Ich erwache an einem unbekannten Ort. Um mich herum stehen unbekannte Leute, die von mir verlangen, dass ich eine Operation durchführe. Auf dem OP-Tisch liegt eine junge Frau mit einem Alien im Bauch. Hah! Ich habe schon genug Alien-Filme gesehen, um zu wissen, wie das ausgeht – ich mach besser die Fliege. Ich renne zum Ausgang. BÄM – Kugel im Kopf.
Ich erwache an einem unbekannten Ort. Um mich herum stehen unbekannte Leute ... Moment mal! Das kenn ich doch schon. Ein zweites Mal lass ich mich nicht erschießen! Ich entwaffne den grimmig dreinblickenden Mann – BÄM, die Waffe explodiert in meiner Hand.
Ich erwache an einem unbekannten Ort. Was?! Schon wieder?! Oh nein, ich bin in einer Zeitschleife gefangen. Da, der Ausgang! So komme ich bestimmt aus dieser Situation heraus. Kurz die Augen in den Retina-Scanner halten. BÄM – Nadel durch den Kopf.
Ich erwache an einem unbekannten Ort ... immer und immer und immer wieder. Der interaktive Sci-Fi-Film Dead Reset beeindruckt mich innerhalb weniger Minuten mit seinem flotten Pacing, dem charmanten B-Movie-Flair und all den Entscheidungen, die mich in blutige und überdrehte Tode stürzen. Es fühlt sich ein bisschen verboten an, aber ich habe den Spaß meines Leben
Und nun, was tut ihr?
- »Ich möchte wissen, worum es in Dead Reset geht.«
- »Ich möchte wissen, warum Dead Reset Natalie so viel Spaß bereitet. Es ist schließlich nur ein interaktiver Film.«
Was ist Dead Reset überhaupt?
Im interaktiven Film Dead Reset schlüpfe ich in die Rolle von Cole, der in einer unbekannten Forschungsstation erwacht und sich an nichts erinnern kann. Sein Ziel: Dem Alien und den merkwürdigen Leuten entkommen und überleben. In etwa drei Stunden Spielzeit treffe ich wichtige Entscheidungen, die mich entweder meiner Rettung näher bringen – oder mich in den sicheren Tod stürzen.
Aber der Tod ist nicht das Ende: Cole hat nämlich eine besondere Fähigkeit und wird nach seinem Ableben an einen früheren Zeitpunkt zurückgesetzt. So kann ich unterschiedliche Herangehensweisen ausprobieren und grabe mich tiefer in die Hintergründe der Forschungsanlage, der Charaktere und der mysteriösen Fähigkeit.
Die anderen Crew-Mitglieder genießen übrigens keinen besonderen Schutz – wenn ich eine Situation falsch einschätze, dann muss ich zusehen, wie das Alien einen nach dem anderen verspeist. Gleichzeitig spinnen sie kleine Intrigen. Wem schenke ich mein Vertrauen? Der unschuldig dreinblickenden Fearne? Oder soll ich lieber strategisch vorgehen und mich an die Person klammern, die mich am ehesten aus dieser Hölle rausbringen kann?
In meinem ersten Durchlauf hat nur eine Person überlebt. Das Spiel bietet insgesamt aber vier unterschiedliche Enden und ich will noch unbedingt herausfinden, ob es mir gelingt, meine Lieblinge zu retten – und ob es ein Ende gibt, dass noch schlimmer ist.
Charmant-trashige Popcorn-Unterhaltung
Dead Reset erinnert mich auf die beste Art an Sci-Fi-Filme der 80er-Jahre. Es hat das düstere Setting eines Alien – inklusive außerirdischer Kreatur, aber alles in charmanter B-Movie-Qualität. Das Monster sieht ein bisschen zu trashig aus, die Charaktere und Dialoge sind ein bisschen zu überzeichnet, die Story ein bisschen zu sehr an den Haaren herbeigezogen – und ich liebe alles daran!
Das FMV-Spiel nimmt sich selbst nicht zu ernst und liefert damit drei Stunden lang pure Unterhaltung ab. Ich sehe dabei zu, wie Cole ein ums andere Mal auf die grausamsten Arten vom Alien zerfleischt wird, weil ich die falsche Entscheidung getroffen habe. Auch die Crew-Mitglieder sterben wie die Fliegen, weil ich viele der Konsequenzen nicht vorhersehen kann.
Es fühlt sich so unglaublich falsch an, Spaß mit dem Spiel zu haben – aber Dead Reset fällt einfach in die perfekte Nische unterhaltsamer Slasher-Filme, die trotz eines sehr makabren Themas und grausamster Darstellungen eine gewisse Leichtigkeit mit sich bringt.
Die Story zieht mich schnell in ihren Bann und die Charaktere wachsen mir ans Herz. »Och, die mag ich voll«, denk ich mir nach einem der Dialoge ... und schneller als ich blinzeln kann, streiche ich eins der Crew-Mitglieder wieder von der Liste der Überlebenden.
Erwartet aber nicht zu viel Gameplay: Dead Reset ist in seinem Kern ein Film. Ich schaue mir unterschiedliche Abfolgen von Szenen an und kann nur an bestimmten Punkten entscheiden, wie es weitergeht. Insgesamt hat das FMV-Spiel mehr als 300 Szenen und vier unterschiedliche Enden, die ich in mehreren Durchgängen freispielen kann.
Wenn ihr Wert auf Gameplay legt, dann ist Dead Reset eher nichts für euch. Wenn ihr euch von gutem Trash-Horror berieseln lassen und nebenbei Popcorn mampfen wollt, dann seid ihr hier gut aufgehoben. Wobei das mit dem Popcorn vielleicht keine so gute Idee ist ...
An dieser Stelle eine fette Warnung: Wenn ihr kein Gore sehen könnt, dann lasst die Finger von Dead Reset. Hier seht ihr sehr viel Blut, Gedärme, Operationen, Wirbelsäulen, und und und. Und das Ganze eben nicht in Spielgrafik, sondern als Live-Action.
Noch unsicher? Auf Steam könnt ihr aktuell eine kostenlose Demo ausprobieren, falls ihr schauen wollt, ob Dead Reset etwas für euch ist. Auf Steam könnt ihr außerdem ein 4K-Pack runterladen, um mit noch besserer Auflösung zu spielen.
Dead Reset mag das Genre der interaktiven Filme nicht revolutionieren – und auch die Idee mit der Zeitschleife ist alles andere als neu. Aber mich hat das kleine Spielchen von Entwickler Dark Rift Horror und Wales Interactive aus dem Nichts vom Hocker gerissen. All die Entscheidungen, Charaktere, die Story und der überdrehte Body-Horror weben einen intensiven Kokon um mich, der mich erst ausspuckt, als die Credits laufen.
Wenn ihr einen starken Magen habt, dann kann ich euch Dead Reset nur ans Herz legen. Es eignet sich auch fantastisch für einen gemeinsamen Halloween-Filmabend mit Freunden!
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