Was Battlefield 6 sich für Season 3, 4 und 5 vorgenommen hat, klingt wie Musik in meinen Ohren. Endlich bekommen wir richtig große Maps mit massig Fahrzeugen, endlich gibt es Seekriegsführung (mit Starts und Landungen von Flugzeugeträgern aus!) und endlich führt Dice einen echten Server Browser für den Multiplayer ein.
Es sind Szenen, die für Jubel sorgen:
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Riesige Maps, Flugzeugträger, Server Browser: Battlefield 6 erfüllt 2026 jede Menge Fan-Träume
»They finally listened«, titeln große Shooter-YouTuber in überschwänglich positiven Videos. BF6 ist zurück. Battlefield erreicht die »Wir-haben-euer-Feedback-gehört«-Phase der Post-Launch-Entwicklung. Und ja, das sind grundsätzlich wirklich phänomenale Nachrichten.
Aber es zeigt auch: Battlefield scheitert nach vielen Jahren noch immer daran, ein gutes Live-Service-Spiel zu sein.
Die Geduld geht zu Ende
Battlefield 6 ist ein toller Shooter, aber eine Sache hat sich in den Monaten seit dem Launch ganz klar herauskristallisiert: Es gibt hier noch viel für die Entwickler zu tun. Beim Content-Nachschub. Bei der Map-Qualität. Bei der Art, wie gut Vehikel in die Schlachten integriert sind. Beim Pacing.
Und längst ist ebenfalls klar: Die Geduld der Fans neigt sich ein halbes Jahr nach Release langsam aber sicher dem Ende entgegen. Schon wieder kommen wir also an den Punkt, dass Battlefield das Ruder herumreißen muss. Die Rettung muss her, das Comeback.
Ich lächle da inzwischen nur noch müde. Versteht mich nicht falsch, ich bin absolut begeistert vom Comeback von Wake Island, von großen Seeschlachten, von der Ankündigung von Platoons und so weiter. Aber wieso müssen wir wieder an den Punkt kommen, wo Battlefield überhaupt gerettet werden muss? BF-Veteranen erleben ein Déjà-vu.
Battlefields ewige Aufholjagd
Battlefield 2042 flog direkt zum Release böse auf die Nase, musste das Specialists-System grundlegend umwerfen, die 128-Spieler-Formel zurückschrauben und generell viel Kritik wegen mangelhafter Levelzerstörung und mieser Map-Qualität einstecken. Richtig rund lief es erst nach vielen Patches (und ironischerweise kurz bevor BF6 um die Ecke bog und alle Hoffnungen auf neue 2042-Inhalte begrub).
Davor kämpfte Battlefield 5 mit zahllosen Problemen – allen voran der schleppende Content-Nachschub. Bis zu sechs Monate mussten wir teilweise warten, bis endlich mal eine neue Map herauskam. Außerdem sorgte das Hin und Her bei der TTK für enormen Frust. Erst mit dem großen Pazifik-Update fühlte sich BF5 langsam richtig rund und vollständig an (und dann wurde auch hier der Content-Hahn abgedreht).
Und über den Abstecher in eine weit, weit entfernte Galaxis lässt sich die gleiche Geschichte erzählen: Auch Battlefront 2 musste gerettet werden.
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Season 2 macht die Probleme von Battlefield 6 mehr als deutlich
Ja, sogar die legendären Teile der Serie von früher hatten teilweise gravierende Startprobleme. BF4 wurde zum Release als »Betafield« verunglimpft und musste mit Notfall-Updates gesund gepatcht werden.
Ein perfektes Battlefield hat es nie gegeben und das verlange ich auch nicht. Aber dass ein Server Browser, große Maps und riesige Materialschlachten mit Schiffen, Jets und Panzern bei BF-Fans weit oben auf dem Wunschzettel stehen, das ist doch nun wirklich keine Überraschung!
Battlefield is back. Schon wieder.
Dass Fans nach etwas betteln müssen, das zur DNA der Reihe gehört, ist bizarr. Es ist, als würden die Entwickler mit jedem Teil ein oder zwei echt gute neue Lektionen dazulernen, aber dafür 20 Dinge plötzlich wieder vergessen, die Fans als selbstverständlich betrachten.
Und dann wiederholt sich ein bekannter Zyklus: Spieler werden sauer, die Spielerzahlen sinken, es häuft sich das Feedback. Dice und EA reagieren mit »We hear you« und versprechen große Änderungen. Alle atmen auf. Battlefield is back.
Dann dauert es wieder etliche Monate und Battlefield wird mit starken Updates wieder in eine gute Richtung gelenkt. Und alle schauen sich an und fragen sich: War das so schwer? Es leuchtet einfach nicht ein, warum wir über absolute Grundlagen bei einer Shooter-Serie diskutieren, die seit über 20 Jahren auf dem Markt etabliert ist.
Und auch beim Live Service gibt’s längst mehr als genug positive Präzedenzfälle, wie es richtig geht (Helldivers 2, Marvel Rivals, Rainbow Six Siege, Apex Legends).
Ja, ich bin froh über die Roadmap zu Battlefield 6. Aber ich hab's auch wirklich satt, dass wir diese Kehrtwende als großes Comeback feiern müssen. So wie beim Battlefield davor. Und bei dem davor.
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