World of Warcraft
7:50
WoW vor 12 Jahren - Video-Rückblick: So anders war World of WarCraft 2004
Entwickler: Blizzard | Genre: MMORPG | Release: November 2004 | Umfang: endlos
Mary Marx: Ich bin normalerweise niemand, der Spiele wirklich mehrmals durchspielt. Dafür gibt es einfach zu viele gute Spiele und zu wenig Zeit, um sie alle zu würdigen. Seit über 20 Jahren zieht es mich aber immer wieder zurück nach Azeroth. Damals noch in der Schule ging meine Mathenote in den Keller, weil ich lieber meinen Schurken gelevelt habe, als Formeln zu pauken. Später suchte ich mir im Studium extra einen Nebenjob, um das Abo finanzieren zu können.
Mittlerweile ist es Teil meines Berufs. Und obwohl Zeit und Spielehaufen einfach nie kleiner werden und ich nach einigen Monaten immer WoW-satt bin, kommt früher oder später wieder die Sehnsucht zurück. Man kann ja wieder die neuen Story-Parts spielen, sich nochmal am Raid versuchen und hier und da ein paar mythische Dungeons machen. Gerne besuche ich auch alte Orte und erinnere mich an lustige Geschichten. Etwa als ich eine kleine Weltreise durch WoW machte, um den Erfolg dafür zu erhalten.
Die ständige Rückkehr zu WoW fühlt sich daher ein wenig an, wie das virtuelle Kinderzimmer und die Studibude zu besuchen. Hier und da fallen einem wieder lustige Dinge ein und man sinniert darüber, weit man gekommen ist.
Castle of Illusion
Entwickler: Sega | Genre: Jump-n-Run | Release: Frühjahr 1991 | Umfang: 2 Stunden
Paul Kautz: Die letzten Brocken der Berliner Mauer wurden gerade zusammengefegt, die deutsche Wiedervereinigung war noch kein Jahr her. Ich saß in der Straßenbahn auf dem Weg nach Hause. Neben mir lag das dicke Paket mit der Aufschrift »Mega Drive«, das ich mir gerade von meinem lang gesparten Taschengeld gekauft hatte und das mein Leben nachhaltig verändern sollte.
Das Spiel, das diesem schwarzen Gold beilag? Castle of Illusion starring Mickey Mouse, so der vollständige Titel. Davon hatte ich in der Power Play und der Video Games gelesen, und konnte es nicht erwarten, es selbst zu spielen.
Ich hibbelte in der Straßenbahn hin und her. Endlich zuhause angekommen, Mega Drive angeschlossen, Fernseher auf Kanal 36 gestellt, den Schalter des Systems mit einem satten »KLACK!« umgelegt - und das Abenteuer beginnt mit Micky und Minnie Maus, die zu entspannten Walzerklängen durch eine herrliche Comiclandschaft tanzen. Um mich war’s geschehen. Ich war völlig verzaubert.
Seit 1991 ist kein Jahr vergangen, in dem ich Castle of Illusion nicht mindestens ein Mal durchgespielt hätte. Natürlich bietet es schon lange keine Überraschungen mehr. Ich kenne alle Abgründe, in denen sich ein Extraleben versteckt. Ich weiß genau, welche Steine im Schlosslevel vor mir herunterfallen und welche hinter mir. Ich kenne den Punkt, an dem mich der Clown-Boss nicht treffen kann. Ist mir völlig egal. Sobald ich das Spiel starte und diese herrlichen 3/4-Takt-Klänge von Shigenori Kamiya höre, bin ich wieder 14 und verliebt.
Die Mass-Effect-Trilogie
13:10
Ein rundum gelungenes Paket - Mass Effect: Legendary Edition im Videotest
Entwickler: BioWare | Genre: Rollenspiel | Release: November 2007 | Umfang: 80 bis 120 Stunden
Daniel Hartmann: Die drei Spiele der Mass-Effect-Reihe gehören nicht wirklich zu den Titeln, die man mal eben an einem Wochenende weg zockt. Nicht, dass ich es nicht versucht hätte, es war ein den Biorhythmus vollständig zerstörendes Unterfangen, das alleine schon an den Zwischensequenzen und Dialogen scheiterte. Aber die werden unter keinen Umständen weggedrückt! Sonst verpasst man nämlich eine der besten Sachen an Mass Effect: Die Begleiter.
Garrus, Liara, Tali und auch viele andere Charaktere bekommen im Verlauf der vielen Stunden, die man mit ihnen verbringt und der Abenteuer, die man mit ihnen erlebt, so viel Tiefe. Man ist vom Kennenlernen, über den Aufbau einer Beziehung bis zu echter Freundschaft und auch Liebe dabei.
Ich habe selten solch eine Verbundenheit zu Videospielcharakteren empfunden. Auch wenn natürlich nichts das Erlebnis, die Spiele das erste Mal durchzuspielen, schlägt, kehre ich gut alle zwei Jahre auf die Brücke der Normandy zurück und es fühlt sich immer ein bisschen an, wie nach Hause zu kommen.
All diese tollen Figuren sind eingebettet in eine epische Sci-Fi-Saga, in der nichts Geringeres als das Schicksal der ganzen Galaxie auf dem Spiel steht. Mit meinen Entscheidungen, mit den Gefährten, die ich mitnehme und auch verliere, mache ich die Geschichte zu meiner - auch das konnte mir bisher kaum ein anderes Spiel bieten, weswegen ich immer wieder gerne für diese Erfahrung zu Mass Effect zurückkehre.
Schade, dass sie bisher kein weiteres Spiel gemacht haben (*hust*). Aber BioWare sitzt ja seit Längerem am nächsten Teil. Sie dürfen sich damit auch gerne Zeit lassen. Hauptsache, es wird gut.
Max Payne
4:49
Hall of Fame: Max Payne - Video-Rückblick auf den Bullet-Time-Shooter
Entwickler: Remedy | Genre: Third-Person-Shooter | Release: Juli 2001 | Umfang: 10 Stunden
Phil Elsner: Max Payne ist untrennbar mit meiner Jugend verbunden und zählt zweifellos zu meinen prägendsten Spielen. Damals, kurz nach der Jahrtausendwende, als ich die CD-ROM von Max Payne in meinen brandneuen 1 GHz Athlon-PC einlegte, ahnte ich nicht, dass ich diesen Shooter auch 24 Jahre später noch als das Nonplusultra des Crime-Genres zelebrieren würde.
Auch heute noch werfe ich den Klassiker einmal pro Jahr an und ballere mich in spektakulärer Bullet Time bis zum Abspann durch Gangsterhorden, lausche den grimmigen Monologen des zynischen Cops auf Rachefeldzug und genieße diese einmalig düstere Stimmung im korrupten und von Drogen zerfressenen New York.
Max Payne ist für mich das Produkt eines bestimmten Zeitgeistes: Erst kurz zuvor hatte The Matrix auf einen Schlag die Zeitlupe neu definiert, die krassen Schießereien aus Der Blutige Pfad Gottes hallten noch nach und Noir-Comics wie Scene of the Crime oder Sin City standen hoch im Kurs. Und plötzlich war da dieses eine Spiel, das all das irgendwie erlebbar machte, in dem ich der Protagonist war.
Kein Spiel schafft es, dieses Gefühl von damals wieder einzufangen - was vermutlich einfach einer großen Portion Nostalgie geschuldet sein dürfte. Und so ziehe ich Jahr für Jahr immer wieder los - in jeder Hand eine Beretta und blutige Vergeltung im Sinn.
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