F1 25 im Test: Codemasters vielleicht letztes Rennspiel ist richtig gut geworden

Die Freude über viele tolle Neuerungen wird von der Sorge über den Fortbestand der Reihe überschattet.

Lewis Hamilton im eigenen Team? Das kostet euch in F1 25 richtig viel Kohle! Lewis Hamilton im eigenen Team? Das kostet euch in F1 25 richtig viel Kohle!

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Codemasters wirkte in den letzten Jahren ähnlich unmotiviert wie F1-Pilot Lance Stroll. Während der Milliardärssohn bei jedem Rennen den Eindruck erweckt, er würde lieber Tennis spielen statt Rennauto zu fahren, lieferte das britische Entwicklerstudio ebenfalls seit Jahren nur Dienst nach Vorschrift ab.

Aktualisierte Strecken, Autos und Fahrer des jeweiligen Jahrgangs als Minimum. Dazu ein paar Grafik-Verbesserungen und noch mehr Online-Schnickschnack wie Fan-Zones, Wohnungsdekorierung und Markenklamotten, nach denen kein echter Formel-1-Fan gefragt hat - fertig ist das Vollpreis-Update.

2025 ist das endlich wieder anders! Zumindest, was Codemasters anbelangt. Lance Stroll hat immer noch keinen Bock.

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F1 25
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Dank unterhaltsamer Story und stark ausgebauter My-Team-Karriere das derzeit beste Formel-1-Rennspiel.
Zur vollständigen Wertung
Passt zu euch, wenn ...
  • … ihr euer eigenes Formel-1-Team an die Spitze der WM führen möchtet.
  • … ihr ein Herz für klischeehafte Racing-Geschichten habt.
  • … ihr altbekannte Rennstrecken von einer ganz neuen Seite kennenlernen möchtet.
Passt nicht zu euch, wenn ...
  • … ihr schon beim bloßen Gedanken an eine Formel-1-Seifenoper Alt + F4 drücken wollt.
  • … ihr in eurem eigenen Team auch unter eurem Namen auf der Rennstrecke unterwegs sein wollt.
  • … ihr bei Formel 1 an Mathe denkt und gar nicht so recht wisst, wie ihr hier gelandet seid.
Sören Diedrich
Sören Diedrich

Sören hat seine Steam-Bibliothek geöffnet und mal zusammengerechnet. Von F1 2010 bis F1 25 hat er summiert 1.384 Stunden mit den Codemasters-Rennspielen verbracht. Trotz einiger mauer Jahrgänge hofft er deshalb allein schon aus nostalgischen Gründen, dass EA der Reihe nicht den Stecker zieht.

Endlich wieder Seifenoper

Braking Point ist zurück! Der Story-Modus von F1 hat seine obligatorische Pause beendet und entführt uns im dritten Kapitel wieder in die Telenovela-Variante der Königsklasse des Motorsports. Hier wird gelacht, geliebt, gelitten, gejubelt, intrigiert und diskutiert - das kriegt selbst RTLs Soap-König GZSZ nicht besser hin. Beim Spielstart könnte ich mir prima ein musikalisches Intro vorstellen:

Ich seh in dein Herz, sehe gute Rennen, schlechte Rennen. Eine WM, die neu beginnt. Durch Presse und Fans, wird in guten und in schlechten Zeiten deine Karriere bestimmt.

Ob ihr mit Braking Point 3 Spaß haben werdet, hängt davon ab, wie gut ihr euch auf die Seifenoper-Schmonzette einlassen könnt. Mich hat das Wiedersehen mit dem Konnersport-Rennstall bestens unterhalten, auch wenn das Klischee-Handtuch bis zum allerletzten Tropfen ausgewrungen wird. Insbesondere in den Zwischensequenzen beeindrucken die KI-Akteure mit realistischer Mimik und Gestik.

Eine willkommene Prise Abwechslung liefern zudem die neu eingeführten Entscheidungen, die ich mehrfach im Rahmen der Handlung treffen muss. Dadurch ändern sich Verlauf und schlussendlich auch der Ausgang der Story - eine coole Sache, auch wenn sich die Auswirkungen in Grenzen halten.

Außerdem können Profis jetzt auf einen Hard-Mode zurückgreifen, um auf der Strecke vor eine größere Herausforderung gestellt zu werden. Aber hey, wen interessiert schon das Renngeschehen, wenn abseits der Strecke die viel größeren Dramen passieren?! Hach, da muss ich glatt schon wieder lossingen, verzeiht bitte. Ich seh in dein Herz …

Video starten 1:12 F1 25: Trailer zu Braking Point 3, dem Story-Modus des Rennspiels

Was taugen die neuen Strecken?

Der Rennkalender hat sich im Vergleich zu F1 24 nicht geändert, trotzdem gibt es neue Strecken - wie das? Die Antwort nennt sich Reverse Tracks.

Einige Rennpisten lassen sich nun auch verkehrt herum fahren. Was simpel klingt, entpuppt sich als enorm spaßige Herausforderung, insbesondere für F1-Enthusiasten wie uns. Denn die eigentlich in- und auswendig gelernten Kurse wirken plötzlich wieder fremd. Ins Blut übergegangene Kurvenradien stimmen nicht mehr, müssen neu gelernt werden. Diese Neuerung rockt!

Ein Aber gibt es trotzdem, wie so oft bei Codemasters F1-Spielen: Statt uns den gesamten Rennkalender neu erleben zu lassen, unterstützen derzeit nur drei Strecken das Reverse-Feature:

  • Silverstone: Die englische Traditionsstrecke ist noch die unspektakulärste im Reverse-Trio. Einzig die Kurvenkombinationen der Esses wirken wirklich neu und machen Spaß.
  • Spielberg: Anders sieht es am Red Bull Ring aus. Die Alpengaudi ist rückwärts befahren eine noch spaßigere Achterbahnfahrt als im Original. Vor allem die Anfahrt auf die letzte Kurve - also die eigentliche Kurve 1 - ist absoluter Nervenkitzel.
  • Zandvoort: Mein Reverse-Highlight liegt aber nicht in den österreichischen Bergen, sondern an der niederländischen Küste. Zandvoort rückwärts ist pures Adrenalin! Das schmale Asphaltband, die High-Speed-Kurven - es ist schon lange her, dass ich beim Herumpesen in einem F1-Spiel so viel Spaß hatte!

Hier habe ich euch ein paar meiner Reverse-Runden auf Video festgehalten. Man erkennt sehr gut, dass ich auch nach über 1.000 Spielstunden auf den Strecken plötzlich wieder wie ein Anfänger vieles neu lernen muss:

Video starten 4:23 F1 25: So herausfordernd sind Zandvoort, Silverstone und Spielberg im neuen Reverse-Mode

Klare Ansage an Codemasters: Streicht das Feature nicht nach einem Jahr bereits wieder, wie ihr es schon oft gemacht habt! Für ein hoffentlich erscheinendes F1 26 wünsche ich mir die alternative Streckenführung für den gesamten Rennkalender.

My Team 2.0 ist fantastisch

Abseits der zurückgekehrten Story-Kampagne ist die größte Neuerung eine umfangreiche Überarbeitung des My-Team-Spielmodus. Früher konnten wir hier als Teambesitzer und Fahrer zugleich unser eigenes Team an die Spitze der Königsklasse des Motorsports führen. Viele Aspekte wie Forschung und Entwicklung oder das Haushalten der beschränkten Finanzen blieben aber stets sehr oberflächlich.

My Team 2.0 ist eine ausgewachsene Management-Simulation, ähnlich wie es die Konkurrenz aus dem Hause Frontier mit dem nach nur zwei Jahrgängen schon wieder eingestampften F1 Manager einst angestrebt hatte.

  • Kostengrenze: Wie in der echten F1 muss ich das Jahresbudget sinnvoll einsetzen und ständig abwägen. Ist der erhoffte Zeitgewinn durch den neuen Frontflügel die 100.000 Scheinchen wert? Hole ich mir den sündhaft teuren Lewis Hamilton ins Team oder setze ich lieber auf einen deutlich günstigeren Rookie?
  • Personal und Einrichtungen: Egal ob Personalabteilung, Fabrik oder Rennteam an der Strecke - alle Positionen müssen von mir als Chef mit den besten zur Verfügung stehenden Leuten besetzt werden. Windkanal, Simulator und andere Einrichtungen müssen zudem stetig ausgebaut werden, damit mein Team den technischen Anschluss nicht verliert.
  • Fans und Sponsoren: Durch gute Leistungen auf der Strecke gewinne ich die Herzen der Fans für meinen Rennstall. Das lockt wiederum zahlungskräftigere Sponsoren an, die mehr Geld in die Teamkasse spülen.

Team-Zentrale Ihr seid für alle Belange eures Teams verantwortlich. Umso hilfreicher ist der Kalender, der euch übersichtlich auflistet, wann was wo wie passiert.

Entwicklung Ständig müssen knifflige Entscheidungen getroffen werden. Soll das Update früher fertig sein, was mit höheren Kosten und einem Risiko für Fehler einhergeht? Oder soll sich das Team Zeit lassen, auch wenn darunter die Performance auf der Strecke leidet?

Ausbau Auch die Fabrik selbst muss stetig ausgebaut werden, was schnell ins Geld geht.

Wer ist die Nr. 1? Knifflig wird es auch bei bereits fertiggestellten Updates. Denn ihr müsst entscheiden, welcher Fahrer die neuen Teile ans Auto bekommt und wer nicht. Das wirkt sich auf die Zufriedenheit der Piloten aus.

Ein besonderes Highlight ist der überarbeitete Lackierungs-Editor. Logos, Sticker, Farben und Formen auf dem Rennauto lassen sich jetzt frei skalieren, verschieben und anordnen, wie es mir beliebt. Dadurch erhalte ich endlich die volle Kontrolle darüber, wie das über 1.000 PS starke Aushängeschild meines Teams aussieht.

Der Management-Part ist jetzt also deutlich ausgebaut. F1 25 hat zudem den unschlagbaren Vorteil, dass ich jederzeit das Sakko gegen den Rennoverall tauschen und selbst ins Lenkrad greifen kann. Diese höchst motivierende Kombi lässt mich das Lenkrad und den Controller so schnell nicht mehr aus der Hand legen.

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