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Fazit: Battlefield Hardline im Test - Evolution in Schrittgeschwindigkeit

Fazit der Redaktion

Petra Schmitz: Die Solokampagne von Battlefield Hardline kann ich nicht wirklich empfehlen. Obwohl der Ansatz stimmt, ist Visceral die Ausführung nicht gelungen. Das kann man eigentlich schon am bizarren Detail erkennen, dass mich das Spiel mit immer mehr und besseren Waffen für schusswaffenfreies Verhaften belohnt. Wem auch immer das eingefallen ist, der hat einfach nicht zu Ende gedacht. Spielen sollte man die Kampagne aber trotzdem einmal, immerhin gibt's pro Episode einen Bonus für den Multiplayer zu verdienen (Battlepacks).

Der Multiplayer hingegen macht mir tatsächlich Spaß. Klar, der hat auch seine Fehler (Wie mich The Block aufregen kann! Und wie ich es hasse, hinter einer Wand dank des Netcodes noch erschossen zu werden!) und sieht eher aus wie der kleine, dreckige Bruder von Battlefield 4 und nicht wie ein neueres Spiel. Aber dass ich mich im Conquest-Modus nicht mehr mit Panzern rumärgern muss, kann ich dem Spiel als passionierter Infanterist gar nicht hoch genug anrechnen. Schade indes, dass Hotwire und Fadenkreuz bei mir nicht so recht zünden wollen. Um die mache ich eine großen Bogen und spiele fast noch lieber Team-Deathmatch trotz der durch und durch gruseligen Spawnpoints.

Johannes Rohe: Battlefield Hardline ist schnell und chaotisch. Manchmal etwas zu schnell und chaotisch für meinen Geschmack: Im Gegensatz zu Petra stehe ich mit dem Heist-Modus, in dem alle Spieler wild auf die Geldtaschen zustürmen, auf Kriegsfuß. Blood Money und Hotwire gefallen mir dagegen super. Hotwire, weil es bei den wilden Verfolgungsjagden zu so vielen coolen Battlefield-Momenten kommt, Blood Money, weil der Kampf um die Knete oft zu einem spannenden, hin und her wogenden Tauziehen führt - diese Spielmodi sorgen für echt frischen Wind.

Trotzdem befürchte ich, dass Hardline schneller die Luft ausgeht als seinen Vorgängern, denn es fehlt ein Wake Island. Damit meine ich nicht nur, dass Hardline keine einzige ikonische Karte besitzt, die mir dauerhaft in Erinnerung bleiben wird, sondern vor allem, dass sich durch den Infanterie-Fokus alle Modi und Maps am Ende doch recht ähnlich spielen. Die richtig großen Karten fehlen einfach. Oder um in Battlefield-Worten zu sprechen: Hardline bietet viel Metro, ein bisschen Noshahr Canals, aber eben kein Wake Island.

Stefan Köhler: Hardline ist für mich ein echtes Battlefield. Und zwar wegen all den Kinderkrankheiten, die zum Launch eines Battlefield mittlerweile dazugehören: Der Netcode ist schlechter als noch in der Beta, wichtige Engine-Änderungen aus den Patches von Battlefield 4 wurden nicht übernommen, die Balance der Waffen schwankt enorm und führt zu grotesken Ausgeburten wie die K10, dessen Feuerrate zu schnell für die 30er Tickrate ist.
Aber trotzdem habe ich verdammt viel Spaß mit Hardline und lasse Counter-Strike: GO derzeit komplett ruhen. Denn Hardline ist eben Battlefield, und die Formel aus Infanteriekampf und Fahrzeugaction funktioniert wie eh und je.

Außerdem macht es überfällige Dinge richtig: Endlich ist es meine Entscheidung, was ich als Zusatzausrüstung auf Waffen schraube und in Vehikeln verbaue - kein Zwang mehr zum Coyote-Visier, ECM und aktivem Schutz wie noch in Battlefield 4. Endlich kann ich bestimmen, was ich freischalten und benutzen will - meine im Spiel verdiente Kohle, meine Entscheidung. Und endlich gibt es eine ganze Reihe an interessanten Modi, die ich gerne durchwechsel. Vergessen ist das Rush-Desaster aus Battlefield 4.

Ich hoffe, dass Visceral mit Hardline erfolgreich ist und sich sofort mit den Kollegen von DICE LA daran setzt, die vielen Ecken und Kanten abzuschleifen. Dann könnte es sich tatsächlich zu einem der besten Shooter auf dem Markt entwickeln und die vielen Infanterie-Fans von Battlefield abholen - und der Hauptserie Raum schaffen, sich wieder auf alte Stärken zu konzentrieren.

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