»Der Epic Store ist nichts für Indie-Entwickler«, sagt der Marketing-Chef von Slitherine

In einem Interview mit der italienischen Webseite Everyeye verriet Marco Minoli von Slitherine, was er vom Epic Store hält und was den digitalen Vertrieb aktuell auszeichnet.

von Fabiano Uslenghi,
29.05.2019 17:00 Uhr

Laut des Marketingleiters Marco Minoli von Slitherine ist der Epic Store für Indie-Entwickler keine Alternative zu Steam. Laut des Marketingleiters Marco Minoli von Slitherine ist der Epic Store für Indie-Entwickler keine Alternative zu Steam.

Epic Store oder Steam? Das ist eine Frage, mit der sich zur Zeit nicht nur Spieler auseinandersetzen müssen, sondern auch Entwickler und Publisher. In den letzten fünf Monaten ist Entwickler Epic Games mit seinem eigenen digitalen Store auf den Vertriebsmarkt vorgestoßen und hat dabei besonders aufgrund der Exklusivdeals für Spiele wie Borderlands 3, Metro: Exodus oder Anno 1800 unter Spielern viele Kritiker auf den Plan gerufen.

Marco Minoli ist Marketingleiter beim britischen Entwicklerstudio und Publisher Slitherine (Panzer Corps, Battlefield Academy) und hat damit noch einmal eine andere Perspektive auf den Konkurrenzkampf zwischen Neuling Epic und Platzhirsch Steam. In einem Interview mit dem italienischen Fachmagazin Everyeye stellte er sich einigen Fragen zu dem Thema und offenbarte dabei ein paar interessante Einblicke hinter die Kulissen. So soll der Epic Store seiner Meinung nach etwa für Indie-Entwickler keine sinnvolle Option sein.

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Zu wenig Unterstützung für kleine Teams

Minoli sieht das größte Problem des Epic Stores in seiner Nachhaltigkeit. So soll die geringere Gewinnbeteiligung für Epic im Vergleich zu Steam momentan für Entwickler noch von Vorteil, für Epic aber nur aufgrund der Feature-Armut überhaupt rentabel sein.

"Es ist klar, dass sie mit einem Geschäft ohne Features, ohne Suchleiste, ohne Foren, ohne Achievements sehr niedrige Kosten haben, da sie in die Verwaltung nicht viel Geld investieren müssen. "

Doch dabei handelt es sich nur um die Features, die direkte Vorteile für den Kunden bieten. Allerdings soll der Epic-Store auch von Entwickler-Seite zu wenig Unterstützung liefern, um ihn für Indie-Entwickler interessant zu machen. Es gäbe keine reale Person, die ihnen hilft. Wenn es diese Strukturen bei Epic gäbe, dann wäre er mit der Gewinnbeteiligung von 12 Prozent finanziell nicht mehr zu stemmen. Außerdem wolle Epic ohnehin lediglich 100 Spiele pro Jahr veröffentlichen, weshalb viele unabhängige Entwickler lieber bei Steam oder anderen Stores blieben.

"Kurz gesagt, der Dienst, den Epic jetzt anbietet, ist nichts für Indie-Entwickler. "

Nichtsdestotrotz sind im aktuellen Angebot von Epic nicht nur Spiele von großen Publishern und Entwicklerstudios. Auch Spiele von kleineren Studios wie das deutsche Roguelike Genesis Alpha One finden sich bei Epic im Angebot. Warum genau sich das Team gegen Steam entschieden hat, verraten sie uns in einem Video-Interview, dass GameStar-Plus-Abonnenten hier anschauen können:

Das erste deutsche Spiel im Epic Store - Warum Genesis Alpha One auf Steam verzichtet - GameStar TV PLUS 26:44 Das erste deutsche Spiel im Epic Store - Warum Genesis Alpha One auf Steam verzichtet - GameStar TV


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