GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Jederzeit online kündbar

Fazit: Civilization: Beyond Earth im Test - Sternstunde mit Abstrichen

Fazit der Redaktion

Sebastian Stange: Zuerst einmal möchte ich feststellen, dass Beyond Earth ein echt unterhaltsames Spiel ist, das ebenso wie sein großer Bruder Civilization 5 eine famose Suchtwirkung ausübt. Doch es ist nicht das Spiel, das ich mir erhofft habe. Ich liebe Science Fiction, ich liebe die angefahrenen Ideen dieses Genres, die aberwitzigen Gedankenspiele und den Reiz am Unbekannten. Von Beyond Earth erwartete ich, was das Intro von Star Trek: The Next Generation so wunderbar ausdrückt. Ich wollte »fremde Welten entdecken, unbekannte Lebensformen und neue Zivilisationen«.

Doch ich entdeckte lediglich als Aliens verkleidete Barbaren, etwas gesichtslose Menschenfraktionen und eine Handvoll interessanter neuer Mechaniken. Schlecht ist das nicht. Mehr Civilization ist mir immer recht und wie gesagt: Spaß macht Beyond Earth, auch wenn es nicht die erhoffte Entdeckungsreise geworden ist. Doch hoffentlich wird es das! Hoffentlich wächst das Spiel ebenso wie Civilization 5 mit zukünftigen Patches und Addons zu dem Spiel, das meinen inneren Jean-Luc Picard befriedigt.

Jochen Gebauer: 281 Stunden. So viel Zeit habe ich bislang mit Civilization 5 verbracht. Behauptet jedenfalls Steam, ich hätte schwören können, es wären mehr. Warum ich Ihnen das sage? Weil ich erhebliche Zweifel hege, dass Beyond Earth auch nur die Hälfte dieser Stunden fressen wird. Zu gleichförmig spielen sich die Fraktionen, zu wenig ins Gewicht fallen die Anfangsboni.

Gerade die ersten Runden gleichen sich in nahezu jeder Partie, das hat Civ 5 mit seinen individuellen Völkern nicht nur besser gelöst, sondern vor allem stimmungsvoller. Beyond Earth ist beileibe kein schlechtes Spiel, im Gegenteil, das Grundgerüst von Civ 5 funktioniert auch im Weltraum tadellos, manche der Neuerungen (Quests!) darf sich die Hauptreihe gerne abgucken. Nach dem Test hatte ich aber vor allem eines: wieder wahnsinnig viel Lust auf Civ 5.

Michael Graf: Die größte Stärke und größte Schwäche von Beyond Earth heißt Civilization 5. Denn der Weltraum-Ableger erbt dessen hervorragende Grund- und Kampfmechanik, nicht aber dessen Feinschliff, Civ 5 bleibt das rundere, das bessere Spiel. Zudem lässt Beyond Earth viele Chancen ungenutzt. Wie cool wär's gewesen, wenn die Aliens wie die Colonization-Indianer Stämme bilden würden? Wenn ich auch friedlich mit ihnen zusammenleben könnte, statt sie zwangsläufig ausradieren zu müssen? Oder wenn - man wird ja noch träumen dürfen - Firaxis tatsächlich ein vollwertiges Remake von Alpha Centauri gestrickt hätte?

Dass mir Letzteres ein Herzenswunsch wäre, fließt aber natürlich nicht in die Wertung ein, Beyond Earth stolpert über seine eigenen Fallstricke, entfaltet aber auch seine eigenen Reize. Die Affinitäten und Quests darf ein künftiges Civilization 6 gerne übernehmen - es macht einfach Spaß, meine Fraktion im Spielverlauf immer weiter zu individualisieren, auch wenn das bei den sehr unterschiedlichen Civ 5-Völkern sicher das Tor zur Balancing-Hölle öffnen würde. Sei's drum, wer Civ 5 noch nicht kennt, kauft gefälligst die Collection. Wer' s aber schon so viel gespielt hat, dass er sich fragt, warum der Küchenherd runde statt sechseckiger Kochfelder hat - der kann auch mit Beyond viele Tage und Wochen in fremden Welten versinken.

4 von 5

nächste Seite


zu den Kommentaren (95)

Kommentare(95)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.