Football Manager 2020 Tipps: 5 häufige Taktikfehler und wie ihr sie vermeidet

Ihr wollt eure Karriere im Football Manager 2020 starten? Wir liefern euch fünf Einsteigertipps mit denen ihr den FM 2020 ratzfatz im Griff habt.

von Michael Herold, Tery Whenett,
08.01.2020 17:30 Uhr

Mit unseren Tipps startet ihr gut gewappnet in den FM 2020. Mit unseren Tipps startet ihr gut gewappnet in den FM 2020.

Für Taktikfüchse ist der Football Manager 2020 ein wahres El Dorado, denn sie können ihren Lieblingsverein darin wieder bis ins kleinste Detail perfektionieren. Für Anfänger und Neulinge dagegen kann der FM 2020 schnell verwirrend wirken, auch wenn die Serie zuletzt deutlich einsteigerfreundlicher geworden ist.

Dennoch gibt es auch dieses Jahr wieder ein paar Stolperfallen, in die man gerade als Einsteiger gerne mal rein läuft. Wir schauen uns die fünf weitverbreitetsten Anfängerfehler in diesem Artikel einmal genauer an und erklären euch, wie ihr sie vermeidet und so den Football Manager ratzfatz beherrscht.

1. Die Grundausrichtung richtig verstehen

Auch wenn die Bezeichnungen "Offensiv" und "Defensiv" recht eindeutig klingen, haben sie nichts mit "Offensiv gefährlich" und "Defensiv sicher stehen" zu tun. Die verschiedenen Grundausrichtungen kennzeichnen jeweils einfach nur einen anderen Stil.

Auch ein "defensives" Team will (wenig überraschend) Tore erzielen und ein offensives Team will hinten den Kasten sauber halten - sie nutzen dafür nur andere Mittel. Während die einen den Ball geduldig in den eigenen Reihen halten, stürmen die anderen auf dem direkten Weg nach vorne. Während die einen den eigenen Strafraum abriegeln, versuchen die anderen, den Gegner in dessen Hälfte einzuschnüren.

Die Grundausrichtungen fallen sehr viel komplexer aus als ihre Namen es vermuten lasen. Die Grundausrichtungen fallen sehr viel komplexer aus als ihre Namen es vermuten lasen.

Deshalb würde ich (offensiv) erfolgreiche Mannschaften wie Barcelona, Bayern oder ManCity im Football Manager eher mit einer vorsichtigen Grundausrichtung ausstatten. Dadurch spielen sie den Gegner mit geduldigen Ballstafetten müde, bis sich Räume öffnen, die sie dann durch die individuelle Klasse ihrer Spieler auszunutzen wissen.

Wer Grundausrichtung als Risikofreude versteht, bekommt vielleicht ein besseres Bild von dem, was diese Einstellung tatsächlich aussagt.

2. Grüne Kreise sind nicht immer die besten Kreise

Die Kreise auf der Taktiktafel sind ein Indikator dafür, wie gut ein Spieler zur gewählten Position und Rolle passt. Das heißt also je grüner, desto besser - oder? Nicht unbedingt.

Die Rolle muss in erster Linie zur Taktik passen - und dann erst der Spieler zur Rolle. Denn was bringt es, wenn ein defensiver Mittelfeldspieler in seiner Paraderolle als "Regista" permanent quer über den Platz rennt, um die Bälle zu fordern, aber niemand hinten absichert?

Selbst ein Robert Lewandowski kann nicht einfach machen, was er will, sondern muss sich dem größeren Taktikkonzept unterordnen. Selbst ein Robert Lewandowski kann nicht einfach machen, was er will, sondern muss sich dem größeren Taktikkonzept unterordnen.

Als zurückgezogener Spielmacher würde er seine Position vor der Abwehrkette halten und trotzdem das Spiel von hinten aufziehen. Selbst als Abräumer würden seine Attribute zum Tragen kommen - er würde die Rolle nur (deutlich) anders interpretieren als ein Wadenbeißer.

Versucht also nicht nur auf Teufel komm raus eure Taktiktafel möglichst grün zu halten, sondern schaut lieber zu, dass euer Spieler auf der ausgewählten Position auch wirklich in euer Taktikkonzept passt.

3. Machen mich viele Anweisungen zu Pep Guardiola?

Leider nicht. Des öfteren sieht man überladene Taktiken, die vor lauter Spieler- und Teamanweisungen geradezu überquellen. Das heißt zwar nicht zwingend, dass sie zum Scheitern verurteilt sind, aber dennoch gibt es Nachteile.

Jede Grundausrichtung - siehe Punkt 1 dieser Liste- kommt mit einem Plan für jede Spielphase (Defensive, Offensive, Umschaltspiel) daher. Wenn ihr allzu viele Teamanweisungen aktivieren müsst, um eure gewünschte Taktik zu realisieren, ist das ein Zeichen dafür, dass ihr vielleicht mit einer anderen Grundausrichtung und weniger Anweisungen näher ans Ziel kommen könntet.

Eine vernünftige Grundausrichtung und kleine Anpassungen für den jeweiligen Gegner sind sinnvoller als jede Menge Taktikanweisungen nur um ihrer Masse willen. Eine vernünftige Grundausrichtung und kleine Anpassungen für den jeweiligen Gegner sind sinnvoller als jede Menge Taktikanweisungen nur um ihrer Masse willen.

Außerdem: Wenn es im Spiel nicht nach Plan verläuft, gibt es viele Anweisungen zu überdenken. Besser ist es daher, mit weniger Anweisungen ins Spiel zu gehen und dann auf den Spielverlauf und den Gegner zu reagieren.

4. Eine Anweisung anklicken genügt nicht

Wer eine Teamanweisung auswählt, der erwartet, dass die Mannschaft sie dann genauso umsetzt. Aber Vorsicht mit den Erwartungen, denn ganz so einfach ist es nicht. Da die Taktik aus unzähligen Faktoren (Formation, Grundausrichtung, Anweisungen, Spielerrollen) besteht, muss man jede Anweisung in diesem Kontext betrachten.

Ich will zum Beispiel, dass mein Team über die Außen spielt? Dann sollte ich zunächst mal die Flügel doppelt besetzt haben oder zumindest qualitativ die Seite dominieren können. Ich will, dass die Mannschaft kontrolliert von hinten aufbaut? Dann sollte ich per Formation und/oder Spielerrolle dafür sorgen, dass die Innenverteidiger auch gute Anspielstationen im Mittelfeld haben.

Klickt die Teamanweisungen also nicht einfach nur an und hofft auf das Beste, sondern stellt sicher, dass eure elf Kicker den Befehl auch optimal umsetzen können.

Teamanweisungen können nur dann fruchten, wenn das gesamte Team mitzieht. Teamanweisungen können nur dann fruchten, wenn das gesamte Team mitzieht.

5. Bei Rückstand alle nach vorn? Spielt lieber mit Köpfchen!

Wer kennt es nicht: Das eigene Team liegt zurück und die Zeit läuft davon. Also steigert man - Pawlow lässt grüßen - die Grundausrichtung auf volle Offensive und wechselt ein, zwei, viele Offensivspieler ein. Bei Rückstand alles nach vorne zu werfen ist so nahe liegend wie (meistens) falsch - im Football Manager wie im echten Fußball.

Wenn der Gegner tief und eng steht, bieten sich woanders Räume - gewöhnlich auf den Außen und in Richtung der eigene Hälfte. Dort wird man zwar keine direkte Torgefahr entwickeln, aber wer sich etwas fallen lässt oder das Spiel breiter macht, bringt den Gegner in Bewegung und öffnet damit Räume, die sich konstruktiv bespielen lassen.

Ein Beispiel, wie man das andere Team unter Druck setzen kann: Indem man gezielt die rechte Seite mit einem Flügelspieler, einem offensiven Außenverteidiger und einem mobilen zentralen Mittelfeldspieler überlädt, stellt man den Gegner vor Aufgaben, die komplexer sind, als den x-ten hohen Ball aus dem Sechzehner zu köpfen.

Das hat dazu noch einen netten Nebeneffekt: Durch die ausgewogenere Formation (es stehen halt nicht alle Spieler im/am gegnerischen Strafraum) ist man deutlich weniger anfällig für den Gnadenstoß, der einen meistens dann ereilt, wenn der Gegner doch einmal kontrolliert aus der Belagerung ausbrechen und einen Konter fahren kann.

Gastbeitrag zum FM20 auf GameStar:
Dieser Artikel stammt nicht von einem unserer hauseigenen GameStar-Redakteure, sondern von unserem Gastautor Tery Whenett von FM.Zweierkette.de. Diese Seite ist der erste deutsche FM-Blog und wurde 2015 von Tery ins Leben gerufen. Dort veröffentlicht er Guides und andere Artikel zum FM. Dazu streamt er den Football Manager regelmäßig auf Twitch und beantwortet auf dem FM.Z Discord gerne Anfängerfragen.

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