Damit habe ich nicht gerechnet: Kopfhörer für nur 60 Euro zeigen, was zu dem Preis alles möglich ist

Nothing hat neue In-Ears in den Handel gebracht und ich bin erstaunt, was Geräte in dieser Preisklasse mittlerweile alles zu bieten haben.

Gute In-Ear-Kopfhörer für 60 Euro: Die CMF Buds 2 Plus haben mich überrascht. (Bild: GameStar Tech) Gute In-Ear-Kopfhörer für 60 Euro: Die CMF Buds 2 Plus haben mich überrascht. (Bild: GameStar Tech)

Der Londoner Hersteller Nothing hat kürzlich unter seiner Untermarke CMF neue Geräte veröffentlicht. Neben dem CMF Phone 2 Pro, welches von mir die Auszeichnung »Preis-Leistungs-Tipp« erhielt, gibt es auch zwei neue In-Ear-Kopfhörer.

Die CMF Buds 2 und Buds 2 Plus gibt es für 40 beziehungsweise 60 Euro. Vor allem die Buds 2 Plus gefallen mir wirklich gut – in erster Linie bin ich von ihrer umfangreichen Ausstattung im Hinblick auf den niedrigen Preis überrascht.

LDAC und Hi-Res-Zertifizierung, Spatial Audio, Hörprofile – dafür musste man vor ein paar Jahren noch deutlich mehr bezahlen.

Mein bisheriges Kopfhörer-Setup: AirPods Pro

Wenn ich nicht gerade Kabelkopfhörer verwende, nutze ich meine AirPods Pro der ersten Generation, für die ich 2020 noch weit über 200 Euro bezahlt habe.

Mit dem Klang bin ich allerdings nie richtig warm geworden, auch das ANC ist meiner Meinung nicht besonders gut. Im letzten Jahr konnte ich unter anderem die Nothing Ear (3) testen und war vor allem vom Klang begeistert.

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Die CMF Buds Pro 2 hatte ich ebenfalls schon in der Hand und fand vor allem den Drehknopf am Case, das »Smart Dial« zur Musiksteuerung, eine coole Sache.

Als Nothing mir zum CMF Phone 2 Pro auch die Buds 2 Plus geschickt hat, war ich neugierig auf die neuen Ohrhörer. Ich habe die In-Ears einige Zeit bei Gartenarbeit und Co. verwendet und muss sagen: Für 60 Euro ist das schon stark.

ANC und Transparenzmodus

Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) liegt nicht auf dem Top-Niveau von teureren Modellen wie den Nothing Ear (3) oder auch den Sony WF-1000XM5 – sie ist trotzdem ausreichend für Bus, Bahn und Co. und sogar etwas besser als die meiner älteren AirPods Pro.

Der Transparenzmodus ist nicht ganz so natürlich wie bei Apple, aber ebenfalls ausreichend gut, um Durchsagen zu hören oder sich mit anderen Personen zu unterhalten.

Umfangreiche Ausstattung

Zusätzlich gibt es eine Touchsteuerung, eine Akkulaufzeit von bis zu 8 1/2 Stunden sowie die Möglichkeit, zwei Geräte zeitgleich zu verbinden. Zudem ist ein Wasser- und Staubschutz nach IP55 an Bord.

Rein optisch unterscheiden sich die CMF Buds 2 Plus nicht von anderen In-Ears. Lediglich das Ladecase mit seinem Drehrad sticht hervor. (Bild: GameStar Tech) Rein optisch unterscheiden sich die CMF Buds 2 Plus nicht von anderen In-Ears. Lediglich das Ladecase mit seinem Drehrad sticht hervor. (Bild: GameStar Tech)

Was mir besonders gefällt, sind die vielen zusätzlichen Funktionen, die über die Nothing-App bereitstehen:

  • Spatial Audio verwandelt auf Wunsch Stereo- in virtuellen Surround-Klang. Das steht nicht jedem Stereomix, allerdings klingen einige Songs damit richtig gut – der Sound findet dann nicht nur seitlich, sondern auch vor einem statt.
  • Hörprofile: Davon bin ich ein großer Fan! Nach einem kurzen Hörtest kann man ein personalisiertes Klangprofil anlegen, bei dem Frequenzen verstärkt werden, die man nicht mehr so gut hört.
  • Equalizer und »Ultra Bass«: Der Klang kann ebenfalls den eigenen Vorlieben angepasst werden. Letztere Option bietet vor allem Bass-Fans einen ordentlichen Wumms im Ohr.
  • ANC in mehreren Stufen: Niedrig, Mittel, Hoch – weiterhin gibt es einen adaptiven Modus, bei dem die Geräuschunterdrückung in Echtzeit an die Umgebung angepasst wird.
  • Hochwertiger Audiocodec: Auf Wunsch kann der LDAC-Codec von Sony genutzt werden (nicht auf dem iPhone). Dieser arbeitet gegenüber AAC mit einer deutlich höheren Bitrate – überträgt unterm Strich also viel mehr Daten pro Sekunde und liefert so die bessere Audioqualität.
  • Modus mit niedriger Latenz: Ein praktisches Feature, wenn ihr die Kopfhörer fürs Gaming, Videoschnitt und Co. verwendet.
  • Trageerkennung und Passformtest: Die Trageerkennung kann optional abgeschaltet werden, daneben gibt es einen Passformtest. Damit stellt ihr fest, ob die Aufsätze richtig sitzen und den Gehörgang abdichten.

Über die App lassen sich viele der Einstellungen auch individuell anpassen – von der Touchsteuerung über die Klangprofile bis hin zu den ANC-Stufen. Das ist in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.

Klangqualität: Mehr als ordentlich für 60 Euro

Und der Klang? Der ist für diesen Preis mehr als annehmbar. Die CMF Buds 2 Plus bieten einen vollen Klang mit einer guten Portion Bass. Wer keine höchsten Ansprüche an die Audioqualität hat, bekommt hier ein gutes Soundpaket.

Versteht mich aber nicht falsch: Das hier soll keine Lobhudelei werden und deutlich teurere Premium-Modelle sind in den einzelnen Disziplinen auf jeden Fall besser. Ich finde ein solches Feature-Paket für 60 Euro dennoch wahnsinnig gut.

Auch wenn mich eine Sache ärgert: Die CMF Buds 2 Plus bieten wie die Buds Pro 2 ein Drehrad am Case und ich ging anfangs davon aus, dass es das Smart Dial ist.

Allerdings ist das nicht der Fall. Das Rad bietet lediglich zwei Löcher zur Befestigung eines Schlüsselbandes. Ansonsten kann man leider nicht einmal die Lautstärke mit ihm ändern – schade.

Klare Empfehlung?

Empfehle ich euch die Buds 2 Plus uneingeschränkt? Nein. Bestens geeignet sind sie aber, wenn ihr kein Vermögen für In-Ear-Kopfhörer ausgeben möchtet.

Für deutlich unter 100 Euro ist das schon ein starkes Gesamtpaket. Natürlich dürft ihr aber nicht die höchste Klang- sowie bestmögliche ANC-Qualität erwarten.

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