Fazit der Redaktion
Sören Diedrich
@GameStar_de
Eigentlich hatte ich nach Staffel 1 bereits mit Die Ringe der Macht abgeschlossen. Die Amazon-Serie verscherzte es sich bei mir mit unnötigem Humor, fragwürdigen Lore-Brüchen und einer zu lange dahinplätschernden Handlung, deren großer Twist am Ende viel zu vorhersehbar war. Kurz: Ich war enttäuscht und meine Vorfreude auf Staffel 2 so gut wie nicht vorhanden.
Manwë sei Dank, ich wurde positiv überrascht! Nein, Die Ringe der Macht ist noch immer kein Game of Thrones, kein Breaking Bad und schon gar kein The Sopranos. Aber es ist endlich eine richtig gute Fantasy-Serie, die den Geist von Tolkiens legendärer und in meinem Herzen tief verwurzelter Sagenwelt einfängt, statt sie noch wie in Staffel 1 teils mit Zwergenstiefeln zu treten.
Ich bin mir der vielen eher negativen Kritiken bewusst und vermute, es hängt von einer Sache ab, ob Staffel 2 euch enttäuscht oder gefällt: ob ihr eher Action oder Dialoge bevorzugt. Es stimmt, in Staffel 2 wird viel gesprochen und wenig gekämpft. Aber wer schon einmal J. R. R. Tolkiens gefühlt seitenlange Detailbeschreibung des Haupttors von Minas Tirith gelesen hat, der weiß, dass auch diese Schwäche eine fast schon wunderbar treffende Anspielung an die Bücher ist.
Wenn auch ihr von Staffel 1 so enttäuscht wart, rate ich euch, dennoch einen Blick in die Fortsetzung zu werfen. Ich habe es nicht bereut und bin nun umso gespannter darauf, ob Amazon mit der so gut wie sicheren dritten Staffel noch einmal ein solcher Sprung gelingt. Wenn ja, können wir uns warm anziehen!