Modern Warfare 4 behebt in Rekordgeschwindigkeit meine größten Kritikpunkte und davor muss ich meinen Hut ziehen

Für Phil ist das neue CoD am zweiten Beta-Wochenende plötzlich kaum wiederzuerkennen. Ein gutes Zeichen!

Ich muss gestehen, mit so einer 180-Grad-Wende hatte ich nicht gerechnet. Nachdem ich mit der Beta von CoD Modern Warfare 4 vor wenigen Tagen hart ins Gericht gegangen war, haben die Entwickler reagiert. Und wie sie reagiert haben!

Philipp Elsner
Philipp Elsner

Phil begann seine GameStar-Karriere 2013 als Praktikant und leitet heute den Newsroom. Als Shooter-Connoisseur der Redaktion legt er allergrößten Wert auf intensives Gunplay mit sattem Treffer-Feedback. Wenn er nicht durch die Sümpfe von Hunt Showdown pirscht oder genüsslich Bugs in Helldivers 2 zerdrückt, kundschaftet er wahrscheinlich gerade neue Craftbeer-Kreationen aus (in jeder GameStar-Heftausgabe gibt’s eine Bier-Empfehlung auf der Teamseite).

Fast jeder einzelne meiner Kritikpunkte wurde mit einem umfassenden Balance-Update angepackt.

Hier die Änderungen im Detail:

  • Time to Kill (TTK): Die frustrierende schnelle TTK des ersten Beta-Wochenendes wurde massiv entschärft. Sämtliche Waffen wurden angepasst und brauchen nur spürbar länger für einen Kill, ohne dass sich Gegner wie Kugelschwämme anfühlen. Ein guter Mittelweg!
  • Spawns: Die völlig chaotischen Spawns wurden stark verbessert. Mit einer neuen Spawn-Logik und besserer Priorisierung sind nun in den meisten Modi die Frontlinien klarer lesbar und es gibt weniger böse Überraschungen von hinten. Ganz ideal ist das System aber nach wie vor nicht.
  • Tac Sprint: Der superschnelle taktische Sprint (Tac Sprint) wurde einfach mal komplett aus dem Basis-Movement gestrichen. Wer ihn jetzt noch nutzen will, braucht dafür den Perk Blood Rush. Ansonsten bleibt es beim Basis-Sprint, was etwas Tempo aus den Matches nimmt.
  • Slides: Das absolut wilde Herumgerutsche auf dem Boden wurde entschärft. Slides sind weniger schnell und weniger weit, außerdem wurde die Verzögerung von Slide in einen Sprung erhöht, was das Bunny Hopping reduziert.
  • Killstreaks: Damit nicht gefühlt alle 15 Sekunden Artillerie, Hubschrauber und Co. irgendwo aufschlagen, wurden die Kosten sämtlicher Killstreaks durch die Bank um +1 angehoben, außerdem wurden die Wirkung von einigen zusätzlich abgeschwächt.

Alles in allem für den kurzen Zeitraum eine beachtliche Menge an signifikanten Änderungen für den Match-Flow.

Video starten 2:59 CoD Modern Warfare 4 zündet im Multiplayer-Trailer die Atombombe und Fans sind sich einig: »Das ist peak«

Wie spielt sich das?

Ich muss ehrlich sagen, es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ja, die Balance ist noch nicht komplett perfekt, aber ich hatte am zweiten Beta-Wochenende viel mehr Spaß an MW4, als ich überhaupt noch für möglich gehalten hatte.

MW4 bleibt im Herzen ein CoD und kein Taktik-Shooter, doch die Spielgeschwindigkeit ist jetzt viel verträglicher und ich werde nicht mehr permanent von Spielern in Lichtgeschwindigkeit erledigt, während sie um eine Ecke slide-cancel-jumpen.

Immer wieder gibt’s Feuerpausen, in denen ich mich neu orientieren kann, satt Reflextraining im Sekundentakt zu betreiben. Fazit: Jetzt ist MW4 deutlich näher dran, an Modern Warfare 2019. Und für mich liegt da die Ideallinie.

Ich nehme (fast) alles zurück

Dass Infinity Ward so schnell und so kompromisslos auf die Kritik reagiert, hätte ich nicht geglaubt. Und ich gebe jetzt offen und ehrlich zu, dass viele (wenn auch nicht alle) Punkte aus meinem letzten Artikel damit aus dem Fenster sind.

Was heißt das jetzt unterm Strich? Erstmal nur, dass diese Änderungen ein gutes Signal sind. Denn die Macher von MW4 sind offenbar willens, Spieler-Feedback schnell und direkt umzusetzen.

Sollte sich diese Woche ein Indikator für den weiteren Entwicklungsverlauf herausstellen, dann blicke ich deutlich optimistischer in die Zukunft von Call of Duty als noch vor einer Woche.


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