Soll ich ein Foldable kaufen oder doch ein gewöhnliches Smartphone? Vor dieser Entscheidung dürften inzwischen immer mehr Handynutzer stehen.
Immerhin sind die Falthandys in den letzten Jahren zu einem festen Bestandteil in den Portfolios der Hersteller geworden.
Zudem hat sich in dem Bereich auch einiges getan: Die Geräte sind jetzt dünner, robuster und insgesamt alltagstauglicher. Allerdings sind sie nicht für jeden die richtige Wahl, nicht zuletzt auch wegen ihres hohen Preises.
Aber es gibt klare Nutzertypen, für die sich der Griff zum Foldable durchaus lohnt.
Typ 1: Multitasking- und Poweruser – Fold ist euer Ding
Ihr wechselt häufig zwischen mehreren Apps, beantwortet E-Mails auf dem Handy, bearbeitet unterwegs Excel-Tabellen, schaut YouTube-Videos, während ihr chattet oder habt generell das Gefühl, dass euer Handy-Bildschirm zu klein ist?
Warum ein Fold passt: Mit Fold sind an dieser Stelle die großen Falthandys gemeint, deren Innendisplay ausgeklappt meist um die acht Zoll groß ist. Damit wird aus dem Handy ein Mini-Tablet.
Drei Apps gleichzeitig? Kein Problem. So könnt ihr beispielsweise zur selben Zeit eine E-Mail schreiben, ein YouTube-Video schauen und WhatsApp-Nachrichten lesen. Videokonferenz mit Notizen daneben? Das geht auch.
54:22
Ist die Smartphone-Ära am Ende? Mit iKnowReview - FYNT Talk auf der IFA 2025
Die Kompromisse: Modelle wie das Samsung Galaxy Z Fold 7, Google Pixel 10 Pro Fold oder Honor Magic V5 kosten schnell um die 2.000 Euro zum Marktstart.
Immerhin fallen die Preise aber je nach Modell recht schnell. Das Galaxy Z Fold 7 kostet beispielsweise wenige Monate nach Release statt 2.100 Euro rund 1.300 Euro.
Wer die beste Kamera und die längste Akkulaufzeit sucht, wird diese in der Regel eher in einem Nicht-Falt-Handy finden. Hier sind die regulären Premium-Geräte häufig noch besser aufgestellt.
Hinzu kommt, dass die Foldables noch nicht so robust sind wie normale Smartphones.
Das Pixel 10 Pro Fold beispielsweise ist als eines der wenigen Falthandys nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt – allerdings bleibt das Display aufgrund seiner Materialbeschaffenheit (Kunststoff statt Glas) empfindlicher gegenüber Kratzern.
Typ 2: Kompakt-Liebhaber – ein Flip Phone ist eure Antwort
Euch sind normale Handys zu groß, ihr habt kleine Taschen, macht gerne Selfies oder legt Wert auf ein stylisches Design?
Dann passt ein Flip Phone zu euch: Geräte wie das Motorola Razr 60 Ultra oder Samsung Galaxy Z Flip 7 finden auch in kleinen Hosentaschen Platz – zusammengeklappt misst das Flip 7 beispielsweise nur 8,5 × 7,5 Zentimeter.
Die inzwischen deutlich gewachsenen Außendisplays (rund 4 Zoll) sind endlich groß genug für Apps wie WhatsApp, Spotify oder die Kamera-App. Ihr müsst das Handy also seltener aufklappen.
Samsungs Flip bietet beispielsweise auch einen sogenannten Flex Mode – das Flip kann flexibel aufgeklappt und hingestellt werden, was etwa für Nachtaufnahmen, Langzeitbelichtungen oder Selfies aus der Ferne ohne zusätzliches Equipment praktisch ist.
Die Kompromisse: Die verbauten Akkus sind mitunter kleiner als bei regulären Handys, die Laufzeit nicht immer überragend.
Das Hauptdisplay ist wie bei den Folds anfälliger für Kratzer als bei anderen Handys. Höchste Robustheit und beste Kamera findet ihr definitiv bei Flaggschiff-Modellen ohne Faltmechanismus.
Preislich bewegen sich die Flip Phones meist im Bereich zwischen 800 und 1.300 Euro – aber auch hier könnt ihr ein paar Monate nach Release kräftig sparen.
Das Galaxy Z Flip 7 bekommt ihr inzwischen schon ab rund 750 Euro, das etwas abgespeckte Z Flip 7 FE bereits ab rund 540 Euro.
Typ 3: Gelegenheitsnutzer – bleibt beim Etablierten
Ihr nutzt hauptsächlich WhatsApp, Instagram, Kamera und Navigation – mal ein YouTube-Video, ab und zu ein Spiel, grundsätzlich aber kein Poweruser.
Warum Foldables keinen Sinn ergeben: Ihr zahlt oft deutlich mehr für Features, die ihr nicht benötigt. Das Multitasking beim Fold? Braucht ihr nicht. Das kompakte Format beim Flip Phone? Wenn ihr mit der Größe bislang keine Probleme hattet, dann ist auch das kein Argument.
Reguläre Handys aus dem Premium-Segment haben mitunter bessere Kameras, eine längere Akkulaufzeit, sind robuster und kosten etwas weniger (zumindest zeitnah zum Release).
Typ 4: Preisbewusste – definitiv nicht faltbare Handys
Euer Budget liegt unter 700 Euro und ihr wollt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis?
Ein reguläres Smartphone ist die bessere Wahl: Mittelklasse-Smartphones oder im Preis gefallene Flaggschiff-Geräte bieten euch meist die bessere Ausstattung, vor allem was Akkulaufzeit, Kamera, Robustheit und mitunter Performance angeht.
Fazit
Die Technik der aktuellen Foldables hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt – extrem große, technische Unterschiede zwischen Falt- und Nicht-Falt-Handys gibt es mittlerweile kaum mehr.
Aber: die Geräte sind eher für spezielle Anwendungsfälle wirklich sinnvoll, gerade wegen ihres hohen Preises (wenn wir den Preisverfall mal außer Acht lassen).
Mein Tipp: Geht in den nächsten Elektrofachhandel und spielt etwas mit einem Foldable wie dem Galaxy Z Fold 7 und Z Flip 7 herum. Falls ihr danach nicht denkt »Das brauche ich unbedingt« – spart das Geld und kauft ein herkömmliches Smartphone.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.