem und anderen Punkten kommt es mir aktuell so vor, als würde Dice sich mehr von der Kritik im Battlefield-Subreddit treiben lassen, als selbst über die Probleme des Spiels nachzudenken. Viel besser wäre es doch, eigene Lösungen intern zu testen, bevor man übereilt irgendeine Entscheidung trifft, einfach nur, um etwas getan zu haben. Und wenn das dann seine Zeit braucht, ist es eben so. Wichtig wäre aber, dass Bugfixes jetzt auf Platz eins der Tagesordnung stehen.
12:40
Battlefield 6: Wir schnappen uns auf Blackwell-Ölfelder einen Panzer, um nicht länger leichte Beute für Sniper zu sein
Der Battle Pass muss sich lohnen
Natalie Schermann: Dass der Progress im Battle Pass nur im Schneckentempo vorangeht, kennen wir ja schon von Battlefield 2042. Aber selbst wenn ich endlich mal mühsam ein Tier freischalte, fühlt es sich so unglaublich belanglos an. Zugegeben, hier und da schalte ich mal ganz coole Waffen-Skins und -Konfigurationen frei. Aber abseits davon lässt mich alles kalt: Lahme Spielerkarten, Hintergründe, Aufkleber … brauche ich alles nicht.
Gerade bei den Skins hätte ich mir deutlich mehr Pepp gewünscht, dafür grinde ich ja schließlich den Battle Pass. Ich finde es super, dass Dice am Modern Military Setting festhalten will und keine Ninja Turtles oder Lara Crofts einbaut. Aber da ist doch so viel mehr drin als nur ein bisschen Variation von Grün auf Matschbraun auf etwas dunklerem Grün.
Es gibt genug Spezialeinheiten, an denen sich Dice hier orientieren könnte – in Ansätzen blitzen ja beispielsweise die dänischen Frogmen schon durch. Davon will ich mehr sehen! Hoffentlich kommt mit Season 2 etwas mehr Anreiz ins Spiel, den Battle Pass auch wirklich durchzubekommen.
Und an der furchtbaren Menü-Führung muss Dice bitte, bitte, bitte ebenfalls schrauben. Was sich schon im Hauptmenü angedeutet hat, geht natürlich auch im Battle Pass weiter. Verschachtelte Menüs mit zig Untermenüs in Sub-Menüs … wer hat sich das denn bitte ausgedacht?
23:40
18 Tage nach Release hat Battlefield 6 mehr Ärger als es braucht!
Weg mit den Herausforderungen
Tillmann Bier: Schon zum Release von Battlefield 6 habe ich eine Entscheidung getroffen: Ich ignoriere die Herausforderungen komplett. Wenn ich sie beim Spielen zufällig abschließe, ist das toll, gezielt nach Headshots oder Niederhaltungen jagen werde ich aber nicht. Ich bin schlicht nicht bereit dazu, mir in Battlefield vorschreiben zu lassen, wie oder was ich spiele. Alles andere fühlt sich nach Arbeit an und raubt mir dann jeglichen Spaß.
Allerdings lassen sich viele Challenges nicht ohne (schmerzhaften) Grind abschließen, das weiß ich auch von den Kollegen, die wochenlang versuchten, 30 Adrenalinkills zu sammeln. Mir fehlen deshalb auch jetzt noch wichtige Gadgets wie der Spawn Beacon und manche Waffen. Und das sollte nicht so sein.
Battlefield ist schließlich ein Shooter, der spielerische Freiheit verspricht: Ich kann als Infanterist, Panzerfahrer oder Pilot unterwegs sein, jederzeit meine Klasse wechseln und die unterschiedlichsten Rollen einnehmen. Das Spiel soll mich eben nicht zwingen, absurde Herausforderungen abzuschließen, indem ich mich auf eine Art spiele (oder einen Modus wähle), die mir eigentlich gar nicht liegt.
Während ich diese Zeilen schreibe, hat Battlefield 6 endlich ein Update ausgerollt, das die Challenges massiv vereinfacht. Mir wäre es inzwischen aber sogar noch lieber, würde man die Herausforderungen nur auf das Verdienen von Skins beschränken. Stattdessen sollten neue Waffen und Gadgets einfach durch Erfahrungspunkte in der jeweiligen (Waffen-)Klasse freigeschaltet werden. Nur so wird spielerische Freiheit garantiert und niemand mehr ungefragt zu Spielweisen oder -Modi verdonnert.
Breakthrough braucht eine Generalüberholung
Daniel Hartmann: Durchbruch, oder Breakthrough gehört zu meinen Lieblingsmodi in jedem Spiel der Reihe, doch in BF6 wollen das ohnehin schon diskussionswürdige Map-Design und der Modus überhaupt nicht zusammenpassen. Das liegt zum Teil an Bugs oder vielmehr Exploits wie, der Möglichkeit, mit der Recon-Drohne an Orte zu gelangen, die dafür eigentlich nicht vorgesehen sind.
In Breakthrough ist das besonders unangenehm, da wir etwa in Neu-Sobek ständig von eigentlich unbegehbaren Hochhausdächern unter Beschuss genommen werden und keine Chance haben. In Eroberungsrunden gibt es Treppen, Zip-Lines und Luftfahrzeuge, um sich gegen Feinde in der erhöhten Position wehren zu können. Aber in Durchbruch existiert nichts davon, wodurch der Exploit das Map-Design aushebelt.
Das Layout der Maps war jedoch in Durchbruch auch vor dem Exploit ein Problem. Jede Map hat mindestens einen Sektor mit einem einzelnen Flaggenpunkt, der zum zermürbenden Meatgrinder wird und keinen Platz für Flanken lässt. Das ist hin und wieder recht unterhaltsam, auf Dauer aber einfach nur anstrengend.
Selbst bei Sektoren mit zwei Flaggenpunkten liegen die oft so nah beieinander, dass es kaum einen Unterschied macht. Da wirkt Casual Breakthrough, ein neuer Modus mit verringter Spieleranzahl und Bots, fast wie ein Eingeständnis, dass Breakthrough nicht so funktioniert, wie Dice sich das vorgestellt hat.
Zum Glück lässt sich das alles beheben. Der Drohnen-Exploit kann gefixt werden, als Zwischenlösung würde es auch reichen, den Vorschlaghammer oder die Drohne zu deaktivieren. Bei den bisherigen Maps kann ein verbessertes Layout viel verändern. Neue Karten müssen Breakthrough schließlich von Anfang an berücksichtigen. Vielleicht sollten die Entwickler aber auch schlicht akzeptieren, dass sich nicht jede Karte für den Modus eignet.
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