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Filmkritik zu Eternals: Warum sich der Kinobesuch nicht für jeden lohnt

Mit Eternals landet nicht nur ein neuer Superheld im Marvel Cinematic Universe, sondern gleich zehn. Doch wie gut ist Eternals? Wir liefern euch die Antwort in der Filmkritik.

von Vali Aschenbrenner,
04.11.2021 17:30 Uhr

Die Eternals von links nach rechts: Kingo, Makkari, Gilgamesh, Thena, Ikaris, Ajak, Sersi, Sprite und Phastos - ohne Druig. Bildquelle: DisneyMarvel Studios Die Eternals von links nach rechts: Kingo, Makkari, Gilgamesh, Thena, Ikaris, Ajak, Sersi, Sprite und Phastos - ohne Druig. Bildquelle: Disney/Marvel Studios

Nein, Eternals ist nicht das nächste große Marvel-Epos, das sich Disney vielleicht erhofft hat. Denn der am 4. November 2021 in den deutschen Kinos startende MCU-Film ist zwar allemal ein Erlebnis für die große Leinwand, leidet aber gleichzeitig unter zahlreichen Problemen und Stolpersteinen. Warum selbst MCU-Fans Eternals guten Gewissens auslassen können und für wen sich der Film letztendlich eignet, klären wir in unserer kompakten Filmkritik.

Falls ihr euch für die weitere Zukunft des Marvel Cinematic Universe im Kino interessiert, haben wir natürlich eine praktische Übersicht für euch parat. Im folgenden Artikel findet ihr alle geplanten Marvel-Kinofilme von Disney, die auf Eternals folgen. Von Spider-Man: No Way Home über Guardians of the Galaxy Vol. 3 bis Blade:

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Worum geht es in Eternals überhaupt?

Darum geht's: Die Handlung von Eternals spielt sich über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren des Marvel Cinematic Universe ab. Im Zentrum der Story stehen die zehn titelgebenden Helden, die sich unter anderem aus Sersi (Gemma Chan), Ikaris (Richard Madden), Thena (Angelina Jolie) oder Gilgamesh (Ma Dong-seok) zusammensetzen.

Dabei verfolgen die gottgleichen Eternals vor allem ein Ziel: Im Auftrag des uralten und mächtigen Celestials Arishem (wie es Ego aus Guardians 2 einer ist) schützen sie die Erde und deren Bewohner von den sogenannten Deviants: bösartige Kreaturen, die das Leben im ganzen Universum bedrohen.

Allerdings ist es den Eternals verboten, in jegliche Art von Konflikt einzugreifen, in denen keine Deviants involviert sind. Deswegen müssen sie über Jahrtausende mitansehen, wie sich Menschen gegenseitig bekriegen oder eben Opfer von außerirdischen Bedrohungen wie Loki, Dormammu oder Thanos wurden.

In der Gegenwart angekommen dachten die Eternals die Deviants längst ausgerottet zu haben. Jetzt sind die Kreaturen jedoch zurück, nachdem sich viele der Eternals über Jahrhunderte hinweg unter die Menschen gemischt und dort eingelebt haben.

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Für wen ist Eternals interessant?

Eternals kann für sich stehen: Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen des Marvel Cinematic Universe funktioniert Eternals recht losgelöst vom Marvel Cinematic Universe. Natürlich gibt es die ein oder andere Anspielung und es schadet nicht, zumindest in Bezug der Kinoabenteuer der Avengers auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Wer Eternals auslässt, dem dürfte aber auch keine allzu große Lücke in der weiteren Zukunft des MCUs blühen.

Warum sich ein Kinobesuch lohnt: Eternals ist allemal ein sehr starkes audiovisuelles Erlebnis und besticht durch Regisseurin Chloe Zhaos Gespür für Weitwinkelaufnahmen und dem großartigen Score von Komponist Ramin Djawadi. Und auch die neue Heldentruppe kann durch interessante Persönlichkeiten und eine komplexe Dynamik untereinander überzeugen.

Mit den individuellen Fähigkeiten bleibt es bei den Eternals recht klassisch: Ikaris kann beispielsweise fliegen und Laserstrahlen aus seinen Augen schießen, Thena ist eine erbitterte Kriegerin, während sich Makkari blitzschnell bewegt. Die Konstellation erinnert damit durchaus an die Justice League mit Superman, Wonder Woman oder The Flash. Etwas facettenreicher und damit kreativer wird es wiederum dank Sersi, Sprite oder Druig - wie genau, wollen wir euch an dieser Stelle jedoch nicht vorwegnehmen.

Eternals ist in seinen besten Momenten ein echter Hingucker. Bildquelle: DisneyMarvel Studios Eternals ist in seinen besten Momenten ein echter Hingucker. Bildquelle: Disney/Marvel Studios

Warum sich ein Kinobesuch wiederum nicht lohnt: Allerdings ist Eternals ein sehr langer und vor allem gegen Ende ein sehr langatmiger Film. Die eigentlich recht simple Prämisse wird über zweieinhalb Stunden hinweg aufgedröselt und verkompliziert, es gibt unnötige Rückblenden und expositionslastige Dialoge. Gerade im letzten Drittel geht Eternals schlichtweg die Puste aus, während sich manche Handlungsstränge im Sand verlaufen oder schlichtweg gekappt werden.

Zusätzlich ist der Marvel-typische Humor in der durchaus ernsthaften und teilweise sogar philosophischen Handlung fehl am Platz und wirkt teilweise sogar wie ein Fremdkörper. Hier wären weniger flappsige Sprüche und deplatzierte Situationskomik Gold wert gewesen, da Eternals so stets seine eigene Symbolik und Prämisse untergräbt.

Marvels Eternals lässt sich deswegen aufgrund seiner langen Laufzeit vielleicht doch besser häppchenweise genießen - in ein paar Monaten dürfte der Film sowieso auf Disney Plus landen. Wer trotzdem einen Kinobesuch bevorzugt, kann sich zumindest an starken Bildern und einem fantastischen Score erfreuen, denn beides wurde für die große Leinwand gemacht.

Stärken und Schwächen von Eternals

Was uns an Eternals gefallen hat

  • Die Bildgewalt: Regisseurin und Oscar-Preisträgerin Chloe Zhao machte sich in der Vergangenheit schon mit ihren beeindruckenden Landschafts- und Weitwinkelaufnahmen einen Namen. Mit Cinematograph Ben Davis beschert sie so auch Eternals epische Bilder - seien es fantastische Kosmos-Aufnahmen oder von und auf der Erde. So fühlt sich Eternals alleine in Bezug auf seine Bilder fast mehr wie Kino an, als viele andere Marvel-Filme. 
  • Die Musik: Für die musikalische Untermalung von Eternals ist Komponist Ramin Djawadi verantwortlich, den Serien-Fans natürlich durch Game of Thrones oder Westworld kennen. Der Score des Marvel-Films ist dank Djawadi ein echtes Highlight von Eternals und untermauert die Bildgewalt absolut passend. Tatsächlich rentiert sich für die Musik von Eternals ein Kinobesuch - oder zumindest eine anständige Soundbar.
  • Das Team: Eternals etabliert nicht nur zwei oder gar fünf neue Superhelden im MCU, sondern gleich zehn. Und trotz der vielen Charaktere kommt kaum eines der gottgleichen Wesen zu kurz. Egal ob Ajak, Kingo oder Makkari, die Eternals verfügen allesamt über interessante Persönlichkeiten und Kräfte, ihre Dynamik untereinander ist komplex und wird durch spannende Dialoge oder Schlüsselszenen transportiert.

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Was uns an Eternals nicht gefallen hat

  • Die Hauptfigur: Über die komplette Laufzeit hinweg bleibt Hauptfigur Sersi recht blass. Kein Wunder, ist Eternals trotz seiner Laufzeit von über 120 Minuten arg vollgestopft mit Charakteren, Ideen und Handlungssträngen. Vielleicht hätte der Film von einer menschlichen Identifikationsfigur mehr profitiert, da die gottgleichen Eternals recht unnahbar sind - trotz Gemma Chans schauspielerischem Talent.
  • Das Storytelling: Die grundsätzlich spannende Prämisse von Eternals leidet unter der Last ihrer vielen Ideen und Charaktere. Wenige Handlungsstränge werden befriedigend aufgelöst, gleichzeitig strotzen die Dialoge nur so vor Exposition. Anstatt, dass etwas gezeigt wird, muss alles erklärt werden - teilweise sogar mit überflüssigen Rückblenden und Zeitsprüngen. Das langweilt nicht nur, es strengt an.
  • Die Schurken: Über (fast) den kompletten Film hinweg bekommen es die Eternals mit den sogenannten Deviants zu tun. Außerirdische Raubtiere, die in unterschiedlichen Formen auftreten. Wirklichen Tiefgang oder interessante Facetten bekommt das CGI-Getier aber nicht. Und - wie so oft - müssen wir Marvel-Helden dabei zusehen, wie sie mit unecht wirkenden Kreaturen ringen, die mal besser, mal schlechter aussehen.
  • Der Humor: Selten hat der typische Marvel-Humor so schlecht in einen Marvel-Film gepasst, wie in Eternals. Nur wenige Gags zünden oder passen gar zu der grundsätzlich ernsten und teilweise sogar philosophischen Tonalität des Films. Das sorgt für für eine Identitätskrise: Eternals sollte eigentlich nicht witzig sein und die Witze wirken ungewollt und aufgezwungen.

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