Silent Hill, Resident Evil, Dead Space. Das sind nur einige der größten Namen, wenn es um Horrorspiele geht. Diese drei Franchises haben darüber hinaus noch mehr gemeinsam. Im Kampf gegen bluthungrige Monstrositäten drücken sie euch eine mal mehr, mal weniger große Auswahl aus Waffen in die Hand.
Egal ob gegen Eisenrohr, Magnum oder Plasma Cutter: Fiese Viecher ziehen am Ende in Spielen doch meist den kürzeren. Und ich verstehe den Reiz daran, bis an die Zähne bewaffnet durch düstere Gassen zu schleichen. Es fühlt sich triumphal an, den Monstern, die einem anfangs noch ein Schreien nach Mama entlockt haben, endlich eine ordentliche Ladung Schrot in ihre Visage ballern zu können.
Mein Angstzentrum wird aber am meisten von Horrorspielen gekitzelt, die ganz auf solche Verteidigungsmöglichkeiten verzichten – das ist meine Komfortzone!
Die Angst muss mitspielen
Eigentlich ist es ganz einfach: In Horrorspielen will ich Angst haben. Ich will den Rechner am liebsten jede Minute des Spielens vor Bammel ausschalten wollen – und es dann doch stundenlang nicht tun. Ich will paranoid vor vagen Gestalten flüchten, mich verstecken und den Atem anhalten. Ich will so ausgeliefert sein, wie ich es wirklich wäre, wenn ich in einer heruntergekommenen Anstalt umherirre oder einen Ausweg aus dunklen Wäldern suche.
In Spielen wie Outlast oder Amnesia wird mir immer wieder klargemacht, dass meine Gegner um ein Dutzendfaches gefährlicher sind als ich. Sie sind größer, stärker, furchtloser. Sie führen brutale Waffen und sind mit nichts zu töten, was ich auf die Schnelle auftreiben könnte. Und das bringt mich zum wohligen Zittern.
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Darum ist Indie so viel besser als AAA-Horror!
Monster sind für mich ohnehin viel gruseliger, je weniger ich sie zu Gesicht bekomme. Wenn ich wegrenne und mich unter Schreibtischen und in Schränken verstecke, kann ich sie schlecht anstarren. Der Horror fängt dann an, sich in meinem Kopf zu manifestieren, und dort entfaltet er seine Wirkung für mich am besten.
Auch weniger bekannte Spielereihen, wie Fears to Fathom oder die Spiele von Chilla's Art machen sich das zunutze. Statt in den offenen Konflikt schicken mich diese Titel in eine unheimliche Atmosphäre, in der mich vor allem mein Kopfkino auf Trab hält.
Egal, ob es ein seltsamer Anhalter ist, der bei mir im Auto mitfahren will, oder ein waschechter Stalker, der mir ekelhafte Nachrichten schickt: Wäre die Lösung eine Schrotflinte, hätte ich wohl deutlich weniger Schiss.
Dass mich das Fehlen von Verteidigung viel mehr packt, merke ich auch, wenn ich zum Beispiel Resident Evil 2 oder Silent Hill 2 spiele. Die Feinde, die ich auch mit Raketenwerfer und Kettensäge nicht umbringen kann, lassen mich viel angenehmer auf dem Zahnfleisch kriechen. Mr. X und Pyramid Head sind schließlich nicht ohne Grund zu Ikonen des Genres geworden.
Mein Problem mit Waffen
Wie ich eingangs schon erwähnt habe, verstehe ich den Reiz daran, sich Monstern mit Waffen zu stellen. Allein der Stress, mit Zombie-Mutationen und lebenden Schaufensterpuppen zu kämpfen, ist haarsträubend. Dazu kommt das Management von Inventarplatz und Munitionsknappheit. Jeder Schuss, der daneben geht, bedeutet potenziell das Ende meines Protagonisten. Auch ich kann das hin und wieder genießen.
Jedoch führt die ständige Suche nach Ressourcen auch gerne mal zu Razzien, die mich für meinen Geschmack zu sehr von Story und Atmosphäre ablenken.
Im neuen Silent Hill f erwische ich mich beispielsweise aktuell immer mal wieder dabei, wie ich jeden Stein auf der Suche nach Heilgegenständen und provisorischen Waffen umdrehe. Obwohl ich doch eigentlich panische Angst vor den Ungetümen in der Stadt haben müsste, haue ich strategisch die weg, die mir im Weg stehen, bis ich jede Gasse auf links gedreht habe.
Hier kommt auch der prüfende Blick zum Tragen, den ich bei Horrorspielen eigentlich lieber vermeide. Wenn ich gegen Feinde in den Kampf ziehe, beobachte ich sie. Ich präge mir ihre Bewegungsmuster ein, suche Zeitfenster, in denen ich angreifen kann und weiche ihren Schlägen aus. Das mache ich so lange, bis jeder Kampf einstudiert ist. Dann hat das Monster für mich aber auch sämtlichen Zauber verloren.
Und wie denkt ihr über das Thema?
Als wir diesen Artikel in der Redaktion besprochen haben, kristallisierten sich schnell zwei Fronten heraus: Die eine Seite ist ganz meiner Meinung und stellt sich Horrorspielen am liebsten unbewaffnet; die andere Seite findet weniger Spaß daran, immer nur wegzulaufen und haut den Gruselgestalten lieber eins über die Birne.
Deshalb reichen wir die Frage jetzt einfach an euch weiter. Stimmt ab und gewinnt … keinen Preis!
Umfrage:
Aber glaubt nicht, ihr seid schon vom Haken, wenn ihr auf einen der Buttons geklickt habt. Wir wollen natürlich wissen, was euch zu eurer Wahl bewegt hat. Schreibt uns eure stringenten und überhaupt nicht subjektiv gefärbten Argumentationsketten in die Kommentare. Oder sagt uns einfach, was euch mehr Spaß macht.
Ich persönlich spiele Titel wie Resident Evil oder Silent Hill natürlich trotzdem gerne. Gerade Silent Hill 2 zählt wohl zu meinen liebsten Horrorerlebnissen. Trotzdem möchte ich die SOMAs und Amnesias dieser Welt nicht missen. Ich bin eben gerne ein Angsthase, der die Beine in die Hand nimmt.
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