Bombendrohung wegen Minecraft - Dutzende Schulen in Großbritannien geschlossen

Ein frustrierter Minecraft-Spieler wollte offenbar Rache an seinem PvP-Server nehmen. Das Ergebnis: Über 400 Schulen erhielten Bombendrohungen, dutzende wurden evakuiert.

von Dimitry Halley,
20.03.2018 10:48 Uhr

Minecraft bringt viele Spieler zusammen, sorgt aber offenbar auch für riesige Reibereien.Minecraft bringt viele Spieler zusammen, sorgt aber offenbar auch für riesige Reibereien.

Am 19. März mussten Dutzende Schulen in Großbritannien geschlossen werden, weil knapp 400 Einrichtungen Bombendrohungen erhielten.

Laut BBC war der Schuldige schnell ausgemacht: Die Anschlagsmeldungen wurden im Namen von VeltPvP verschickt - einer Minecraft-Server-Organisation. Allerdings fängt die Geschichte damit erst an.

Laut Sky News handelte es sich bei dem VeltPvP-Alias nämlich um den Spoof-Account frustrierter Minecraft-Spieler, die den Ruf des PvP-Servers durch die Aktion ruinieren wollten. Zumindest VeltPVP stützt diese Geschichte und distanziert sich öffentlich in jeder Hinsicht von den Vorfällen:

Offenbar wurde ein »Lösegeld« von 5.000 Dollar gefordert, sonst würde innerhalb von drei Stunden eine Bombe detonieren. Nichts dergleichen geschah, allerdings entstand ein gewaltiges Chaos für die britische Polizei samt Schulbehörde.

Die Übeltäter fühlen sich im Recht

Northumbria, Midlands, Tolworth, Stevenage, Watford, Haywards Heath - man findet im Netz haufenweise Schulen, die aufgrund der Drohungen geräumt wurden. Eltern und Behörden zeigten sich besorgt.

Sky News war in der Lage, einen der Drahtzieher hinter der Aktion ausfindig zu machen. Offenbar hält sich die Reue in Grenzen.

"Aus moralischer Perspektive fühlt man sich schon ein wenig schlecht - ist schließlich menschlich -, aber innerhalb der Community brauchst du eine dicke Haut oder du wirst abgezogen. Die ganze Sache wird mich definitiv nicht um den Schlaf bringen."

Umgekehrt sehen die Leute hinter der Drohung den Fehler bei VeltPvP: Die Server-Organisation soll eine DDoS-Attacke gegen andere Minecraft-Server veranstaltet haben. Rache sei also gerechtfertigt. VeltPvP dementiert die Vorwürfe und widerspricht den Gerüchten, dass es sich hier um eine großflächige Fehde zwischen Minecraft-Organisationen handle.

Stattdessen sei die Bomendrohung von einem Spieler ausgegangen, der in Vergangenheit von den Servern geflogen ist - so zumindest der 17-jährige VeltPvP-CEO Carson Kalle. Was auch immer dahinter steckt: Rache auf Kosten verängstigter Kinder, Lehrer und der Schulbehörden zu nehmen, ist schon ein ziemlich starkes Stück.


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