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Bei Netflix läuft ab sofort ein Oscar-prämiertes Meisterwerk aus Japan, auf das ich Jahre gewartet habe

Mehr als ein Jahr nach dem japanischen Kinostart erscheint der neuste Ghibli-Film, Der Junge und der Reiher, endlich auf Netflix. Jesko verrät euch, warum ihr den Streifen keinesfalls verpassen solltet.

Der Junge Mahito (rechts) wird von einem mysteriösen Graureiher verfolgt. Games-Redakteur Jesko findet die Jagd ins Märchenland klasse. Bilder: Studio Ghibli. Der Junge Mahito (rechts) wird von einem mysteriösen Graureiher verfolgt. Games-Redakteur Jesko findet die Jagd ins Märchenland klasse. Bilder: Studio Ghibli.

Die Filme des japanischen Animationsstudios Ghibli gehören für mich zu dem Schönsten, was das Medium Film überhaupt zu bieten hat. Sie sind märchenhaft, beflügeln die Fantasie, rühren mich zu Tränen und sind obendrein bis ins letzte Detail von Hand gezeichnet.

Im reifen Alter von 82 Jahren hat Regie-Legende Hayao Miyazaki 2023 tatsächlich nochmal einen neuen Film veröffentlicht. Werbung im Vorfeld gab es keine, trotzdem startete Der Junge und der Reiher mit einem Rekord-Einspielergebnis von 13,2 Millionen US-Dollar - für einen Anime enorm viel. Obendrein sahnte der Film prompt einen Oscar als bester animierter Spielfilm ab.

Mich hat der Film so sehr fasziniert, dass ich ihn gleich zweimal im Kino sehen musste. Grund genug also, dem Streifen zum Netflix-Start eine Chance zu geben, selbst wenn ihr dem Medium Anime sonst eher kritisch gegenübersteht.

Jesko Buchs
Jesko Buchs

Jesko kommt aus der Vulkaneifel und hat in Trier, München und Tokyo Medienwissenschaften und Journalismus studiert. Seine Redakteursausbildung absolvierte er an der Deutschen Journalistenschule. Den ersten Kontakt mit dem Medium Anime hatte er als Kind mit dem Ghibli-Klassiker Chihiros Reise ins Zauberland – und brauchte nach dem gruseligen Ausflug in die japanische Geisterwelt erstmal eine Anime-Pause. Heute liebt Jesko die japanischen Filme und Serien jedoch über alles. Sein Ghibli-Favorit: Prinzessin Mononoke.

Worum geht's?

Der Junge und der Reiher erzählt die Geschichte des Jungen Mahito, der in den Wirren des Zweiten Weltkriegs seine Mutter verliert. Mahitos Vater, ein Flugzeugingenieur, heiratet erneut und zieht mit dem Jungen aufs Land. Doch mit der neuen Umgebung kann Mahito nicht viel anfangen – in der Schule wird er gehänselt, das Verhältnis zur neuen Stiefmutter ist angespannt.

Und dann ist da auch noch ein mysteriöser Fischreiher, der es aus irgendeinem Grund auf Mahito abgesehen zu haben scheint und versucht, den Jungen zu einem alten Turm im Wald locken. Die Hausdamen und seine Stiefmutter halten Mahito allerdings davon ab, das Gebäude zu betreten.

Als die Stiefmutter eines Tages verschwindet, folgt Mahito dem Vogel dennoch zum Turm, denn der Reiher verspricht, dass er dort seine echte Mutter wiederfinden würde. Doch stattdessen findet sich Mahito plötzlich in einer magischen Welt zwischen Leben und Tod wieder, in der menschenfressende Vögel ihr Unwesen treiben.

Video starten 1:18 Der Junge und der Reiher - Studio Ghiblis neustes Meisterwerk startet im Oktober auf Netflix

Das ist noch echte Handarbeit

Tatsächlich ist Magie ein gutes Stichwort, um »Der Junge und der Reiher« zu beschreiben. Mit seiner märchenhaften Handlung, den wunderschönen, handgezeichneten Bildern und dem gewohnt gefühlvollen Klassik-Soundtrack von Miyazakis Stammkomponist Joe Hisaishi illustriert der Film eindrücklich, warum so viele Menschen die Werke des Studio Ghibli lieben.

So etwas 2024 noch erleben zu dürfen, ist keine Selbstverständlichkeit; setzen doch in den letzten Jahren immer mehr Anime-Studios auf kostengünstige Computeranimation. Das traurige Ergebnis: liebloser CGI-Einheitsbrei. Umso deutlicher hebt sich Der Junge und der Reiher davon mit seinem detailverliebten Zeichenstil ab.

Sollte der Film tatsächlich Miyazakis letztes großes Werk gewesen sein - der Jüngste ist er ja schließlich nicht mehr - wäre dem Regisseur hier ein traumhafter Abschied gelungen. Gerüchten zufolge arbeitet der Anime-Meister allerdings schon an einem neuen Film.

Jedes Bild in einem Ghibli-Film ist liebevoll von Hand gezeichnet. Als Bogenschütze hat es mir vor allem eine Szene mit einem japanischen Langbogen angetan. Bild: Studio Ghibli. Jedes Bild in einem Ghibli-Film ist liebevoll von Hand gezeichnet. Als Bogenschütze hat es mir vor allem eine Szene mit einem japanischen Langbogen angetan. Bild: Studio Ghibli.

Mir persönlich konnte »Der Junge und der Reiher« obendrein einen großen Traum erfüllen. Als eingefleischter Ghibli-Fan wollte ich immer schon einen neuen Film des Studios auf der großen Leinwand sehen. Denn die Filme von Hayao Miyazaki haben mich seit meiner Kindheit geprägt und ihren Teil dazu beigetragen, meine Begeisterung für Japan und seine Kultur zu wecken.

Während eines Auslandssemesters in Tokyo wurde dieser Traum dann endlich wahr. Pünktlich zum Beginn meines Japan-Aufenthalts startete nach 10 Jahren! ein neuer Ghibli-Film in den japanischen Kinos. Zwar habe ich beim ersten Ansehen dank fehlender Untertitel nur ungefähr zwei Drittel der Dialoge verstanden; das Erlebnis wird mir jedoch immer in unvergesslicher Erinnerung bleiben.

Wo könnt ihr den Film anschauen?

Ab dem 07. Oktober 2024 ist Der Junge und der Reiher weltweit beim Streaming-Anbieter Netflix verfügbar. Das günstigste Abo (mit Werbung) bekommt ihr dort bereits am 5 Euro. Die einzigen Länder, in denen der Film nach bisherigem Stand nicht bei Netflix abrufbar sein wird, sind die USA und Japan - dort halten andere Anbieter die Streaming-Rechte.

Solltet ihr den Film lieber physisch eurer Sammlung hinzufügen wollen, könnt ihr euch »Der Junge und der Reiher« bereits seit August auf DVD und Blu-Ray sichern.

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