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Seite 2: Battlefield Hardline im Test - Evolution in Schrittgeschwindigkeit

Battlefield meets Counter-Strike

Wer so gar nicht mit vielen Spielern kann und es fast schon intim haben möchte, der spielt »Rettung« oder »Fadenkreuz«. Im Modus Rettung müssen wir je nach Teamzugehörigkeit zwei Geiseln befreien oder ihre Befreiung verhindern. In Fadenkreuz geleiten wir als Polizisten einen Informanten in eine Abholzone, als Verbrecher sollen wir den Typen ausschalten. Beide Modi sind für zehn Spieler gestrickt, fünf auf jeder Seite. Rettung spielt sich ähnlich wie die Geiselkarten in Counter-Strike und macht auch ähnlich viel Spaß. Ein bisschen ungewöhnlich daran ist zwar, dass eigentlich ausgeschiedene Teammitglieder wiederbelebt werden können (Defibrillator, Spritze), aber weil das beide Mannschaften können, ist das so dramatisch nun auch nicht.

Dieser Polizisist will sich gerade die Geisel schnappen. Wir haben was dagegen. Dieser Polizisist will sich gerade die Geisel schnappen. Wir haben was dagegen.

Fadenkreuz hingegen gestaltet sich zumindest auf öffentlichen Servern mit Zufallsteams oft als frustrierend, weil es dem Informanten viel zu leicht gelingt, einfach in die Abholzone durchzulaufen. Dass das natürlich in erster Instanz an den Spielern liegt, muss man eigentlich nicht extra betonen. Wir haben's schon mit guten, weil unter anderem miteinander kommunizierenden Mannschaften erlebt und da war's tatsächlich recht spannend.

Trotzdem hätte Visceral durch Anpassungen im Mapdesign mit dem einen oder anderen Nadelöhr oder mit zwei Squads pro Seite den Spielfluss besser steuern und somit für alle spannender gestalten können. Server, die Fadenkreuz für 32 Spieler anbieten, sind natürlich witzlos. Brauchbarer, weil erprobter Tipp: Als VIP immer die Selbstbelebungsspritze einpacken. Damit kann man sich und damit die Runde eventuell sogar noch am Abholpunkt retten, sofern die von den Gegnern (wie es sich gehört) mit Sprengsätzen verwanzt war.

Die Klassen, die Waffen

Apropos wiederbeleben: Die Klassen orientieren sich an denen aus Battlefield 4. Jedoch mit einigen Anpassungen. Wiedereinstiegspunkte setzt in Hardline nicht mehr der Scharfschütze, sondern der Mechaniker. Wahrscheinlich, um den Mechaniker, der keine Raketenwerfer mehr im Gepäck hat, attraktiv zu halten und die oft nervigen Sniper in der Gunst der Spieler zu schwächen. Das hat aber unserer Erfahrung nach nicht so recht funktioniert. Raketenwerfer oder Stinger liegen jetzt als Pick-ups auf den Maps. In Kombination mit den wenigen Fluggeräten (nur Helikopter, maximal zwei pro Seite) und den vergleichsweise schwachen Fahrzeugen (Panzer fehlen völlig) des Polizisten-gegen-Verbrecher-Szenarios entsteht so eine gute Schlachtdynamik.

Die Frage ist, ob das auch so bleibt, wenn sich erst mal jeder den Raketenwerfer oder die Stinger für Fahrzeuge gekauft hat. Kostenpunkt für die Stinger pro Wagentyp: 90.000 Dollar. Die Waffen warten dann automatisch im Kofferraum, sobald man sich hinter ein Lenkrad geklemmt hat. Helikopterpiloten werden es so jedenfalls deutlich schwerer haben.

Operator Der Operator ist quasi der Assault-Soldat von Hardline. Er kann nicht nur andere, sondern auch sich wieder auf die Beine stellen. Mit dem Gadget »Überlebenskunst«, einer Spritze.

Mechaniker Der Mechaniker repariert nicht mehr nur eifrig Fahrzeuge, er kümmert sich mit dem Satellitentelefon auch um Wiedereinstiegspunkte und legt gefährliche Sprengfallen mit dem Sabotagekit.

Enforcer Der Enforcer sorgt für Munitionsnachschub und rennt nach Wunsch auch mit einem ballistischen Schild über die Maps, um sich und andere vor Kugeln zu schützen.

Profi Als Profi bezeichnet Hardline den Scharfschützen. Er sichert sich mit einer Kamera gegen Feinde ab und darf auch akkustische Fallen setzen, die Gegner auf die falsche Fährte locken.

Kaufen? Richtig! Wir spielen unsere Waffen in Hardline nicht nach und nach frei, wir kaufen sie uns mit im Spiel verdientem virtuellen Geld. So können wir ohne große Umwege an die Knarre unseres Herzens gelangen. Blöd nur, wenn die sich dann als gar nicht so super herausstellt, denn testen können wir sie vor dem Kauf nicht. Visceral hat schlicht und ergreifend den Übungsschießstand vergessen. Bitte nachliefern! Für alle, die sich aktuell unsicher sind, welche Waffe gut ist: Einfach darauf achten, von welcher man am häufigsten umgenietet wird, die steht dann aktuell und zumeist zu Recht hoch in der Gunst der Spieler.

Die Probleme

Die K10, über kurze Distanz fast unschlagbar. Die K10, über kurze Distanz fast unschlagbar.

Hardline macht nicht alles richtig, aber auch nichts wirklich grundlegend falsch. Massive Bugs wie wir sie aus dem ersten Jahr mit Battlefield 4 kennen, gibt's schlicht nicht. Dass man durch den Nebel einer Rauchgranate schauen kann, wenn man nur ein Fernglas benutzt, ist sicherlich doof, wir verbuchen es aber nicht unter spielspaßzerstörend. Trotzdem läuft nicht alles rund zwischen Verbrechern und Polizisten. Wer beispielsweise das Premium-Paket ordert oder sich die Deluxe-Edition leistet, bekommt durch die damit verbundenen guten, weil ohne optischen Rückschlag auskommenden Bonuswaffen spürbare Vorteile gegenüber Normalkäufern eingeräumt; die ACWR etwa schießt fast wie ein Laser.

Aber auch die Waffen, die sich jeder irgendwann erspielen kann, sind nicht zu 100 Prozent frei von Macken. Die K10 etwa (Mechaniker-Knarre auf Polizistenseite) ballert sogar mehr Kugeln raus, als der (noch immer zu langsame) Netzcode des Spiels verarbeiten kann, und ist jeder anderen Waffe über kurze Distanz gnadenlos überlegen. Mit ihr gewinnt man fast jede Auseinandersetzung.

Die Schrotflinten hingegen sind im Vergleich zur letzten Beta fast nichts mehr wert, selbst Schüsse aus nächster Nähe führen nicht immer dazu, dass der Gegner zu Boden sinkt. Was unter anderem aber auch am Lagausgleich von Hardline liegen kann. Spieler mit einem hohen Ping werden trotzdem flüssig in ihrer Bewegung dargestellt. Das führt zuweilen dazu, dass sie sich nicht wirklich da aufhalten, wo Hardline sie gerade anzeigt und Schüsse gehen ins Nichts.

Battlefield Hardline - Die 9 Multiplayer-Maps im Überblick 6:59 Battlefield Hardline - Die 9 Multiplayer-Maps im Überblick

Ärgerlich auch, dass Boost-Boni gleich im laufenden Spiel einberechnet und in der Auswertung angezeigt werden. Das verwässert das Punkteergebnis am Schluss enorm. Mittelprächtige Spieler führen plötzlich die Tabelle an, echt gute hingegen krebsen nur im Mittelfeld rum. Wir würden uns wünschen, dass Visceral das schnell ändert. Denn mit einem Teamspiel-Boost von 200 Prozent kann jeder in Conquest ganz oben stehen, selbst wenn er die Waffe verkehrt herum hält.

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