Guild Wars Reforged, die von den ursprünglichen Entwicklern (unter dem Namen »2weeks«) und ArenaNet betreute Überarbeitung des ersten Teils, hat Spielerzahlen erreicht, mit denen offenbar selbst das Studio nicht gerechnet hatte.
Während die Server aus allen Nähten platzen, kämpfen Rückkehrer und Neulinge jedoch nicht nur gegen Monster, sondern auch gegen eine überlastete Infrastruktur und kritische Bugs.
Ein Ansturm, mit dem niemand gerechnet hat
Dass ein zwei Jahrzehnte altes Online-Rollenspiel plötzlich wieder in den Steam-Charts klettert, ist selten. Doch genau das ist am Wochenende passiert. Während die Zahlen bereits am Freitag ordentlich aussahen, wurde dieser Wert am Samstag und Sonntag nochmals übertroffen. Laut SteamDB waren in der Spitze 5.634 Spieler gleichzeitig allein über Valves Plattform eingeloggt.
Dieser Wert ist trügerisch niedrig, wenn man bedenkt, dass der Großteil der Guild-Wars-Community traditionell den direkten Client nutzt und nicht über Steam spielt. Die tatsächliche Spielerzahl dürfte also ein Vielfaches betragen.
Wie voll es wirklich war, zeigte ein Blick in die Distrikte, also das Instanzierungssystem von Guild Wars. Beliebte Hubs wie Kamadan mussten in sieben Distrikte unterteilt werden, um die Spielermassen zu fassen.
Selbst das Startgebiet im »Pre-Searing« Ascalon, also vor der Zerstörung der Spielwelt im Tutorial-Bereich, wies zeitweise sechs voll besetzte Distrikte auf. Die Mischung aus Veteranen, die ihre alten Accounts reaktivierten, und kompletten Neulingen sorgte für eine Aufbruchstimmung, die viele seit Jahren nicht mehr im Spiel erlebt haben.
Und weil es sich gerade so schön anbietet, könnt ihr euch an dieser Stelle unsere Wertungskonferenz aus dem Jahr 2005 anschauen:
PLUS-Archiv
10:52
Guild Wars - Video-Special: Die Wertungs-Konferenz
Technik am Limit
Der Erfolg hat jedoch seinen Preis: ArenaNet musste bereits letzte Woche einräumen, dass der Spielerandrang die Erwartungen weit übertroffen hat. Als Reaktion darauf wurde die Server-Infrastruktur kurzfristig erweitert, um die Stabilität zu gewährleisten. Dennoch lief das Wochenende für viele nicht reibungslos.
Das wohl kurioseste und zugleich störendste Problem betraf die Wirtschaft im Spiel. Zahlreiche Spieler meldeten, dass die Händler im Spiel leere Inventare anzeigten.
- Weder der An- noch der Verkauf von Waren war möglich.
- Spieler konnten keine Preise für seltene Materialien, Farben oder Waffen-Upgrades abrufen. Der Handel kam stellenweise komplett zum Erliegen.
Die Situation sorgte für Verwirrung und Gerüchte im Chat. Einige Spielergruppen spekulierten fälschlicherweise, ArenaNet habe Händler für neue Accounts absichtlich gesperrt, um Gold-Selling oder Bots vorzubeugen. Dies stellte sich jedoch schnell als technischer Fehler heraus, der alle Spieler gleichermaßen betraf.
Zusätzlich zu den Problemen im Spiel gab es Schwierigkeiten mit Steam-Käufen. Das »Bonus Mission Pack« und andere DLC-Inhalte wurden nach dem Kauf bei vielen Nutzern nicht korrekt im Account freigeschaltet.
Reaktion der Entwickler und aktueller Stand
ArenaNet reagierte über den offiziellen X-Account auf die Beschwerden:
Link zum Twitter-Inhalt
»Wir sind uns bewusst, dass einige über Steam gekaufte DLCs nicht wie erwartet freigeschaltet werden und Händler im Spiel leere Inventare anzeigen. Unser Team untersucht beides und wir danken euch für eure Geduld.«
Auf der offiziellen Webseite führt das Studio inzwischen eine Liste der bekannten Probleme. Dazu gehören neben den Händler-Bugs auch:
- Fehler bei Charakter-Slots
- Einfrieren des Clients
- Probleme beim Einlösen von Produktschlüsseln
Gibt es Entwarnung? Stand heute Morgen scheinen die Händler wieder ihren Dienst verrichten zu können. Tests zeigten gefüllte Inventare und funktionierende Transaktionen. Ob dies eine dauerhafte Lösung ist oder nur daran liegt, dass die Serverlast am Vormittag geringer ist, bleibt abzuwarten.
Wenn ihr plant, euch in den kommenden Tagen in Tyria einzuloggen, solltet ihr euch auf volle Städte und eine aktive Gruppensuche freuen können – etwas, das in einem Spiel dieses Alters keine Selbstverständlichkeit ist. Allerdings müsst ihr auch weiterhin mit kleineren Aussetzern rechnen, bis ArenaNet die Kapazitäten vollständig an den neuen Bedarf angepasst hat.

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