Heutzutage mache ich einen großen Bogen um Open-World-Spiele. Das einst so verheißungsvolle Genre ist schon lange kein Garant mehr für unendlichen Spielspaß – ganz im Gegenteil: »Open World« bedeutet im schlimmsten Fall nur, dass zwischen mir und einer spannenden Spielerfahrung hunderte Quadratkilometer und noch mal so viele Beschäftigungstherapien liegen. Und das ist nicht mein einziges Problem mit dem Genre: Viele Open-World-Spiele haben einfach kein spannendes Setting, geschweige denn einen interessanten Aufbau.
Ob Mittelalter-Fantasy, Postapokalypse oder Ubisoft-History – oft sind diese Kulissen nur künstliche, zusammengezimmerte Freizeitparks, die mich mit Postkartenmotiven an jeder Ecke verzaubern wollen. Aber damit fühlen sie sich eher wie begehbare Reisekataloge an – und nicht wie glaubwürdige Lebensräume, von denen ich mich gerne verschlingen lasse. Nein, da nutze ich doch lieber die Schnellreise als den Fotomodus.
Dabei können Open Worlds so viel mehr – wenn sie einen ganz eigenen Charakter haben, dynamisch sind, durch Konflikte gezeichnet sind, komplexe Atmosphären verströmen, zu Taten aufrufen und hunderte Gefühle gleichzeitig erzeugen.
Die Spielwelt von The Saboteur aus dem Jahr 2009 ist genau so eine, weil sie keinen überflüssigen Schnickschnack kennt. Sie ist aus einer vielversprechenden Idee gegossen, bei der alle Elemente perfekt zusammenarbeiten, um eine großartige Erfahrung zu liefern, die so schnell und flüssig daherkommt, dass ihr gar keine Zeit habt, irgendwelche Icons auf der Karte zu zählen.
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Wir unternehmen eine Spritztour durch die Spielwelt von Saboteur
Willkommen in Paris, nicht Unity-1789, sondern Wolfenstein-1940
Edle Autos und klobige Karossen fahren über Straßen. Kein Bauwerk gleicht dem anderen, alles führt kantig, kurvig und krumm irgendwohin. Im knisternden Radio singt Nina Simone ihr »Feeling Good« und versetzt jedem Herzen damit einen Feuerstoß. Auch wenn der Song absolut falsch liegt – niemand empfindet so, zwischen all den nationalsozialistischen Besatzern, die überall patrouillieren und Angst mit ihren schweren Waffen verbreiten.
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