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»Casual Breakthrough« - Battlefield 6 hat einen neuen Modus und der ist Teil eines viel größeren Problems

Battlefield 6 liefert gerade Woche um Woche neue Trostpflaster, um auf die Beschwerden der Community zu reagieren. Eigentlich toll, aber keine langfristige Strategie, sagt GameStar-Redaktionsleiter Dimi.

Eigentlich ist Battlefield 6 ein tolles Spiel, aber das Drumherum macht derzeit viele Probleme. Eigentlich ist Battlefield 6 ein tolles Spiel, aber das Drumherum macht derzeit viele Probleme.

Seit Release von Battlefield 6 wirkt Dice merkwürdig nervös und sprunghaft. Merkwürdig, weil die Spielerzahlen des Multiplayer-Shooters eigentlich richtig klasse sind.

Rund 750.000 Spielerinnen und Spieler waren zum Launch Mitte Oktober 2025 alleine auf Steam gleichzeitig ingame – und selbst mit dem üblichen Spielerschwund direkt nach Release erreicht Battlefield 6 jetzt in diesem Moment immer noch eine halbe Million Leute gleichzeitig.

Bei solchen Erfolgswerten lehnt sich manch anderes Studio entspannt in der Sonnenliege zurück, rührt das Schirmchen im Cocktail und pfeift auf das ganze kritische Feedback unzufriedener Fans.

Dimitry Halley
Dimitry Halley

Eigentlich wollte Dimi nach dem Medien- und Kultur-Bachelor bloß per Praktikum ein bisschen Berufsluft schnuppern, aber zehn Jahre später leitet er das Tagesgeschäft der GameStar.de. Wie's eben manchmal im Leben so ist. Als Spieler saugt er Genres auf wie ein Staubsauger die Fusselmäuse: Von Shootern über Open World bis zum obskursten Rollenspiel, von SNES-Retro bis High-End-Grafikblender. Privat spielt er auch. Zu viel.

Nicht so Dice. Ganz im Gegenteil, die Battlefield Studios springen seit Wochen von einer Baustelle zur nächsten und lösen sogar Probleme, die eigentlich gar keine sind.

Zum Beispiel wurden die Tickets im Conquest-Modus reduziert, weil die Matches angeblich zu lange dauerten. Die Community lief Sturm, keine fünf Tage später wurden die Tickets wieder zurückgesetzt.

Auch hier: Dice reagiert schnell. Und da lässt sich völlig zurecht einwerfen: Ist doch super, dass die Devs sich so responsiv um die Sorgen ihrer Community kümmern. Und das stimmt auch, nur steckt dahinter in meinen Augen ein größeres Problem – und der brandneue Modus Casual Breakthrough ist das beste Beispiel dafür.

Was ist Casual Breakthrough?

Casual Breakthrough hat ein denkbar simples Konzept. Ihr spielt klassisches Breakthrough, aber mit mehr Bots und weniger echten Menschen. Die Devs sagen dazu selbst via X:

Wir verstehen, dass ihr manchmal einfach nur schnell eine Runde Battlefield spielen möchtet, ohne euch in die Intensität einer vollständigen PvP-Lobby zu stürzen. Um euch eine entspanntere Spielweise zu ermöglichen, bei der ihr dennoch Fortschritte erzielen und Herausforderungen meistern könnt, führen wir den Modus Casual Breakthrough ein. Dieser neue Modus ist jetzt im Hauptmenü unter dem Reiter Multiplayer verfügbar.

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Konkret:

  • 16 echte Menschen (8 auf jeder Seite) ringen mit 32 Bots (16 auf jeder Seite) um das klassische Breakthrough-Ziel, die Front immer weiter einzudrücken.
  • Ihr könnt ganz normal XP farmen für euren Rang, eure Waffen sowie den Battle Pass.
  • Auch Challenges lassen sich damit erledigen.
  • Bots geben ein bisschen weniger XP als menschliche Abschüsse.
  • Als Maps gibt's nur Siege of Cairo und Empire State.
  • Eure Leistung wandert nicht in eure Karrierestatistik und Dogtags könnt ihr auch nicht farmen.

Ich glaube, der Casual Breakthrough ist eine Reaktion auf eine Reaktion auf eine Reaktion. Und genauso sprunghaft wie all die anderen kurzfristigen Änderungen, angefangen bei der skurrilen Ticketreduktion im Conquest.

Was ist eigentlich los bei Battlefield 6?

Die Wurzel des Übels liegt im verhunzten Progressionsdesign von Battlefield 6. Schon in unserem Test zu Battlefield 6 war es der größte Kritikpunkt: Das komplette Drumherum an Challenges und Freischaltungen ist eine kopflose Katastrophe. Viele Challenges waren schlicht unschaffbar oder hatten falsche Beschreibungstexte, arteten in endlosen Grind aus und, und, und.

Video starten 23:40 18 Tage nach Release hat Battlefield 6 mehr Ärger als es braucht!

Die Fans bastelten sich schnell Bot-Farmen in Battlefield Portal, um beispielsweise Kopfschüsse gegen die KI zu farmen, doch dann drosselte Dice die Community-Server, manche Challenges wurden überarbeitet, andere durch den Release des Battle Royale sogar noch schlimmer ... und jetzt gibt's halt diesen Casual Breakthrough als eine Art offizielle Bot-Farm, um da vielleicht irgendwie Ordnung ins Chaos zu bringen und sich bei der Community zu entschuldigen.

Nur: Dice wirkt so unsicher bei den eigenen Entscheidungen. Hier mal ein Pflasterchen, dort ein paar Nähte, dann platzt es wieder an anderer Stelle auf. Die Roadmap von Battlefield 6 braucht auch in seiner Service-Dynamik eine klare Designphilosophie; und die scheint aktuell zu fehlen.

Battlefield 6 braucht klare Entscheidungen

Im ersten Schritt habe ich mich so gefreut, dass Dice direkt nach Release angekündigt hat, die Challenges zu fixen. Nur dann launcht der Battle Royale und was sehe ich da? Die neuen Season-1-Challenges beziehen sich größtenteils auf Redsec. Ich muss also den Battle Royale spielen, um realistischerweise durch den Battle Pass zu kommen, obwohl ich vielleicht bloß ein Fan des klassischen Multiplayers bin?

Challenges sind der mit Abstand beste Weg, den Battle Pass zu leveln. Nur leider sind genau die aktuell viel zu sehr auf den Battle Royale gemünzt. Challenges sind der mit Abstand beste Weg, den Battle Pass zu leveln. Nur leider sind genau die aktuell viel zu sehr auf den Battle Royale gemünzt.

Dass diese Entscheidung ein Shitstorm mit Ansage ist, muss doch eigentlich klar sein; keine Wunder, dass die Steam Reviews in den Keller kesseln. Und ich könnte sogar verstehen (nicht billigen), wenn EA oder irgendein Chef bei den Battlefield Studios sagt: Ist uns egal, die Leute sollen den Spielen, deshalb rudern wir dem Shitstorm entgegen und halten ihn aus.

Aber dass die Devs bloß ein paar Tage später ein Reroll-Feature nachpatchen, mit dem ich Challenges begrenzt neu auswürfeln kann ... das signalisiert zumindest mir, dass hier eine stringente Vision fehlt.

Call of Duty bekommt es seit Jahren auf die Kette, getrennte Challenges für Battle Royale und normalen Multiplayer anzubieten. Und auch Battlefield 2042 wurde mit der Zeit zu einem Paradebeispiel für gute Service-Progression: faire Challenges, ich konnte den Battle Pass easy durchspielen, wurde für meine Zeit belohnt.

Ein Tümpel aus Ideen

Battlefield 6 hingegen ist aktuell ein ziemliches Hin und Her. Erst ein paar schlechte Challenges, die dann halb fixen, dann ein Battle-Royale-Zwang, dann ein Bot-Farm-Modus, dann vielleicht bald ein Fix der Battle-Royale-Challenges, aber erstmal notdürftig ein Reroll-Feature.

Erst ein zu langer Multiplayer, dann reduzierte Tickets, dann die Änderungen wieder zurücknehmen. Erst verspricht Dice realistische Modern-Military-Skins, dann kündigt der Battle Pass einige buntere Varianten an, darunter einen blauen Skin, der dann in wütenden Reddit-Threads trendet und kurz darauf von Dice kommentarlos aus dem Spiel gestrichen wird.

Nicht falsch verstehen: Dass Dice auf Feedback eingeht, finde ich super, nur führen überhastete Entscheidungen nicht immer zu langfristigen Lösungen. Zumal es ja nicht die Community gibt, sondern Hunderttausende von Spielerinnen und Spielern mit unterschiedlichen Ansichten und persönlichen Schwerpunkten. Ich zum Beispiel liebe die etwas kompakteren Maps, ein großer Teil der Community hasst sie.

Ja, Dice sollte auf unser Feedback reagieren, aber am Ende des Tages müssen die Battlefield Studios auch eine klare Stoßrichtung vorgeben, statt ihr Fähnchen nach dem Wind zu drehen.

Ein Casual Breakthrough als Bot-Farm wird die schlechten Challenges nicht aushebeln. Und Challenges zu reparieren, stopft kein leckendes Schiff, wenn zeitgleich neue schlechte Challenges nachgepatcht werden.

Das Problem muss bei der Wurzel angepackt werden – und ich hoffe, dass die Devs sich bis Ende des Jahres endlich mal festlegen, was für eine Art Service Game Battlefield 6 sein soll. Das Spiel hätte es verdient.

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