Warum Fortnite zurecht der größte Shooter der Welt ist

Meinung: Man muss Fortnite nicht spielen, um zu erkennen, dass Epic Games seiner Konkurrenz meilenweit voraus ist.

von Dennis Zirkler,
09.12.2021 19:00 Uhr

Fortnite war für mich immer dieses furchtbar bunte Battle Royale, in dem Kinder ihr Taschengeld auf den Kopf hauen, um anschließend als Banane verkleidet brüllend durch die Spielwelt hüpfen zu können. Ein Spiel, das ich einfach nicht ernst nehmen konnte – bis ich es aus Neugier dann doch mal selbst probiert habe.

Denn jetzt weiß ich: Fortnite ist völlig zurecht der größte Shooter auf dem Markt - und selbst dann spannend, wenn ihr es nicht mal mit der Kneifzange anfassen würdet. Epic macht hier viel richtig, von dem die komplette Branche sich eine abschneiden sollte.

Der Autor

Dennis schreibt seit über zwei Jahren für GameStar und hat sich in der Redaktion den Ruf erarbeitet, wirklich alles mal gespielt zu haben. Um Fortnite hat er aber bislang immer einen großen Bogen gemacht - bis jetzt! Nachdem er jetzt eine komplette Season erlebt hat, erklärt er euch nun, warum das Spiel so spannend ist - auch für all diejenigen, die es nicht mal mit der Kneifzange anfassen würden.

Warum Fortnite ein gutes Spiel ist

Natürlich hat es mich durchaus etwas Überwindung gekostet, Fortnite überhaupt zu installieren – erst recht, wenn ich daran denke, wie ich in der Zeit eigentlich viel lieber meinen neuen Spielstand in Rimworld weitergespielt hätte. Und auch, weil sich viele meiner Vorurteile direkt bewahrheitet haben: In meinem ersten Team treffe ich etwa direkt auf drei schreiende Jugendliche. Als Ü30-Mensch fühlt man sich da natürlich direkt fehl am Platz.

Nachdem ich für meine weiteren Runden in den Solo-Modus gewechselt bin und mich mit der Comic-Optik mehr oder weniger abgefunden habe, merke ich aber schnell, wie viel Spaß Fortnite machen kann. Natürlich ist es immer noch ein Battle Royale - aber es ist in so vielen Punkten besser als die Konkurenz.

1. Eine Geschichte im Multiplayer erzählen

Eigentlich ist es schwer vorstellbar, aber Fortnite hat tatsächlich eine richtige Geschichte, die sich durch alle 17 Seasons des Spiels zieht. Ganz ehrlich, so ganz verstanden habe ich sie nicht: Es geht um Geheimorganisationen, Multiversen und Zeitschleifen – denn irgendwie muss man ja erklären, warum ständig 100 Spieler aus dem Himmel fallen, es regelmäßig neue Maps gibt und Lara Croft, Superman und Ariana Grande gleichzeitig herumrennen.

Auch wenn die Story vermutlich total bekloppt ist, hat mir aber die Art ihrer Inszenierung stark imponiert, denn als Spieler bekomme ich durch Quests das Gefühl, ein wichtiger Teil der Geschichte zu sein. Während der Alien-Handlung musste ich etwa verkleidete Außerirdische mit einem Spezialgerät aufdecken, Bioscanner aufstellen oder das Mutterschiff der Außerirdischen besuchen.

Das Ganze mündet am Ende der Season dann in den wirklich beeindruckend inszenierten Live Events, die dem bisher erlebten einen befriedigenden Abschluss geben. So etwas können andere Online-Spiele einfach nicht bieten oder bekommen es einfach nicht so gut hin. Der größte Konkurrent, Call of Duty: Warzone, hat es etwa mit dem Reveal von Vanguard probiert. Doch die 50 Spieler, die dort mit Panzerfäusten einen Zug kaputtgeschossen haben, waren nicht mal ansatzweise so cool wie das, was Fortnite alle paar Monate demonstriert.

Aber seht selbst:

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

2. Sich stetig verändern

Durch diese ständigen Events tut sich auch regelmäßig was am Gameplay, die Partien spielen sich durch die verschiedenen Saison-Mechaniken immer abwechslungsreich.

Als ich vor ein paar Monaten erstmals reingeschaut habe, stand alles im Zeichen einer riesigen Alien-Invasion. Ich konnte mit Ufos über die Map fliegen und Feinde mit dem Traktorstrahl umherschleudern. Im Mutterschiff der Aliens fand jede Runde ein Minigame statt, bei dem es immer potenziell viel Loot abzusahnen gab. Ich konnte in Basen einer Geheimorganisation eindringen, in denen NPC-Wachen und sogar ein Boss auf mich warteten

Und mit jeder neuen Season kommen neue, ähnlich aufwändige Features: In der folgenden Saison drehte sich dann alles um irgendwelche Würfelmonster und überall auf der Karte gab es plötzlich Portale in eine andere Dimension, in der ich in einer Art Horde-Modus dutzende zombieartige Würfelmonster über den Haufen schießen konnte.

Genau diese Abwechslung fehlt mir in anderen Battle Royales. Okay, bei CoD Warzone gibt es jetzt eine neue Map mit Flugzeugen – nachdem es anderthalb Jahre dieselbe Map in zwei Versionen gab. Und Apex Legends hat ebenfalls eine neue Map bekommen. Doch das ändert nichts daran, dass ich dort jede Runde wirklich immer denselben Battle-Royale-Ablauf habe: Landen, Looten, Feinde töten. Fortnite ist einfach das dynamischere Battle Royale und bietet im Vergleich dazu deutlich mehr.

3. Vielfalt bieten

Apropos Abwechslung: Fortnite hat nicht nur den klassischen Battle Royale Modus. Modder können im Kreativmodus nicht nur neue Maps, sondern komplett neue Spielmodi erstellen. Natürlich finden sich hier Shooter-Standards wie Team Deathmatch oder Capture the Flag in zig Varianten. Aber es gibt auch ausgefallenere Modi, die fast als komplett neues Spiel durchgehen könnten.

Hier ein paar Beispiele:

  • Ein Horrorspiel im Stil von Dead by Daylight, bei dem ein Spieler als mörderischer Teddy in einer düsteren Villa Jagd seine Mitspieler macht.
  • Rollenspiel-Modi à la GTA Online RP, in denen Spieler ganz normalen Berufen nachgehen oder sich als Gangster und Polizisten versuchen.
  • Dutzende Tycoon Maps, in denen Fortnite zu einer Art Wirtschaftssimulation wird. Im Holiday Tycoon leitet ihr als Helfer des Weihnachtsmannes etwa eine Spielzeugwerkstatt und werdet mit dem Verkauf von Spielzeugen reich.
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

4. Die Kerndisziplin meistern

Auch wenn es niemanden überraschen dürfte, aber Fornite kann auch als Shooter überzeugen. Mir ist wichtig, dass die Waffen gut ausbalanciert sind und die Schüsse da landen, wo ich hinziele. Nicht so, wie bei Battlefield 2042. In Fortnite ist das hingegen der Fall. Auch wenn ich das Bauen – eigentlich das größte Alleinstellungsmerkmal – überhaupt nicht beherrsche und immer abschreckend fand, habe ich deshalb schon mehrmals den Epischen Sieg holen können.

Denn was bringt es meinem Gegner, dass er innerhalb von zwei Sekunden eine zehnstöckige Villa mit Pool aus dem Boden stampfen kann, wenn ich diese einfach mit einer Glühwürmchen-Granate niederbrenne und ihn anschließend mit dem Sturmgewehr plattmachen kann?

Die Waffen in Fortnite machen genau das, was ich von ihnen erwarte: Shotguns töten im Nahkampf mit ein bis zwei Volltreffern, Sturmgewehre garantieren bei gutem Aiming auf mittlere Distanz präzise Treffer und Sniper-Gewehre töten meine Feinde bei Kopfschüssen umgehend, sind durch langsame Projektile und Bullet Drop aber auch nicht übermächtig.

Wenn man in Fortnite auf den Kopf zielt, trifft man diesen auch. Wenn man in Fortnite auf den Kopf zielt, trifft man diesen auch.

Fortnite ist auch für Außenstehende spannend

Ja, Fortnite mag nicht mein Spiel sein. Eures vielleicht auch nicht. Es ist womöglich durch und durch ein Spiel der Generation Tiktok. Aber zu beobachten, wie die Entwickler hier immer wieder neue Messlatten legen und die Konkurrenz nur hinterherlaufen kann, ist auch als Außenstehender spannend zu beobachten.

Durch Fortnite ist das Battle-Royale-Genre massentauglich geworden. Fortnite hat den Battle Pass, den es mittlerweile in fast jedem Free2Play-Spiel gibt, groß gemacht. Nur wegen Fortnite gibt es mittlerweile Crossplay zwischen PC, PlayStation und Xbox. Fortnite schafft Trends, die alle PC-Spieler auf dem Schirm haben sollten. Denn wenn Epic Games hier etwas Neues macht, könnt ihr euch sicher sein, dass andere Entwickler es schon bald nachmachen werden.

zu den Kommentaren (90)

Kommentare(90)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.