Meine Frau hat mich gezwungen, ehrlich!
Als es nämlich daran ging, im Dezember 2024 mein Geburtstagsgeschenk auszupacken, erwartete mich nur ein Umschlag mit zwei Tickets für das Legoland Deutschland und eine Hotelreservierung. »Oh, wie schön, daaaanke«, wand sich die Lüge zwischen meinen zusammengebissenen Zähnen hervor.
Als verifizierter Stubenhocker (es steht im Ausweis, ihr könnt gerne nachschauen!) hatte ich nämlich erstmal so gar keine Lust darauf, einen Tag im Legoland bei Günzburg zu verbringen.
Freizeitparks? Igitt! Und dann noch der eines durchaus umstrittenen Konzerns, dessen Produkte und Preise besonders in Deutschland immer kritischer gesehen werden? Mein Enthusiasmus beim Betreten des Legolands hielt sich in Grenzen.
Als ich acht Stunden später den Park verließ, war ich überrascht, wie sehr sich meine Meinung gedreht hatte.
Staunen als Erwachsener
Vor ein paar Jahren war ich im Hamburger Miniatur Wunderland (dicke Empfehlung) und habe dort vier Stunden lang jedes winzige Detail der mit unglaublich viel Liebe gestalteten Ausstellungen untersucht. Die gleiche Begeisterung hat bei mir das Legoland Deutschland hervorgerufen.
Der zentrale Platz zeigt hier nämlich unter freiem Himmel verschiedene Städte wie Berlin, Frankfurt oder Venedig mit bekannter Architektur und zentralen Landmarken im Lego-Look.
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Fast zwei Jahrzehnte später: LEGO hat ein neues Café Corner Set, nur diesmal heißt es Tudor
Während berühmte Gebäude und Wolkenkratzer wie Schloss Neuschwanstein, Münchener Allianz Arena, der Fernsehturm in Berlin, One World Trade Center oder Burj Khalifa vor allem in Sachen Größe und Steinezahl beeindrucken, hat mich am sogenannten Miniland all das fasziniert, was nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Im Schatten der nachgebauten Plastikhäuser, auf Balkonen und Baustellen, am Strand oder in der mit automatisch ablaufenden Bewegungsmustern zum Leben erweckten Hafenanlage gibt es allerlei kleine Alltagszenen zu bewundern.
Die Designer haben mit Klemmbausteinen der Marke Lego so viele wunderschöne Details umgesetzt: Liebende küssen sich, Touristen trinken ihre Maß Bier, es gibt versteckte Gags und innovative Bautechniken zu bestaunen. Für mich war das bereits das erste Highlight des Parkbesuchs.
Mehr Spaß, als ich dachte
Freizeitparks wie das Legoland oder den Playmobil Fun Park (sehr empfehlenswert für Familien!) richten sich natürlich vorrangig an ein junges Zielpublikum. Umso überraschter war ich, wie viel Laune mir die Aktivitäten und Ausstellungen gemacht haben.
Ok, die Tanznummer von Santas Elf-Helferlein oder eine Clown-Show für die ganz Kleinen waren für mich als 38 Jahre alter Zyniker jetzt eher weniger interessant. Aber ein Besuch im (von Lego-Tauchern und echten Fischen bevölkerten) Atlantis-Aquarium, das wilde Lasertag-Fahrgeschäft im Ninjago-Stil oder die Heiluftballonfahrt als Schatzjäger haben das Innere Kind in mir erfolgreich herausgelockt.
Nicht jede Schlange, in die man sich einreihen kann, führt einen zu einer lohnenswerten Erfahrung (etwa der eher öde Trip in die Fake-Legofabrik), aber immerhin waren zumindest in der Wintersaison alle Erlebnisse im Ticketpreis enthalten. Lediglich die während der Fahrt geschossenen Fotos kosten extra und sind zudem umständlich zu organisieren, weil dafür eine Drittfirma verantwortlich ist.
Der Preis ist ein Faktor
Allerdings sind die Tickets im Winter auch um fast 50 Prozent reduziert - mit 64 Euro pro Person ist der Preis im Sommer dagegen unverschämt hoch.
Als Frühbucher spart ihr euch aktuell immerhin 25 Euro davon und könnt an einem beliebigen Tag während der fünfmonatigen Hauptsaison ohne vorherige Anmeldung in den Park gehen.
Zum Vergleich: Im Playmobil Funpark (in Zirndorf bei Nürnberg) kostet ein (ans Datum gebundenes) Tagesticket 23 Euro. Wie viel Geld ihr anschließend im entsprechenden Store lasst, ist in beiden Fällen natürlich euch überlassen.
Mein Legoland-Fazit fällt davon abgesehen aber überwiegend positiv aus. Gerade das Winter Wonder Land hatte eine gemütliche Atmosphäre, es gab vergleichsweise wenig Besucher und die Warteschlangen waren kurz oder schlichtweg nicht existent.
An Weihnachtsmarktständen ließ sich Glühwein kaufen (angesichts der Kälte sehr empfehlenswert), die Restaurants hatten gutes Essen zu vernünftigen Preisen im Angebot und als Alt-Lego-Fan hatte ich persönlich einen Heidenspaß daran, in Erinnerungen an legendäre Sets und Themenwelten zu schwelgen.
Ein Wermutstropfen: Die Bereiche für Ritter und Piraten sind nur im Sommer zugänglich. Aber vielleicht sucht meine Frau ja irgendwann für unseren Hochzeitstag nach einem Geschenk für mich, zwinker, zwinker ...
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