Das goldene Zeitalter der Echtzeitstrategie ist längst vorbei, doch noch ist das Genre nicht vergessen. Das zeigte nicht zuletzt unsere große FYNG-Show mit hochkarätigen RTS-Ankündigungen wie der neuen Kampagne von Stormgate oder die spannenden Neuigkeiten zu D.O.R.F., einem geistigen C&C-Nachfolger.
Beide Spiele zeigen aber auch, wie das Genre in der Vergangenheit festhängt und sich immer noch an den legendärsten Titeln orientiert. Kann die Echtzeitstrategie so wiederaufleben? Darüber haben wir bei FYNG Caggtus mit Experten diskutiert. Mit dabei waren:
- Maurice Weber
- Leon Kress von Bonjwa
- Micha Graf
- Heiko Klinge
Quo vadis, Echtzeitstrategie?
Im Vergleich zu den Zeiten von Warcraft 3 und StarCraft 2 ist das Genre deutlich geschrumpft. Während früher noch Blizzard eine der Größen der Echtzeitstrategie war, versuchen sich heute meist eher kleiner Studios an neuen Spielen.
Doch was davon ist erfolgreich? Wirft man einen Blick auf die beliebtesten neuen RTS-Spiele, sehen unsere Experten eine Gemeinsamkeit: Was heute gespielt wird, sind entweder die Titel, die damals schon erfolgreich waren, ihre Nachfolger oder neue Spiele, die sich aber klar an Titeln wie C&C, StarCraft und Warcraft orientieren.
Heiko würde sich zwar wünschen, dass sich die Echtzeitstrategie weiterentwickelt, doch das ist gar nicht mal so einfach. Laut Maurice ist die Community manchmal ihr eigener ärgster Feind
, weil sie viele Neuerungen kategorisch ablehnt. Was ist also die Lösung? Eine Idee hat Leon, der als langjähriger Echtzeitstratege, Esportler und Streamer genau weiß, worum es vielen Spielerinnen und Spielern geht.
Laut Leon braucht das Genre einen Magneten
, der die Fans vereint und zum großen Anziehungspunkt wird. Ein Vergleich sind für ihn League of Legends und Dota im Bereich de MOBAs.
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Die Rückkehr der Echtzeit-Strategie: Wie gelingt das große Comeback?
Tatsächlich hätte für Leon auch ein Spiel die Chance gehabt, zu diesem Magneten zu werden: Age of Empires 4 hätte das neue StarCraft werden können
, stellt er fest. Denn zum Release wären die Begeisterung und der Hype für das Spiel unheimlich groß gewesen. Doch leider hätten die Entwickler einen schweren Fehler begangen.
Denn zum Release war die Balance von Age of Empires 4 schlicht im Eimer. Die unangefochten stärkste Strategie war es immer, einfach so viele Belagerungswaffen zu bauen, wie möglich. Zu allem Überfluss funktionierte das auch nur mit zwei Völkern wirklich gut und machte laut Leon nichtmal Spaß
. Zu allem Überfluss erschien AoE 4 kurz vor der Weihnachtszeit, weshalb die nötigen Patches mehrere Monate auf sich warten ließen.
Leon erklärt, er habe zwar zum Release fast hundert Stunden in das Spiel gesteckt, doch dann wegen der schlechten Balance schnell die Lust verloren. So ging es auch vielen anderen Fans: Die Spielerzahlen brachen ein, sogar ein großer YouTuber wendete sich vom Spiel ab. Die große Chance für die Echtzeitstrategie wurde so vertan, stimmt auch Maurice zu. AoE 4 hätte die Markenstärke gehabt
, hat aber das Momentum nicht genutzt.
Bekommt das Genre noch eine weitere Chance? Mehr dazu hört ihr im vollständigen Video zu unserem Echtzeit-Talk. Hier erfahrt ihr, warum für Micha eine gute Kampagne in einem RTS-Spiel nicht verhandelbar ist und warum auch gutes Storytelling für unsere Experten eine Chance sein kann, Spielerinnen und Spieler wieder für das Genre zu begeistern.
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