So ein Tablet habe ich noch nie gesehen: Es hat einen eingebauten Beamer und einen riesigen Akku

Das Blackview Active 12 Pro ist unhandlich und schwer – und trotzdem eines der interessantesten Gadgets, die ich dieses Jahr getestet habe.

Was ich da in der Hand halte, ist ein Tablet mit eingebautem Beamer – oder doch eher ein Beamer mit eingebautem Tablet? (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Was ich da in der Hand halte, ist ein Tablet mit eingebautem Beamer – oder doch eher ein Beamer mit eingebautem Tablet? (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

In den letzten vier Wochen konnte ich ein Tablet testen, das wie kein anderes ist, das ich jemals gesehen habe. Nicht nur besitzt es einen riesigen Akku und ist äußerst robust wie andere Outdoor-Tablets, es hat auch einen eingebauten Beamer! 

Nach 30 Tagen kann ich sagen: Das Blackview Active 12 Pro ist nicht gut darin, ein Tablet zu sein – aber hervorragend darin, ein tragbarer Android-Beamer zu sein.

Was ist das Blackview Tab Active 12 Pro?

Der Bildschirm hat eine maximale Helligkeit von 600 Nits. Das reicht für helle Sonnentage gerade noch aus. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Der Bildschirm hat eine maximale Helligkeit von 600 Nits. Das reicht für helle Sonnentage gerade noch aus. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Das Blackview Tab Active 12 Pro ist ein sogenanntes »Rugged Tablet«. Dabei handelt es sich um Tablets, die für den Outdoor-Bereich entwickelt wurden. Das heißt, sie sind besonders robust und bieten (oft) eine lange Akkulaufzeit. 

Diese Beschreibung trifft auch auf das Active 12 Pro zu. Das Android-Tablet hat einen gigantischen 30.000-mAh-Akku. Dieser ist aber auch überaus sinnvoll, da zwei Alleinstellungsmerkmale von diesem Tablet sehr viel Strom verbrauchen.

Aufgrund der Akkugröße ist es allerdings nicht erlaubt, dieses Tablet mit ins Flugzeug zu nehmen, ohne vorher eine Genehmigung der Airline einzuholen.

Ferner verfügt das Active 12 Pro über die Schutz-Zertifikationen, wie man sie auch von andern Rugged-Geräten kennt – plus eine, die wir eher selten sehen:

  • IP69 (Gegen Feuchtigkeit und Kleinpartikel versiegelt)
  • MIL-STD-810H (geprüft nach US-militärischem Standard)
  • UL94 HB (Grundstufe der Entflammbarkeitsprüfung für Kunststoffe)

UL94 HB ist die niedrigste Klassifizierung im UL94-Brennverhaltenstest für Kunststoffe und bedeutet, dass ein waagerecht geprüftes Material bei einer bestimmten Flammeneinwirkung nur langsam weiterbrennt oder sich selbst löscht. Eine solche Zertifizierung gibt es bei Tablets und Smartphones fast nie.

Abseits davon ist das Tablet bei der Hardware ganz ordentlich ausgestattet. 

Technische Daten:

  • Maße: 267,7 x 179 x 28,3 mm
  • Gewicht: 1.522 Gramm
  • Betriebssystem: DokeOS_P 4.2 (basiert auf Android 15)
  • Display: 11" IPS, 1920 × 1200 (FHD+), 90 Hz, Gorilla Glass 5
  • Prozessor: MediaTek Dimensity 7300 (Octa-Core, bis 2,5 GHz)
  • Speicher: 12/16 GB RAM (LPDDR5), 256 GB bis 1 TB Speicher (UFS 3.1), erweiterbar per microSD bis 2 TB
  • Kameras: 108 MP Hauptkamera (Samsung ISOCELL HM6), 50-MP-Frontkamera
  • Akku: 30.000 mAh, 120 W Schnellladen
  • Extras:
    • Eingebauter Projektor (bis 120", 1080p, Autofokus)
    • Integrierte Campinglichter (400 Lumen, SOS/Stroboskop)
    • Fingerabdrucksensor, NFC, Dual-SIM (nano)
  • Konnektivität: 5G, WiFi 6E, Bluetooth 5.4, GPS+GLONASS+Galileo+Beidou (L1+L5)
  • Audio: Dual-Box-Lautsprecher, USB-C Kopfhöreranschluss
  • Zubehör im Lieferumfang: Aluminium-Halterung mit dazugehörigem Schraubenschlüssel, Stylus Pen, OTG-Adapter, USB-Kabel, Handbuch

Preis:

  • Ab 580 Euro im Shop des Herstellers
  • Aktuell gibt es einen Gutschein-Code, der den Preis etwas weiter senkt: V74FD0AAFZDJ
    • 12 GByte RAM + 256 GByte Speicher: 534,12 €
    • 16 GByte RAM + 1 TByte Speicher: 569,12 €

Der eingebaute Beamer

Dank des Kickstands lässt sich der Beamer flexibel ausrichten. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Dank des Kickstands lässt sich der Beamer flexibel ausrichten. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ja, dieses Tablet hat tatsächlich einen Beamer eingebaut. Dieser lässt sich ganz einfach über eine vorinstallierte App starten und schon wird der Bildschirminhalt an die Wand oder an die Decke projiziert – je nachdem, in welchem Winkel ihr das Tablet aufstellt. 

  • Das Tablet verfügt über Autofokus und eine automatische Trapezkorrektur.
  • Die Helligkeit des Beamers beträgt 200 Lumen und die größte vom Hersteller beworbene Bilddiagonale ist 120 Zoll.
  • Der Beamer wird mit einem Lüfter aktiv gekühlt.

Die größte Schwäche des Beamers ist seine geringe Helligkeit. Es muss schon stockdunkel sein, damit ihr ein kontrastreiches Bild erhaltet. Und selbst bei absoluter Finsternis wünschte ich, es wäre noch etwas mehr drin. 

Rollladen halb geschlossen Rollladen fast vollständig geschlossen Rollladen halb geschlossen Rollladen fast vollständig geschlossen

Ich kann in meinem Wohnzimmer die Rollladen nicht vollständig schließen, weshalb ihr auf dem rechten Foto noch etwas Licht von der Seite seht. Ihr seht, der Beamer ist nur bei sehr dunkler Umgebung wirklich nutzbar. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ich habe neulich das EWC-Tekken-Turnier an der Decke von meinem Schlafzimmer geschaut – als hätte ich einen 50-Zoll-Fernseher direkt über dem Bett. Im dunklen Schlafzimmer und bei dieser Projektionsgröße empfand ich die Bildqualität am besten. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Ich habe neulich das EWC-Tekken-Turnier an der Decke von meinem Schlafzimmer geschaut – als hätte ich einen 50-Zoll-Fernseher direkt über dem Bett. Im dunklen Schlafzimmer und bei dieser Projektionsgröße empfand ich die Bildqualität am besten. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Abseits davon bin ich überrascht, wie gut der eingebaute Beamer funktioniert. Die automatische Trapezkorrektur und der Autofokus sind sehr zuverlässig und nur selten musste ich von Hand nachjustieren. Der mitgelieferte Kickstand, der übrigens komplett aus Metall besteht und festgeschraubt wird, hilft dabei, die richtige Position zu finden. 

Die Bildqualität ist – abseits von der geringen Helligkeit – selbst bei einer Projektionsgröße von über 100 Zoll noch zufriedenstellend.

Die eingebauten Lautsprecher sind überraschend kräftig und reichen locker für einen Filmabend beim Camping. 

Neben dem 120-Watt-Netzteil liegt dem Lieferumfang noch ein Stylus, ein USB-OTG-Adapter und ein Schraubendreher für den Kickstand bei. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Neben dem 120-Watt-Netzteil liegt dem Lieferumfang noch ein Stylus, ein USB-OTG-Adapter und ein Schraubendreher für den Kickstand bei. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Weniger angenehm ist dagegen der Lüfter: Er bleibt zwar zunächst völlig unhörbar, bis die Hardware etwa 44 Grad erreicht, dann springt er jedoch direkt auf volle Leistung und wird deutlich hörbar. 

Sinkt die Temperatur wieder, fährt er zurück und verstummt fast komplett. Statt eines konstant leisen Rauschens entsteht so ein deutliches An- und Abschwellen in Intervallen.

Dank des riesigen Akkus lässt sich der Beamer etwa 6 Stunden am Stück betreiben – aufgeladen habe ich das Tablet nur alle 7 bis 10 Tage. Dafür schließt man das mitgelieferte 120-Watt-USB-C-Ladegerät an. 

Campinglicht, Riesen-Akku und 5G

Das Licht blendet selbst bei hellem Tageslicht – es ist sehr kraftvoll! (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Das Licht blendet selbst bei hellem Tageslicht – es ist sehr kraftvoll! (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Das zweite Alleinstellungsmerkmal ist ein eingebautes Campinglicht, das sehr hell ist. Auch hier hilft der Kickstand dabei, das Licht so zu positionieren, wie man es gerne haben möchte. 

Darüber hinaus hat es drei verschiedene Beleuchtungsmodi:

  • Konstantes Licht
  • SOS 
  • Schnelles Blinken

Ein optionaler Timer schaltet das Licht nach 5 bis 30 Minuten automatisch aus. 

Wie ist das Active 12 Pro als Alltags-Tablet?

Ein Tablet, das an der dicksten Stelle 4,5 Zentimeter dick ist (mit eingeklappten Ständer) und 1,68 Kilogramm wiegt, ist wenig überraschend, im Alltag eher unpraktisch.

Als echten Ersatz für ein dünnes Multimedia-Tablet kann es grundsätzlich eingesetzt werden, aber mir persönlich ist es dafür viel zu klobig und schwer. Wenn ich auf dem Sofa etwas nachlesen möchte oder durch Apps browse, greife ich doch viel eher zum Handy oder zu einem leichten und kompakten Tablet. 

Der verbaute MediaTek Dimensity 7300 sorgt für schnelle Alltagsleistung ohne Ruckler. Das Tablet ist übrigens 5G-fähig und hat dementsprechend einen Slot für eine SIM-Karte – ob das so sinnvoll ist, bei einem Gerät, das fast 2 Kilogramm wiegt, sei mal dahingestellt.

Apropos »dahingestellt«: Der stabile Kickstand ist meiner Einschätzung nach ein Muss. So konnte ich das Tablet zumindest wie einen mobilen Bildschirm verwenden und überall hinstellen, wo ich etwa ein YouTube-Video anschauen oder ein Bild an die Wand werfen wollte. 

Ich denke, das ist der beste Einsatzzweck für dieses Gerät. 

Meine Empfehlung

Ich glaube, am ehesten lohnt sich dieses Tablet, wenn ihr es nicht unbedingt als ein Tablet seht. Es ist eher ein mobiler 11-Zoll-Bildschirm mit eingebautem Beamer, mit Android-Betriebssystem.

Und genau so etwas gibt es nicht öfter. Ich finde das Gerät unheimlich praktisch für das, was es ist, und extrem unpraktisch für das, wofür Tablets eigentlich verwendet werden.

Wenn euch ein mobiler Beamer mit Android-Betriebssystem reizt, der auch noch äußerst robust ist, dann kann sich der Kauf des Blackview Active 12 Pro lohnen.

Bedenkt jedoch Folgendes: Das Ding ist schwer, eher »tragbar« als »mobil« und der Beamer ist nur in sehr dunkler Umgebung brauchbar.

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