Bethesda gehört jetzt Microsoft: Konzern hinter Elder Scrolls, Fallout & Doom verkauft

Was für ein unglaublicher Deal! Microsoft kündigte heute offiziell an, dass der Publisher Zenimax und damit auch Bethesda ab sofort zum Xbox-Hersteller gehören.

von Dimitry Halley, Fabiano Uslenghi,
21.09.2020 16:46 Uhr

Und da soll mal wer sagen, montags kommt die Welt nicht richtig in die Gänge. Entwickler und Publisher Bethesda sowie dessen Mutterfirma Zenimax gehören ab heute fest zu Microsoft. Das kündigen die Unternehmen jetzt offiziell an. Laut der Berichte hat Microsoft das Studio hinter Welthits wie Skyrim, Fallout 4 oder dem neuen Doom für insgesamt 7,5 Milliarden US-Dollar gekauft.

Beide Seiten haben bereits Statements veröffentlicht. Bei Bethesda kam sowohl Vize-Präsident Pete Hines zu Wort, als auch Game Director Todd Howard. Hines begründet die Entscheidung mit der Möglichkeit, bessere Spiele für die Fans zu entwickeln. An Bethesda selbst soll sich vorerst aber nichts ändern:

"Wieso diese Änderung? Weil es uns die Möglichkeit gibt, bessere Spiele zu entwickeln. Microsoft ist ein unglaublicher Partner und besitzt Ressourcen, die uns zu einem besseren Publisher und Entwickler machen. Wir glauben, dass ihr so bessere Spiele bekommt. Einfach gesagt - wir glauben, dass Veränderung wichtig ist, um besser zu werden. Wir glauben daran, uns selbst zu verbessern. Innovationen zu liefern. Zu wachsen. "

Microsoft CEO Satya Nadella lobt auf der anderen Seite das unglaubliche Portfolio von Bethesda und betont, dass abwechslungsreiche und vor allem qualitativ hochwertige Spiele für den Game Pass von immenser Bedeutung seien:

"Qualitativ ausdifferenzierte Inhalte sind der Motor hinter dem Wachstum und dem Wert des Xbox Game Pass - von Minecraft bis zum Flight Simulator. Als ein bewährter Spieleentwickler und Publisher, hat Bethesda Erfolge in jeder Kategorie an Spielen zu verzeichnen und gemeinsam werden wir unsere Ambitionen weiterdenken um die mehr als drei Milliarden Spieler weltweit zu ermächtigen. "

Und was genau gehört jetzt alles zu Microsoft? Diese acht Studios sind jetzt 1st-Party-Entwickler für die Xbox Game Studios:

  • Bethesda Games Studios (Skyrim, Fallout 4, Starfield, etc.)
  • Arkane (Prey, Dishonored-Serie, Deathloop)
  • id Software (Doom, Quake, Rage, etc.)
  • Machine Games (Wolfenstein-Reihe seit 2014)
  • Roundhouse (vorher Human Head; Rune 2, Brink, Prey 2006)
  • Tango Gameworks (The Evil Within, Ghostwire Tokyo)
  • ZeniMax Online Studios (ESO, z.T. Fallout 76)
  • Alpha Dog Games (Monstrocity Rampage)

Was das für euch bedeutet

In der offiziellen Pressemeldung lässt Bethesda noch etwas genauer durchscheinen, wieso dieser Schritt mit Blick auf die Zukunft für das Unternehmen der richtige ist.

Hier wird vor allem Microsofts neue Ausrichtung gelobt. So soll sich der Fokus auf Inhalte, Community und Cloud von allen anderen Gaming-Strategien unterscheiden. Insbesondere Microsofts Abo-Service, der Xbox Game Pass, soll hierfür beispielhaft sein.

Das klingt alles hochtrabend formuliert, deshalb dröseln wir für euch mal die konkreten Vorteile auf, die ihr von dem Aufkauf haben könnt:

  • Bethesda-Spiele im Game Pass: Mit nahezu 100-prozentiger Sicherheit wandert jedes Bethesda-Spiel in den Microsoft Game Pass. Dort könnt ihr dann für die monatliche Abogebühr Wolfenstein, The Elder Scrolls, Fallout und Co. nach Belieben zocken.
  • Nochmal explizit: Ihr werdet The Elder Scrolls 6 also zum Release für 10 Euro spielen können. Sogar für 1 Euro, sollte Microsoft bis zum Release noch an seiner Probe-Aktion festhalten.
  • Fallout: New Vegas 2 könnte passieren: Obsidian und Bethesda gehören nach Jahren wieder zur selben Familie. Einem Nachfolger zum beliebten Fallout: New Vegas steht also theoretisch nichts mehr im Weg. Obsidian kokettiert via Twitter mit der Idee.

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  • Kein The Elder Scrolls 6 für PS5? In der Ankündigung feiert Todd Howard die neue Engine-Technologie von The Elder Scrolls 6 und Starfield als den größten technischen Sprung seit Oblivion. Alles für Xbox Series X. Zwischen den Zeilen lässt sich gut erkennen, dass die PS5 damit für Bethesda aus dem Rennen ist.
  • Doch die PS5 ist nicht tot: Deathloop, Ghostwire, Doom Eternal und The Elder Scrolls Online sind für PS5 bereits bestätigt, Deathloop und Ghostwire sind sogar zeitlich exklusiv! Es dürfte also noch ein Weilchen dauern, bis Microsoft Bethesdas Verbindungen zur Konkurrenz durchtrennt.

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Microsoft baut sich auf

Diese Ankündigung fällt auch für uns ziemlich aus den Wolken, ist aber durchaus smart terminiert. Am 22. September starten die Vorbestellungen für die Xbox Series X - und Microsoft zückt hier eines der dicksten Exklusiv-Argumente für die nächste Konsolengeneration quasi als Punktlandung. Für Rollenspiel-Fans wird der Game Pass zu einem der lukrativsten Angebote auf dem Markt. Alle Elder-Scrolls-Teile, alle Fallouts, alle Obsidian-Rollenspiele - das sind durchaus Hausnummern.

Microsoft verfolgt hier eine mittelfristige Siegesstrategie: das Netflix für Gamer aufbauen. Mit allen hauseigenen Studios, außerdem Paradox und nun Bethesda wächst das Portfolio von Jahr zu Jahr. Auch EA Play ist mittlerweile Teil des Angebots. Somit bekommt ihr für die monatliche Abo-Gebühr alle Spiele von drei großen Publishern. Diablo-Erfinder David Brevik beobachtet diese Entwicklung durchaus mit Sorge und zieht den Vergleich zu Disneys Vormachtstellung im Film- und Kinosegment.

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