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Fallout: Miami wird ein Singleplayer-Fallout, wie es sein sollte

Endlich konnten wir mit den Entwicklern von Fallout: Miami sprechen und die Singleplayer-Mod live sehen. Dabei kam uns verdächtig oft New Vegas in den Sinn.

von Michael Graf,
08.06.2021 13:00 Uhr

Wir hatten endlich die Gelegenheit, Fallout: Miami live zu sehen. Wir hatten endlich die Gelegenheit, Fallout: Miami live zu sehen.

Nuka Cola, also bitte! In Miami trinken sie »Pop & Chill«, die Limo mit dem manisch grinsenden Zitronen-Maskottchen, auf deren Verkaufsautomaten ein kleines Atomzeichen prangt. Isotonische Getränke sind in Fallout nämlich out, wahrhafte Erfrischung versprechen nur isotopische Getränke. Oh ja, Fallout: Miami wird ein echtes Fallout.

Und Fallout: Miami, das ist auch fast noch besser als Fallout: New Vegas. Nicht spielerisch oder inhaltlich - New Vegas war grandios -, aber vom Setting her. Miami, dieses sonnendurchflutete Strandpartymoloch, dieses Nackenmattenparadies der Achtziger, dieses Weltzentrum der geschmacklosen Herrenhemden und sturmgewehrbewehrten Kokainwüteriche, deren Exzesse das vielleicht beste GTA hervorgebracht haben - Miami hat den Nuklearkrieg verdient.

Denn wie in Las Vegas äschert der Bombenhagel eben nicht nur die »Magic City« ein (der Spitzname von Miami), sondern auch den amerikanischen Traum, für den sie steht. Den Traum von Freiheit, Glücksspiel und neonbunter Dauerparty unter dem Sternenbanner.

In Anspielung an die grelle Leuchtreklame der Barmeile Ocean Drive, der Schinkenstraße der Südstaaten, witzelte der Stand-up-Pionier Lenny Bruce einmal:

"Miami Beach ist der Ort, wo das Neon zum Sterben hingeht."

In Fallout: Miami ist es bereits tot, die Mod für Fallout 4 versetzt euch ins postapokalyptische »Vacation Wasteland« von Miami Beach.

Fallout: Miami - Screenshots ansehen

Wir hatten nun - entschuldigt bitte, dass ich schriftschreie - ENDLICH die Gelegenheit, mit den Moddern zu sprechen und die aktuelle Version von Fallout: Miami live zu sehen.

Seitdem 2017 das erste Gameplay aus Fallout: Miami zu sehen war, hatten wir das Team mehrfach angefunkt, bislang fühlt es sich aber nicht sicher genug für eine größere Präsentation. Das hat sich geändert, denn Fallout: Miami macht Fortschritte wie eine Todeskralle beim 100-Meter-Sprint.

Das heißt zwar nicht, dass ein Release im Jahr 2021 oder 2022 absehbar wäre, noch gibt es viel zu tun. Aber die Macherinnen und Macher verfolgen ein klares Konzept, das vier Aspekte besonders betont:

  • Entscheidungen
    In Haupt- und vielen Nebenquests bestimmt ihr Wohl und Wehe des Vacation Wasteland und seiner Fraktionen. Die Haupthandlung wird mehrere Enden bieten; zum Abschluss soll es wie in Fallout: New Vegas eine Diashow geben, die das Schicksal wichtiger Charaktere und Gruppierungen illustriert.
  • Fraktionen mit Tiefe
    Selbst kleinere Parteien möchten die Modder detailliert ausarbeiten und mit Hintergrundgeschichten, eigenen Ideologien sowie wichtigen Charakteren versehen. Nur bei einer ganz speziellen Truppe hält man sich bedeckt, dazu später mehr.
  • Exotische Umgebungen
    Die Golfküste der USA gab es bislang in keinem Fallout zu sehen. Neben Palmen und Stränden erwarten euch im Vacation Wasteland auch überwucherte Sumpfgebiete und ortsansässige Monster wie der Mingo, ein mutierter Riesen-Flamingo. Um seine Lieblingsspeise kennenzulernen, genügt ein Blick in den Spiegel.
  • Das wahre Miami
    Wiedererkennbaren Schauplätze aus der realen Welt sind Ehrensache, zusätzlich sollt ihr im endzeitlichen Miami zahlreiche Anspielungen auf die popkulturelle Stadtgeschichte finden. Ein Easter-Egg zu Hotline Miami hat das Team bestätigt, eines zu »Miami Vice« ist eh Pflicht. Dexter sowie Tony Montana werdet ihr in der einen oder anderen Form sicherlich ebenfalls begegnen - und vielleicht schlurft irgendwo sogar ein untoter Will Smith herum und stöhnt dieses Lied:

Link zum YouTube-Inhalt

Womit die Nebenquest der Kollegin Natalie, euch für diesen Artikel einen Ohrwurm zu verpassen, schon mal abgehakt wäre. Welcome to Miami!

Zurück zur Hauptquest dieses Artikels: Damit ihr versteht, welches Potenzial in Fallout: Miami steckt, will ich euch die Mod im Detail vorstellen. Und zwar gemeinsam mit zwei Projektleitern:

  • Kristian »K. Constantine« Zangeev betreut Fallout: Miami als Creative Director und hat einen Gutteil der Story und des Settings ausgestaltet.
  • Brendon »Loaf« Bangert koordiniert als Projektmanager unter anderem die Arbeiten an der Spielwelt und designt auch selbst Levels.

Weil beide übergreifend mit dem gesamten, aktuell rund 75-köpfigen Modding-Team zusammenarbeiten, kennen sie das Vacation Wasteland wie ihre Westentasche. Kristian erklärt zum Einstieg:

"Wir arbeiten jetzt seit einigen Jahren an Fallout: Miami, und es ist ganz schön gewachsen - vor allem in puncto Erzählung und Themen. Das kann ziemlich in die Tiefe gehen."

Höchste Zeit, in diese Tiefe einzutauchen! Schlüpft in die Badehosen, tragt Sonnencreme auf und springt ins angenehm temperierte Badewasser Floridas!

Und das Setting wird dabei nicht das einzige bleiben, was euch an Fallout: New Vegas erinnert.

Der Autor
Michael Graf mag das Fallout-Universum, weil dessen überzeichneter 50er-Jahre-Stil den perfekten Kontrast zur Endzeit bildet: gestern bunt, heute Abgrund. Und welche Stadt ist schon bunter als die Partymetropole Miami? Dazu noch folgenschwere Entscheidungen durchsetzt mit dem typisch schwarzen Fallout-Humor und popkulturellen Anspielungen - Fallout: Miami blutet geradezu Potenzial. Micha freut sich schon darauf, den Badehosen-Ghulen am South Beach seine Vierfach-Schrotflinte mit den Worten »Say hello to my little friend!« vorzustellen und beim Anbruch der Nacht »Tonight's the night« zu raunen.

Ambitioniert, aber machbar

Ich weiß, was ihr jetzt denkt. Fallout: Miami wäre nicht die erste Mod, die große Hoffnungen weckt und irgendwann wie eine Pilzwolke verpufft und niemals erscheint. Das ist normal: Modder stecken oft ihre gesamte Freizeit in diese Projekte, doch manchmal funkt das echte Leben dazwischen: Familien wollen versorgt, neue Jobs angetreten werden. Und gelegentlich verliert man auch einfach die Lust.