Der Start von Crimson Desert am 19. März 2026 glich einer Achterbahnfahrt, bei der die Bremsen erst im letzten Moment griffen.
Nach sieben Jahren Entwicklung und einer Transformation vom Online-Rollenspiel zum Singleplayer-Epos waren die Erwartungen gigantisch. Doch unmittelbar nach der Veröffentlichung sah es kurzzeitig so aus, als würde das ehrgeizige Projekt von Pearl Abyss unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen.
Die ersten User Reviews auf Steam pendelten sich bei »Ausgeglichen« ein - mutmaßlich ein Schock für die Entwickler. Viele Spieler zeigten sich frustriert von der sperrigen Steuerung und einem Einstieg, der niemanden an die Hand nahm. Doch nur fünf Tage später hat sich das Blatt gewendet.
Blendende Verkaufszahlen und ein Stimmungsumschwung
Am 24. März 2026 vermeldete Pearl Abyss offiziell, dass bereits drei Millionen Exemplare von Crimson Desert verkauft wurden. Parallel dazu kletterten die Steam-Reviews zuletzt auf beachtliche 75 Prozent positive Wertungen von zwischenzeitlich 58 Prozent.
Beschränkt man die Auswahl auf englischsprachige User-Tests, steigt der Durchschnitt sogar auf »Sehr positiv« mit 75 Prozent Zustimmung. Deutschsprachige Käufer empfehlen das Action-Adventure sogar zu 82 Prozent weiter.
Während die Finanzmärkte nervös reagierten und der Aktienkurs des Studios zeitweise einbrach, blieben die Spieler am Ball. Spitzenwerte von fast 250.000 gleichzeitig aktiven Nutzern auf Steam verdeutlichen, dass das Interesse an der Welt von Pywel ungebrochen ist.
Der Grund für die anfängliche Skepsis liegt wohl auch in der Struktur des Spiels. Crimson Desert leidet unter einer massiven Einstiegshürde. In den ersten Stunden wirkt das System aus physikbasierten Kämpfen und einer überladenen Benutzeroberfläche oft abschreckend.
Wer jedoch Geduld aufbringt und die ersten zehn bis 15 Stunden hinter sich lässt, entdeckt eine Tiefe, die viele Beobachter an das Liebhaberspiel Dragon’s Dogma erinnert. Das Spiel belohnt Ausdauer überproportional, wie auch unser Test feststellt. Sobald die Spielmechaniken in Fleisch und Blut übergegangen sind, weicht der Frust einer Faszination für die Sandbox-Elemente.
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Crimson Desert: Wir kämpfen gegen den Boss Tenebrum und die fummelige Steuerung
Patch 1.00.03 als entscheidender Wendepunkt
Ein wesentlicher Faktor für den Wandel in der Betrachtung war zudem die schnelle Reaktion der Entwickler. Mit dem Patch 1.00.03 adressierte Pearl Abyss nur vier Tage nach Release die größten Kritikpunkte der Community.
- Die Einführung privater Lagerkisten beendete den nervigen Verkaufszwang durch begrenzten Inventarplatz.
- Zusätzliche Schnellreisepunkte und eine verbesserte Reaktionszeit bei der Steuerung sorgten dafür, dass sich das Spiel deutlich flüssiger anfühlt.
Mit dieser Agilität haben die Entwickler in der Community offenbar viel Vertrauen zurückgewonnen. Trotzdem bleiben Schattenseiten. Die Kontroverse um nicht deklarierte, durch künstliche Intelligenz generierte Grafikelemente sorgte für Unmut. Auch die technische Kluft zwischen dem PC und den Basis-Konsolen ist spürbar.
Dennoch überwiegt derzeit die Begeisterung über das mutige Spieldesign. Crimson Desert hat bewiesen, dass ein sperriger Start kein K.o.-Grund sein muss.
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