50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

Entwickler findet geschockt heraus, dass es sein Spiel quasi schon auf Steam gibt und fragt nach Rat, da meldet sich der Macher des Originals

Ein Entwickler steckt Monate in ein vermeintlich einzigartiges Projekt, nur um kurz vor dem Ziel festzustellen, dass ein anderer genau diese Idee bereits umgesetzt hat.

Ein Bild des »Klons« gibt es nicht, aber es dürfte ähnlich aussehen wie das Gunforge auf diesem Bild. Ein Bild des »Klons« gibt es nicht, aber es dürfte ähnlich aussehen wie das Gunforge auf diesem Bild.

Monate lang werkelt ein Indie-Dev an seinem kleinen Traumprojekt: ein Bullet-Hell-Roguelike, irgendwo zwischen Enter the Gungeon und Noita, mit Upgrades, die Projektile verbiegen, splitten und im besten Fall den Bildschirm in ein unübersichtliches Chaos verwandeln. Das Spiel ist fast schon fertig, es läuft alles nach Plan.

Doch dann kommt der Moment, der ihm kurz den Magen umdreht: Beim Stöbern auf Steam starrt ihm plötzlich exakt seine Idee entgegen. Entwickelt von jemand anderem, bereits veröffentlicht und mit positiven Bewertungen versehen.

Plötzlich steht die Angst im Raum, als billiger Klon abgestempelt zu werden – und der Entwickler sucht Rat auf Reddit. Doch ausgerechnet der Entwickler des vermeintlichen Originals meldet sich selbst zu Wort.

Wenn die eigene Idee gar nicht so einzigartig ist

Seit Oktober arbeitete der Entwickler »Sbibble« an seinem Projekt in der Godot-Engine. Ein Bullet-Hell-Roguelike, das die hektische Action von Enter the Gungeon mit dem komplexen Zauber-System von Noita verbindet. Der Clou sollte sein, dass Spieler ihre Projektile durch Upgrades modifizieren und deren Verhalten grundlegend ändern können.

Sbibble war sich bewusst, dass die Idee nicht komplett revolutionär war, hielt den spezifischen Mix aber für einen »netten Dreh« und machbar für einen Game-Dev-Anfänger. Das Spiel war fast »feature-complete«, die Entwicklung auf der Zielgeraden.

Dann kam der Blick in den Newsfeed der Godot-Engine auf Steam: Dort entdeckte er das Spiel Gunforged. Die Ähnlichkeit war laut Sbibble so frappierend, dass Steam das Spiel auf der Store-Seite sogar explizit mit denselben Vorbildern – Noita und Enter the Gungeon – verglich.

Video starten 1:15 Noita - Gameplay-Trailer zum cleveren Pixel-Kleinod - Gameplay-Trailer zum cleveren Pixel-Kleinod

Der Rivale meldet sich zu Wort

In der oft toxischen Atmosphäre des Internets hätte man nun hämische Kommentare à la »Lern halt, Google zu benutzen« erwarten können. Doch der Thread nahm eine völlig andere Wendung, als »Firebelley« – der Entwickler von Gunforged – sich überraschend zu Wort meldete.

Statt sein Territorium zu verteidigen oder Plagiatsvorwürfe in den Raum zu stellen, reagierte der Konkurrent mit bemerkenswerter Klasse:

»Hey, ich bin der Ersteller von Gunforged! Ich würde sagen: Lass dich nicht entmutigen. Es gibt reichlich Platz, um Gunforged besser zu machen, als ich es getan habe, besonders wenn du etwas Einzigartiges einbauen kannst. Aber selbst wenn du nur die Mängel meines Spiels verbesserst, kann dich das genug abheben, um einige Exemplare zu verkaufen.«

Abseits dieser herzerwärmenden Interaktion lieferte die Community noch eine wichtige Analyse für potenzielle Hobby-Entwickler. Die Angst, als »Klon« abgestempelt zu werden, sei oft unbegründet.

Der Nutzer »touchet29« fasste dies mit dem im Internet bekannten »Two Cakes«-Meme zusammen:

  • Die Sicht des Entwicklers: »Oh nein, der Kuchen des anderen Bäckers ist größer und schöner als meiner.«
  • Die Sicht des Kunden: »Heilige Scheiße, ZWEI KUCHEN!«

Zwei Kuchen bleiben zwei Kuchen. Zwei Kuchen bleiben zwei Kuchen.

Die Logik dahinter ist folgende: Wenn man ein Spiel liebt und es durchgespielt hat, sucht man oft nicht nach etwas völlig Neuem, sondern nach »mehr vom Gleichen, aber anders«.

Andere Nutzer zogen Vergleiche zur Gastronomie: Nur weil es Pizza Hut gibt, hört Domino’s nicht auf, Pizza zu backen. Die Zutaten mögen zwar gleich sein, aber der Geschmack ist am Ende oft komplett anders. Solange Assets nicht 1:1 gestohlen werden, profitieren Fans des Genres von der größeren Auswahl.

Objektiv betrachtet befindet sich der verzweifelte Entwickler sogar in einer strategisch besseren Position als sein Vorreiter. Wie mehrere Leute im Thread anmerkten, ist der Erste auf dem Markt nicht immer im Vorteil.

Da Gunforged bereits veröffentlicht ist, kann Sbibble nun eine detaillierte Analyse durchführen: Was kritisieren die Spieler an Gunforged? Welche Features wünschen sich die Fans, die im Original fehlen? Welche dieser Aspekte können direkt in das eigene Spiel integriert werden, noch bevor es erscheint?

Sbibble jedenfalls hat nach dem vielen Zuspruch angekündigt, sein Projekt fertigzustellen. Vielleicht landen die beiden Spiele am Ende ja sogar in einem Bundle gemeinsam auf Steam – vorgeschlagen wurde es in den Kommentaren bereits.

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