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Fabelwesen in Spielen - Woher kommen Feen, Dämonen und andere Kreaturen?

Beim Thema Fabelwesen denken wir sofort an Einhörner oder Drachen. Doch in Spielen begegnen wir jeder Menge anderen fantastischen Kreaturen, die uns im wahrsten Sinne des Wortes fabelhaft unterhalten.

von Benedikt Plass-Fleßenkämper, Michael Graf,
14.04.2018 08:00 Uhr

Der europäische Glaube an Einhörner entstammt einem Übersetzungsfehler: Als das Alte Testament der Bibel im dritten Jahrhundert v. Chr. ins Griechische übersetzt wurde, stand im hebräischen Original etwas von einem kräftigen und wilden Tier namens »Re'em« - doch niemand wusste, was das sein soll. Also verwendete man stattdessen »Monokeros« - Einhorn. Gemeint war aber wohl ein Auerochse. Der Ursprung des Mythos' ist das aber nicht, bereits um 500 v. Chr. schrieb der griechische Autor Ktesias von Knidos in seinem romanhaften Werk »Indika« von Einhörnern in Indien.Der europäische Glaube an Einhörner entstammt einem Übersetzungsfehler: Als das Alte Testament der Bibel im dritten Jahrhundert v. Chr. ins Griechische übersetzt wurde, stand im hebräischen Original etwas von einem kräftigen und wilden Tier namens »Re'em« - doch niemand wusste, was das sein soll. Also verwendete man stattdessen »Monokeros« - Einhorn. Gemeint war aber wohl ein Auerochse. Der Ursprung des Mythos' ist das aber nicht, bereits um 500 v. Chr. schrieb der griechische Autor Ktesias von Knidos in seinem romanhaften Werk »Indika« von Einhörnern in Indien.

Was macht der angesichts eines unerwartet weitläufigen Themas erst mal ratlose Autor? Er konsultiert die Wikipedia. Was sind Fabelwesen eigentlich? Die Online-Enzyklopädie sagt: »Fabelwesen sind Geschöpfe, deren äußere Erscheinung durch die Fantasie der Menschen geprägt ist und deren Existenz nicht belegt werden konnte.« Obwohl die Bezeichnung eher altertümlich klingt und meist im Zusammenhang mit Mythologien oder Märchen fällt, deckt sie laut dieser Definition nahezu alle erfundenen Wesen ab.

Mehr noch: Fabelwesen sind ein praktisches Stilmittel, um eine erfundene Geschichte mit fiktiven Figuren auszuschmücken - und so Lücken in der Handlung zu füllen. frei von jeglichen Zwängen der Realität, mit un- oder übernatürlichen Fähigkeiten ausgestattet und verkörpern in Videospielen ungewöhnliche Helden, übermächtige Monster oder fungieren als skurrile Sidekicks. Wenn die reale Menschen-, Tier- oder Pflanzenwelt nichts Passendes hergibt, erfinden Entwickler einfach irgendwas.

Zudem möchten wir in einem Spiel oft wenig von der Realität sehen und uns stattdessen in eine Welt der Fantasie, Utopie oder Dystopie begeben. Im Idealfall ist die Umgebung fremdartig und vertraut zugleich, was am einfachsten mit bekannten Fabelwesen aus der Literatur zu bewerkstelligen ist.

Gollums Cameo-Auftritt in Mittelerde: Mordors Schatten stellt einen direkten Bezug zu den »Der Herr der Ringe«-Büchern sowie zu Peter Jacksons Filmtrilogie her. Die glatte Haut und die ausgezehrte Gestalt Gollums erinnert an real vorkommende Wachsleichen, auf denen vermutlich der Aberglaube an Untote fußt.Gollums Cameo-Auftritt in Mittelerde: Mordors Schatten stellt einen direkten Bezug zu den »Der Herr der Ringe«-Büchern sowie zu Peter Jacksons Filmtrilogie her. Die glatte Haut und die ausgezehrte Gestalt Gollums erinnert an real vorkommende Wachsleichen, auf denen vermutlich der Aberglaube an Untote fußt.

So sind zahlreiche Rollenspiele mehr oder weniger von J.R.R. Tolkiens Romantrilogie »Der Herr der Ringe« beeinflusst: Schon in Genre-Frühwerken der 80er-Jahre wie Ultima, The Bard's Tale und Wizardry tummeln sich Klassiker wie Elfen, Zwerge oder Orks. Auch Oger, Gnome und Goblins sind allesamt vertraute Fantasy-Figuren, die zur typischen Atmosphäre eines solchen Rollenspiels maßgeblich beitragen.

Vertraut sind sie vor allem deshalb, weil sie uralter Folklore entspringen. Elfen, Zwerge und Riesen traten bereits in den skandinavischen Götter- und Heldensagen des 10. und 11. Jahrhunderts auf, aus denen auch Tolkien seine Inspiration schöpfte. Wenn das mal keine alten Bekannten sind.

Der Glaube an Riesenkraken (hier in Sea of Thieves) entstammt vermutlich angeschwemmten Leichen von realen Riesenkalmaren, die in der Tiefsee leben, und deren Fangarme bis zu zehn Meter lang werden können. Wenn dann mal wieder ein Schiff verschwand, lag der Gedanke nicht fern, dass es von einem vielleicht noch größeren Kraken in die Tiefe gerissen wurde. Die menschliche Fantasie eben.Der Glaube an Riesenkraken (hier in Sea of Thieves) entstammt vermutlich angeschwemmten Leichen von realen Riesenkalmaren, die in der Tiefsee leben, und deren Fangarme bis zu zehn Meter lang werden können. Wenn dann mal wieder ein Schiff verschwand, lag der Gedanke nicht fern, dass es von einem vielleicht noch größeren Kraken in die Tiefe gerissen wurde. Die menschliche Fantasie eben.

Ihren Ursprung finden viele Fabelwesen in der Fantasie der Menschen. Beispielsweise gibt es die Theorie, dass frühe Seefahrer erspähte Seekühe für Meerjungfrauen hielten. Der Glaube an Vampire und Untote wiederum leitet sich vermutlich davon ab, dass Menschen nicht verweste Leichname in Gräbern fanden, weil der wasserreiche Boden (etwa in der Nähe von Flüssen) das Grab versiegelt und keinen Sauerstoff hineingelassen hatte. Und ohne Sauerstoff keine Verwesung, es entstanden die so genannten »Wachsleichen« mit ihrer eigentümlich glatten Haut.

Prompt dachten die Nachkommen, dass die Toten noch lebten - und töteten sie sicherheitshalber noch mal. Vielleicht ja mit einem Pflock durchs Herz. Warum? Seuchen, Missernte, Tod von Kindern - es gab immer etwas Schlimmes, für das man einen Schuldigen suchte. Und das war eben manchmal eine alte Frau, die man für seltsam hielt, oder eben der nicht zerfallende Bäcker im Grab da drüben. Vermutlich trinkt der das Blut von Jungfrauen oder so. Aus denselben Quellen speist sich der Glaube an Geister: Irgendjemand muss doch an Seuchen & Co. schuld sein. Muss!

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