2:16
Diablo 4: Das macht den neuen, alten Paladin in Lord of Hatred so besonders
Eigentlich sollten nach der Ankündigung von Diablo 4: Lord of Hatred die Sektkorken knallen. Mit der Auflösung der Mephisto-Story, der Rückkehr des Horadrim-Würfels und der heiß ersehnten Paladin-Klasse scheint Blizzard einen Nerv bei vielen Spielern getroffen zu haben.
Doch statt Vorfreude herrscht Katerstimmung. Der Grund ist eine Preispolitik, die ausgerechnet die loyalsten Fans benachteiligt und eine hitzige Debatte über den Wert von Treue in Live-Service-Spielen ausgelöst hat.
Update um 17:52 Uhr:
Tatsächlich hat Blizzard im Zuge der Addon-Ankündigung einen Loyalitätsbonus für Besitzer von Vessel of Hatred angekündigt. Wer das erste Addon besitzt, erhält einen kosmetischen DLC namens Herald of Hatred Pet Bundle. Damit begleitet euch künftig ein kleiner Höllenhund auf eurem Weg. Danke an die Hinweisgeber!
Doppelt bezahlen statt Rabatt
Das Problem liegt nicht im Preis von rund 40 Euro für das zweite Addon von Diablo 4, sondern in der Paketstruktur. Um Neukunden zum Kauf von Lord of Hatred zu verführen, packt Blizzard die vorherige Erweiterung Vessel of Hatred kostenlos dazu.
Wer das erste Addon aber bereits besitzt – also die Kernzielgruppe –, erhält keinen Rabatt, keine In-Game-Währung als Ausgleich, sondern lediglich ein exklusives Pet (den Höllenhund aus dem Bosskampf). Eure bisherige Investition von ebenfalls 40 Euro aus dem Jahr 2024 mscht das aber kaum wett.
Auf Reddit fasst der Nutzer Ok_Willingness_3894 die Absurdität dieser Logik treffend zusammen: »Ok, erklärt mir das mal: Wenn man das Basisspiel und die erste Erweiterung schon besitzt, zahlt man 39,99... wenn man nur das Basisspiel besitzt, zahlt man immer noch 39,99, bekommt aber jetzt die erste und die zweite Erweiterung. Wo ist da die Logik?«
Die Falle der jüngsten Rabatte
Besonders bitter stößt vielen das Timing auf. Bis kurz vor der Ankündigung von Lord of Hatred liefen massive Rabattaktionen für genau jene Inhalte, die nun verschenkt werden. So wurde am 19. November 2025 Vessel of Hatred zum absoluten Sparpreis angeboten: 65 Prozent Rabatt auf nur noch knapp 14 Euro. Wer dort zugeschlagen hat, fühlt sich jetzt getäuscht. So wie Reddit-User Dakhanu:
»Blizzard hat in den letzten 1–2 Monaten riesige Rabatte gewährt... Viele Leute haben bei diesem Angebot zugeschlagen und dachten, es sei der beste Zeitpunkt zum Kauf. Jetzt bringt Blizzard das hier... Early Adopters hatten sicher viele Spielstunden – aber diejenigen, die während des letzten Sales gekauft haben, hatten kaum Zeit zu spielen, bevor sie merkten, dass sie Geld hätten sparen können... Das fühlt sich an wie ein Lockvogelangebot.«
Im offiziellen Forum spricht ein Nutzer von Fan-Missbrauch und resümiert: »Ich habe anscheinend 40 Dollar verschwendet, indem ich diese Erweiterung gekauft habe.« Auch in den GameStar-Kommentaren regt sich Widerstand.
So schreibt etwa the_real_weed: »Als Käufer von Vessel of Hatred ist das ein Schlag ins Gesicht«. Und AngeloMerte »wundert [das, Anm. d. Red.] leider nicht bei Blizzard. Glück natürlich für alle, die VoH noch nicht besitzen, so sind 20 Euro quasi pro Add-on fein.«
Der Paladin als teurer Köder
Die Wut wird durch psychologische Faktoren verstärkt. Dass im Battle.net-Launcher ein Button mit »Upgrade verfügbar« prangt, der Besitzer von Vessel of Hatred dann doch nur zum Vollpreis-Bundle führt, wirkt für viele wie Hohn.
Blizzard setzt offensichtlich darauf, dass die Nostalgie siegt. Der Paladin ist sofort spielbar, wenn ihr jetzt Diablo 4: Lord of Hatred vorbestellt – Monate vor dem eigentlichen Release der Erweiterung. Doch der Vergleich mit der Konkurrenz schmerzt: Während Path of Exile 2 riesige Updates kostenlos plant, bittet Blizzard für zwei Klassen (Paladin plus unbekannte Figur) und ein Addon voll zur Kasse, ohne Bestandskunden entgegenzukommen.
Kurzfristig mag die Rechnung durch den Paladin-Hype aufgehen. Langfristig riskiert Blizzard jedoch die wichtigste Währung eines Live-Service-Games: das Vertrauen seiner engagiertesten Spieler.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.