Platz 11: The Legend of Zelda
Releasejahr: 1986 | Plattform: NES
Tristan Gudenrath: Als The Legend of Zelda 1986 für das NES erschien, war es ohne Zweifel ein starkes Stück Technik. Heute würde man das Spiel einem Grafik-Narr wohl nicht mehr empfehlen, obwohl es aufgrund der groben Pixeloptik erstaunlich gut gealtert ist. Auch die kaum existierende Story ist wohl kein Grund, das Spiel nochmal aus dem Schrank zu holen. Doch bei einer Sache kann das Zelda-Debüt auch heute noch mithalten: dem Gameplay.
Es ist simpel und leicht zu erlernen. Zwar fühlt es sich anfangs etwas klobig an, doch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase funktioniert alles flüssig und intuitiv. Ihr schlitzt, bombt und zaubert euch durch Hyrule, als hättet ihr nie etwas anderes gemacht.
Euer Ziel ist es, insgesamt neun Dungeons zu finden und zu meistern, um zum Schluss dem bösen Ganon die Leviten zu lesen. Dafür müsst ihr allerdings eine starke Lernkurve meistern, denn die letzten Dungeons und Bosse sind gnadenlos. Außerdem ist es ohne Komplettlösung extrem fordernd, alle Dungeons zu finden. Wer am Ende Ganon den Todesstoß verpasst, wird ein Gefühl der Zufriedenheit verspüren, das bei mir nicht mal ein Dark-Souls-Boss erzeugen kann.
The Legend of Zelda hat eine Qualität, die heute nur noch wenige Spiele besitzen: Es macht immer mehr Spaß, je öfter man es spielt. Während der erste Durchlauf zuweilen wirklich frustrierend sein kann, ist das ab dem zweiten Mal kaum noch der Fall. Außerdem findet man immer wieder Geheimnisse wie versteckte Räume, die einem auch beim zigsten Durchlauf wieder Oh, das ist ja cool
-Momente bescheren.
Ursprünglich habe ich das Spiel gestartet, weil es mich auf den ersten Blick an mein Lieblingsspiel The Binding of Isaac erinnert hat. Es gibt Bomben, Schlüssel, Dungeons und man muss gut ausweichen können. Tatsächlich war es das dann aber auch schon mit den Ähnlichkeiten. Trotzdem habe ich mich in The Legend of Zelda verliebt und vielleicht tut ihr es ja bald auch.
Platz 10: Skyward Sword
Releasejahr: 2011 | Plattform: Wii
Alexander Bernhardt: Skyward Sword kam im Rentenalter der Wii heraus - und es war ein würdiger Abschluss für die gefeierte Familienkonsole! Das Spiel hat uns endlich die Vorgeschichte zu der mehr als verwirrenden Timeline der Zelda-Titel geliefert - manche Fragen wurden endlich aufgelöst, beispielsweise auch die Entstehung des sagenumwobenen Master-Schwerts.
Die Bewegungssteuerung der Wii war dagegen eine coole Idee, wenn auch nicht immer sehr präzise. Aber wenn man dann auf seinem treuen Vogel durch die Lüfte gleitet, ist das auch schnell wieder vergessen.
Apropos: Die fliegenden Inseln waren ein genialer Zusatz, der die Boden-Gebiete aber nicht ersetzt hat. Das dachte sich wohl auch Nintendo, denn in Tears of the Kingdom sind schwebende Erdbrocken ja auch wieder dabei.
Platz 9: A Link Between Worlds
Releasejahr: 2013 | Plattform: Nintendo 3DS
Heiko Klinge: Direkte Nachfolger wie Majora’s Mask zu Ocarina of Time oder jüngst Tears of the Kingdom zu Breath of the Wild sind in der Zelda-Reihe die Ausnahme. Und selbst unter diesen Ausnahmen hat The Legend of Zelda: A Link Between Worlds eine absolute Ausnahmestellung, führt es doch die Handlung des legendären A Link to the Past fort und das ganze 22 Jahre nach Erscheinen des SNES-Klassikers.
Tatsächlich habe ich mich seinerzeit mit A Link to the Past in die Zelda-Reihe verliebt. Die NES-Spiele sahen mir als Amiga-Snob zu hässlich aus, ihre Faszination konnte sich mir zumindest beim Zuschauen nicht erschließen. Bei A Link to the Past war das anders: Hier habe ich beim Blick auf den Fernseher des Kumpels sofort verstanden, warum das großartig ist.
Kein Wunder also, dass A Link Between Worlds 2013 bei mir offene Nostalgie-Türen einlief. Und Nintendo wusste ganz genau, welche Knöpfe sie bei Liebhabern des Originals drücken mussten. Die Welt entspricht in großen Teilen der des Vorgängers, ich wache zu Beginn der Story sogar in der gleichen Hütte auf.
Und die Optik setzt zwar auf 3D, fängt den unverwechselbaren Draufsicht-Knuddelstil des SNES-Vorgängers aber trotzdem perfekt ein. Größte und durchaus diskutable Neuerung: Statt mir alle Items und Fähigkeiten mühsam nach und nach erarbeiten zu müssen, habe ich dieses Mal direkt alle zur Verfügung. Einerseits gibt mir das mehr Freiheit beim Erkunden der Welt, andererseits habe ich schon das Gefühl vermisst, mir Hyrule erst nach und nach erschließen zu müssen.
Dennoch haben sich meine Abenteuer in A Link Between Worlds wie ein Nachhausekommen angefühlt, weshalb dieser ungewöhnliche Nachfolger aus meiner Sicht zu Recht in unseren Top 10 steht.
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