Zig Indie-Entwickler veröffentlichen ihre Spiele ausschließlich auf Steam und ignorieren dabei Konsolen und andere PC-Plattformen vollständig. Welche Gründe das hat, erklärte kürzlich der Co-Gründer von New Blood Interactive Dave Oshry in einem Interview mit RPG Site. So gibt es laut ihm keine finanziellen Anreize, überhaupt auf Plattformen abseits von Steam aufzutauchen.
Wir hassen Geld
Blood-Interactive ist in erster Linie bekannt für Boomer-Shooter wie Dusk oder Ultrakill, also moderne Shooter im Retro-Stil. Mit Dungeons of Dusk hat der Publisher jetzt erstmals ein waschechtes Rollenspiel in der Pipeline, im Zuge dessen auch das Interview mit RPG Site zustande kam. Dabei wurde er auch gefragt, wie er zu Konsolenportierungen steht. Seine Antwort könnte deutlicher kaum sein:
Auf Konsolen zu portieren ist purer Schmerz. Konsolen-Zertifizierungen, eigentlich alles außer Steam ist purer Schmerz. Lass es mich so ausdrücken. Wir vergleichen eine Plattform, die es dir erlaubt, alles in Echtzeit zu machen, mit Plattformen, bei denen du Wochen warten oder durch Zertifizierungen gehen musst, obwohl sie viel weniger verkaufen als Steam. Wir machen es, weil die Spieler es wollen.
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Im weiteren Verlauf erklärt Oshry genauer, warum es ihnen dennoch wichtig ist, ihre Spiele für Konsolen herauszubringen.
Wenn es uns nur ums Geld ginge, würden wir unsere Spiele heutzutage ausschließlich auf Steam veröffentlichen. Aber wir hassen Geld, und wir lieben unsere Spieler. Wenn die Leute sagen: Bitte bringt eure Spiele auf die Xbox
, dann bringen wir sie auf die Xbox. Wenn sie sagen: Bringt sie auf die PlayStation
, dann bringen wir sie auf die PlayStation. (...) Am liebsten würden wir unsere Spiele einfach nur auf dem PC veröffentlichen, aber Konsolen sind ein wichtiger Teil der Gaming-Landschaft. Also tun wir, was wir tun müssen.
Es macht Spaß, all das zu lernen – neue Fähigkeiten zu entwickeln und herauszufinden, wie man Spiele auf verschiedenen Plattformen veröffentlicht. Und sein eigenes Spiel auf dem Xbox-Dashboard oder dem PlayStation-Dashboard zu sehen, ist immer cool – aber es ist eben auch ein ziemlicher Aufwand und bereitet einfach nur Schmerzen.
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Wie belastend der Prozess eines Konsolen-Releases für Indie-Entwickler wirklich ist, veranschaulicht er an der kommenden Switch-2-Version ihres modernen Shooter-Klassikers Dusk.
Wir haben inzwischen Devkits für die Nintendo Switch 2. Sie unterscheidet sich nicht groß von der Switch 1. Wir haben Dusk mit 120 fps und Maussteuerung auf der Switch 2 zum Laufen gebracht. Es läuft großartig. Wir warten nur noch darauf, dass Nintendo uns die Freigabe für den tatsächlichen Launch erteilt, weil sie derzeit noch ziemlich zurückhaltend damit sind, Spiele auf der Switch 2 zu veröffentlichen.
Sie wollen nicht, dass es zu einem riesigen Ramsch-Fest wird, wie es der Nintendo eShop der Switch 1 nach ein paar Jahren geworden ist. (...) Aber Nintendo war hilfsbereit, hat uns Devkits zur Verfügung gestellt und erlaubt uns, Updates für unsere Spiele zu machen. Aber ja, es ist dasselbe - ein Prozess. Und einfach nur Schmerz. Das wird jeder erzählen.
Steam ist nicht für alle die wichtigste Plattform
Unabhängig davon, dass Konsolen-Releases mehr Arbeit erfordern, gibt es auch Beispiele dafür, dass deren Verkäufe die auf Steam übertreffen. So gab etwa der Indie-Publisher Devolver Digital im April 2025 bekannt, dass die Nintendo Switch mit über 9 Mio. Verkäufen ihre erfolgreichste Plattform sei, sogar noch vor Steam.
Dabei spielt ziemlich sicher die Auswahl der Spiele eine Rolle. Devolvers erfolgreichster Titel war zum Zeitpunkt der Meldung die eigenwillige Life-Sim Cult of the Lamb, die durch ihren Genre-Mix wunderbar im Handheld-Modus gespielt werden kann. Ego-Shooter, wie es die meisten Titel von New Blood Interactive sind, werden hingegen traditionell lieber mit Maus und Tastatur gespielt. Konsolen sind dementsprechend meist die zweite Wahl.
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