Was steckt hinter #BoycottBorderlands3? Leak-Ermittlung gegen Youtuber sorgt für Wirbel

Auf Twitter rufen einige Fans dazu auf, Borderlands 3 zu boykottieren. Grund dafür ist das Vorgehen des Publishers 2K gegen einen Youtuber aufgrund von Leaks.

von Fabiano Uslenghi,
08.08.2019 16:40 Uhr

Borderlands 3 soll im September erscheinen, jetzt rufen auf Twitter einige User jedoch zum Boykott auf. Warum eigentlich?Borderlands 3 soll im September erscheinen, jetzt rufen auf Twitter einige User jedoch zum Boykott auf. Warum eigentlich?

Was hat es mit #BoycottBorderlands3 auf sich? Wer auf Twitter aktiv ist und die Trends dort im Auge behält, konnte den Aufstieg dieses Hashtags am 7. August für einige Zeit beobachten. Der Grund dafür ist ein Video des bekannten Borderlands-Youtubers SupMatto, das am 6. August veröffentlicht wurde. Darin erklärt der Amerikaner, dass sieben seiner Borderlands-Videos als Urheberrechts-Verletzung gekennzeichnet und offline genommen wurden. Außerdem wurde sein Discord-Account gelöscht.

Die treibende Macht dahinter war der Publisher Take-Two Interactive und dessen Tochterunternehmen 2K Games, dem auch der Borderlands-3-Entwickler Gearbox angehört. Doch nur die Copyright-Strikes alleine befeuern nicht den Ärger der Fans und dem Aufruf zum Boykott. SupMatto spricht in seinem Video auch von zwei privaten Ermittlern, die den Youtuber im Auftrag von Take-Two in seiner Wohnung aufgesucht und verhört haben sollen.

SupMatto beschreibt diesen ganzen Prozess in seinem Video als recht offensiven Eingriff in seine Privatsphäre:

"Am 25. Juli 2019 sind zwei private Ermittler bei mir zuhause aufgetaucht, haben unrechtmäßig mein Privatgelände betreten und mich verhört. Ich war sehr angespannt, wie ihr euch sicher vorstellen könnt, da zwei fremde Leute in Anzügen zu mir nach Hause gekommen sind. Anwälte, Gesetzeshüter und Familien-Mitglieder haben mir zwar gesagt, ich hätte nicht mit ihnen reden sollen, das habe ich aber, da ich nicht das Gefühl hatte, etwas verbergen zu müssen. "

Während des Gesprächs mit den fremden Ermittlern wurde SupMatto nach eigener Aussage zu unterschiedlichen Themen befragt. Darunter sein Kanal und ein Entwickler-Livestream auf Twitch. SupMattos-Videos, die am nächsten Tag offline genommen werden mussten, hatten Inhalte aus diesem Stream aufgearbeitet.

Wieso ist der Stream ein Problem?

In seinen Videos verwendete SupMatto Borderlands-3-Thumbnails, die von verschiedenen privaten Twitch-Accounts stammen. Dabei handelte es sich um Entwickler-Accounts von Gearbox, die damit die zahlreichen Community-Features testen wollten. Diese Tests blieben jedoch nicht unbemerkt, was für einige Leaks sorgte.

SupMatto behauptet, er sei via Reddit auf die Kanäle aufmerksam geworden. Zudem war einer der Kanal-Namen in einem offiziellen Trailer zum ECHOCast-Feature von Borderlands 3 zu sehen. Bei Sekunde 0:52 ist in dem Trailer unten Rechts ein Gewühl aus Zahlen und Buchstaben zu erkennen. Alle Entwickler-Kanäle trugen solche kryptische Namen, um schwerer entdeckt zu werden.

SupMatto sah laut eigener Aussage damals kein Problem darin, Inhalte aus diesen Streams zu verwenden, da er sie weder entdeckt noch allein darüber geredet habe. SupMatto ist sich nun aber unsicher, wie und ob er seine Karriere als Borderlands-Youtuber weiter verfolgen kann oder sollte, da er nach diesem Erlebnis nicht weiß, ob er das Spiel überhaupt noch spielen will.

Was sagt der Publisher?

Diese in den Augen der Fans ungerechte Behandlung von SupMatto war der Funke, der den Twitter-Aufruf zum Borderlands-3-Boykott entflammte. Allerdings blieben auch Take-Two und 2k Games nicht lange untätig und gaben Statements gegenüber IGN und The Verge ab.

Demnach habe es sich hierbei nicht um eine Aktion gehandelt, die im Affekt ausgeführt wurde. Vielmehr stecke eine Untersuchung dahinter, die schon seit zehn Monaten laufe. So soll nicht nur SupMattos Verwendung der Thumbnails die Aufmerksamkeit des Publisher auf sich gezogen haben. Laut eines Pressesprechers von 2K Games habe der Youtuber schon seit längerem von Urheberrechts-Verletzungen profitiert und vertrauliche Informationen veröffentlicht.

Zudem soll SupMatto eine Schwachstelle in den Sicherheitseinstellungen von Twitch ausgenutzt haben, die es seiner Community erlaubte, an die Thumbnails der privaten Test-Streams zu gelangen.

"Die Informationen über die Lage, so wie er sie verbreitet, sind unvollständig und stellenweise sogar falsch. Viele seiner Handlungen waren nicht nur illegal, sondern haben auch die Erwartung negativ beeinflusst, mit der Content Creator und unsere Fans an das Spiel herangehen."

"Wir werden tun, was nötig ist, um Leaks und Verstöße gegen unser geistiges Eigentum zu verhindern, die nicht nur unser Unternehmen und unsere Partner betreffen könnten, sondern auch - was noch wichtiger ist - die Erfahrung unserer Fans und Kunden negativ beeinflussen."

Laut IGN konnten Fans gegen Bezahlung Zugang zu SupMattos privaten Discord-Kanal erhalten, um dort noch mehr geleakte Borderlands-Informationen zu bekommen. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass Discord SupMattos' Server abgeschaltet hat.

Derzeit planen Take-Two und 2K aber wohl nicht, rechtlich gegen den Youtuber vorzugehen.

Nicht das erste Problem mit Borderlands 3

Der Umgang von Take-Two mit SupMatto ist nicht der einzige Grund, weshalb viele Fans den Hashtag #BoycottBorderlands3 benutzen. Schon die Ankündigung, dass der Loot-Shooter zeitexklusiv im Epic Store erscheinen wird, zog einige Kritik nach sich.

Zusätzlich gab es mehrere Kontroversen um den Gearbox CEO Randy Pitchford. Beispielsweise kam es zu einem heftigen Streit zwischen Pitchford und David Eddings, dem Synchronsprecher des beliebten Roboters Claptrap. Eddings behauptet, von Gearbox nicht bezahlt worden zu sein, und dass Pitchford ihm gegenüber sogar gewalttätig wurde.

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