Spoiler-Warnung: Es ist unvermeidbar, dass ich in diesem Artikel nicht nur über einen Moment in der Geschichte von Donkey Kong Bananza schreibe, sondern auch ein paar andere unvergessliche Spielmomente Revue passieren lasse. Es handelt sich dabei um ältere Spiele, aber seid euch bitte bewusst, dass gleich gespoilert wird.
Es gibt immer wieder unvorhersehbare Momente in Videospielen, die reißen mir den Boden unter den Füßen weg, bringen mich zum Weinen und lassen mich ein paar Minuten fassungslos auf den Bildschirm starren.
Etwa, wenn Garrus in Mass Effect 2 aufgrund meiner Fehlentscheidung das Zeitliche segnet. Oder sobald meine Teamkameraden in Halo Reach einer nach dem anderen den Löffel abgeben. Natürlich auch, wenn ich realisiere, was mit dem alten Haudegen Arthur Morgan in Red Dead Redemption 2 geschieht.
Und jetzt auch noch das: Sogar Donkey Kong Bananza boxt mir eiskalt in den Magen. Ein Spiel von Nintendo! Kunterbunt, leichtherzig, für die ganze Familie geeignet - und dann so was!
Kleines Kerlchen, großes Herz!
Schon früh auf meiner Reise zum Planetenkern stoße ich auf ominöse Texttafeln in der Welt. Die wurden von einem Untergrund-Bewohner namens Chroniston errichtet, der auf diese Weise seine Erlebnisse festhält.
Denn Chroniston hat das gleiche Ziel wie wir: Er will den Planetenkern erreichen. Seine Beweggründe sind aber andere. Während DK und Pauline zum Wunscherfüller gelangen möchten, sehnt sich Chroniston danach, die anderen Bewohner des Untergrunds kennenzulernen, sich mit ihnen zu unterhalten und seinen eigenen Horizont zu erweitern.
Seine kindliche Begeisterung für Abenteuer und fremde Kulturen dringt durch seine verfassten Texte direkt in mein Herz vor. Ganz euphorisch berichtet er, was er erlebt und wen er alles getroffen hat. Was ein knuffiges Kerlchen!
Auf jeder Ebene in Donkey Kong Bananza finde ich Chronistons Tafeln. Ich fühle mich ihm verbunden, will ihn kennenlernen. Je näher ich dem Planetenkern komme, desto näher komme ich auch dem langersehnten Treffen mit ihm.
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Donkey Kong Bananza: 15 Minuten unkommentiertes Gameplay zeigt euch die komplette erste Welt des Spiele-Hits für die Switch 2
Ein Freund, den ich nie kennenlernen durfte
Im finalen Level des Spiels finde ich natürlich auch eine weitere Tafel von Chroniston. Ich klicke nichts ahnend und aus Gewohnheit auf den A-Knopf, das Textfenster öffnet sich und ich lese:
Hier ruht Chroniston, der Reisende …
Ging Chroniston den Feinden ins Netz? Hatte er einen Unfall? Ich werde es nie erfahren.
Ihr sagt jetzt womöglich: Boah, war doch vorhersehbar.
Ich sage: Nein, war es nicht! Klar, wenn ihr diesen Artikel lest, mit der Überschrift und der ganzen Hinleitung, dann mag es nicht überraschen.
Ganz anders sieht es aber aus, wenn ihr ein Nintendo-Spiel startet, durch quietschig-bunte Levels hüpft, freudig alles kaputthaut, der lockere Soundtrack im Hintergrund schallt und ihr euch von der kindlichen Begeisterung des kleinen Chroniston anstecken lasst.
Ich habe einfach nicht damit gerechnet, dass ausgerechnet Nintendo mich mit dem Thema Tod so abrupt und ernsthaft konfrontiert.
Finde ich das gut? Ja! Denn es zeigt eben das, was ich (und viele andere Fans) schon lange wissen, nämlich, dass Nintendo-Spiele längst nicht mehr nur Kinderkram sind.
Zuletzt gab es solch einen intensiven Moment für mich in Paper Mario: The Origami King. Dort treffen Mario und Olivia früh im Spiel auf den an Amnesie leidenden Bob-omb namens Bobby. Als Olivia nach zahlreichen gemeinsamen Spielstunden in der Klemme steckt, sprengt sich Bobby heroisch selbst in die Luft!
Sogar jetzt beim Schreiben sehe ich die Szene wieder vor mir. Mehr als nur ein paar Tränen habe ich vergossen und wie die kleine Olivia danach um ihren Freund trauert und von Schuldgefühlen geplagt wird, werde ich nie wieder vergessen.
Also, Nintendo: Gerne mehr von solchen ergreifenden, organisch herbeigeführten Momenten. Auch, wenn sie mir den Boden unter den Füßen wegziehen.
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