50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Die deutsche Kult-Komödie Der Schuh des Manitu ist ab sofort auf Disney Plus - und besser gealtert, als ihr denkt

Für Redakteurin Steffi steht schon fest, welchen Stream sie am Wochenende anschaut: Die Bully-Komödie bringt sie heute noch zum Lachen.

Ein selbst erklärter Experte im Spurenlesen und ein grantiger Möchtegern-Weiberheld: Die beiden Hauptfiguren in Schuh des Manitu. Bild: Constantin Film Ein selbst erklärter Experte im Spurenlesen und ein grantiger Möchtegern-Weiberheld: Die beiden Hauptfiguren in Schuh des Manitu. Bild: Constantin Film

»Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!« ist ein magischer Satz: Er passt wunderbar in fast jede Lebenslage und löst bei Ü30-Jährigen mit hoher Wahrscheinlichkeit wilde Flashbacks in die 2000er aus. 

Für die Jüngeren unter euch: Damals wollten wir krasse Pferde kaufen, haben auf Familienfeiern »Noch ein Bruder!« gebrüllt und gedroht, den Klappstuhl auszugraben. Und schuld daran war eine Komödie, die damals ganz Deutschland fest im Griff hatte: Der Schuh des Manitu von Michael »Bully« Herbig.

Hier der Trailer von anno 2001:

Video starten 1:11 Der Schuh des Manitu: Deutsche Kult-Komödie ist jetzt bei Disney Plus, hier der Original-Trailer

Ab sofort steht der Film als Stream bei Disney Plus bereit. Egal, ob ihr ihn damals im Kino gesehen habt oder euch jetzt völlig verwirrt fragt, was zum Geier es mit dem Klappstuhl auf sich hat – ich verrate euch, warum sich die anderthalb Stunden Laufzeit am Wochenende lohnen.

Stephanie Schlottag
Stephanie Schlottag

Steffi hat einen sehr speziellen Sinn für Humor (womit nicht automatisch ein besonders guter gemeint ist). Der typische Marvel-Humor verursacht bei ihr Hautausschlag, die meisten Komödien lassen sie völlig kalt, aber bei alten Filmen wie Der Wixxer und Die Nackte Kanone lacht sie Tränen. Nein, sie versteht es selber nicht.

Parodie und Liebeserklärung zugleich

Die Story des Films lässt sich schnell zusammenfassen: Abahachi (Michael Herbig) leiht sich Geld, um damit ein Lokal zu kaufen. Allerdings zieht ihn dabei der schmierige Anzugträger Santa Maria (Sky du Mont) über den Tisch und lässt es so aussehen, als habe er einen Häuptlingssohn ermordet. Zum Glück steht Abahachis Blutsbruder Ranger (Christian Tramitz) treu zu ihm. Gemeinsam reiten sie nun durch die Prärie und suchen einen alten Schatz, mit dem Abahachi seine Schulden bezahlen könnte.

Um an die passende Schatzkarte zu kommen, müssen die beiden Möchtegernhelden mit bayerischer Mundart erstmal drei alte Bekannte von Abahachi finden: die wunderschöne Sängerin Uschi (Marie Bäumer), den fröhlichen Tavernenwirt Dimitri (Rick Kavanian) und Abahachis fabelhaften Zwillingsbruder Winnetouch (nochmal Michael Herbig). 

In der Rolle als aalglatter Oberschurke Santa Maria glänzt Sky du Mont. Bild: Constantin Film In der Rolle als aalglatter Oberschurke Santa Maria glänzt Sky du Mont. Bild: Constantin Film

Der Film nimmt sich und sämtliche Charaktere nicht eine Sekunde lang ernst und genau das liebe ich so daran: Es ist unheimlich erfrischend, diesen alten Humor mal wieder zu erleben, dem man inzwischen kaum noch begegnet. Marvels »Bathos« dominiert einfach. Ihr wisst schon, jemand sagt oder tut etwas Dramatisches, im nächsten Moment fällt ein ironischer Spruch oder es passiert etwas Lächerliches, harhar. Bloß nie zu weit in Richtung Ernsthaftigkeit oder Humor abdriften, immer schön im Mittelfeld.

Für mich ist das einfach nichts. Die Witze in Schuh des Manitu sind simpel, aber hey, das zündet bei mir eben. Es muss nicht immer feinsinnigste Satire sein.

Ist der Film rassistisch/homophob/sexistisch? Ich habe natürlich nicht die Autorität, darüber final zu entscheiden, das dürft ihr gern selber tun. Zumindest meine persönliche Meinung möchte ich teilen: Nein, in meinen Augen nicht.

Erstens, weil der Film eben nicht den historischen Wilden Westen auf den Arm nimmt, sondern dessen völlig verzerrte Darstellung in der deutschen Literatur und Filmkultur. Gleichzeitig zelebriert der Film aber durchaus auch mit einer gewissen Liebe die Musik, die Kostüme und Klischees der alten Winnetou-Teile.

Winnetouch ist eine wunderbare Abrechnung mit dem Filmklischee des »stoischen Indianers«. Und definitiv mein Lieblingscharakter. Bild: Constantin Film Winnetouch ist eine wunderbare Abrechnung mit dem Filmklischee des »stoischen Indianers«. Und definitiv mein Lieblingscharakter. Bild: Constantin Film

Zweitens, weil die Witze gegen alle gleichermaßen gehen – und niemals böswillig gegen Minderheiten schießen. Nur als Beispiel: Winnetouch ist natürlich eine völlig überzeichnete Karikatur, aber gleichzeitig vermittelt der Film nie, dass daran irgendetwas falsch wäre. Er ist offen schwul, stereotyp feminin, liebt Rosa und kriegt bei Aufregung Stresspusteln. Na und? Für mich ist er eindeutig die coolste Socke im ganzen Film!

Kleiner Spoiler zu dieser Figur:

Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler

Spoiler anzeigen

Winnetouch bekommt ein Happy End und bleibt mit dem Mann zusammen, den er im Film kennengelernt hat. Und das lange bevor glückliche homosexuelle Beziehungen in den meisten Mainstream-Filmen überhaupt gezeigt wurden!

Niemand sagt, dass sich alle realen schwulen Menschen so verhalten. Wer sich wegen solcher überzogener Darstellungen in einer Komödie irgendwelche homophoben Vorurteile aufbaut, dem ist ganz einfach nicht mehr zu helfen. 

Nach dem Schuh ist noch nicht Schluss!

Nach den Monaten des großen Kinoerfolgs war es lange völlig still um Der Schuh des Manitu, bis es dann im Jahr 2017 eine kleine Fortsetzung in Bullyparade - Der Film gab. Darin sind Abahachi und Ranger erstmal bitterlich zerstritten, aber natürlich brechen sie wieder gemeinsam auf ein Abenteuer auf. 

Vor einigen Monaten kam dann die überraschende Ankündigung: Es kommt noch eine richtige Fortsetzung! Der neue Kinofilm heißt Das Kanu des Manitu, stammt wieder von Herbig und soll 2025 starten. Einen Trailer gibt’s noch nicht, aber wir wissen schon, dass Herbig, Tramitz und Kavanian in ihre Rollen zurückkehren.

Der Schuh des Manitu ist bei Disney Plus ausschließlich auf Deutsch verfügbar, Untertitel gibt’s keine – ein bisschen Kenntnis des bayerischen Dialekts hilft euch also ungemein weiter. Mit knapp anderthalb Stunden Laufzeit ist es ein recht kurzes Vergnügen. Freigegeben ist der Film ab 12, aber viele Gags richten sich eindeutig an Erwachsene.

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