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13-Jähriger bricht für Fortnite die Schule ab und seine Eltern sind dafür, Fall löst große Debatte im Internet aus

In Japan hat ein 13-Jähriger die Schule abgebrochen, um als Fortnite-Profi durchzustarten. Die zustimmende Haltung seiner Eltern stößt im Netz auf Kritik, denn eigentlich herrscht auch in Japan Schulpflicht bis zur neunten Klasse.

Streamer Taro hat nach der sechsten Klasse die Schule verlassen, um sich auf seine E-Sport-Karriere zu konzentrieren. Bild: x.comfn_taro. Streamer Taro hat nach der sechsten Klasse die Schule verlassen, um sich auf seine E-Sport-Karriere zu konzentrieren. Bild: x.com/fn_taro.

Mal ehrlich: Wer von euch hat als Kind nicht schon mal davon geträumt, mit Zocken später das große Geld zu verdienen. Doch bei den meisten scheitert dieser Traum irgendwann zwangsläufig an der Realität – oder Eltern, die euch zwingen, den Rechner abzuschalten und euch um die Schule zu kümmern.

In Japan sorgte letztes Jahr allerdings das genau Gegenteil für Aufsehen. Denn der damals 12-jährige YouTuber Tarou kündigte Anfang 2025 an, seine schulische Laufbahn zu beenden, um sich in Vollzeit seiner Karriere als E-Sportler zu widmen. Das Kuriose daran: Seine Eltern unterstützten diesen radikalen Schritt voll und ganz.

Dank eines Artikels in der South China Morning Post ist die Debatte über den Fall im Netz nun neu entbrannt.

Alles auf eine Karte

Japanische Medien berichteten damals, Tarou wolle nach seinem Grundschulabschluss nicht auf die Mittelschule (Junior High School) gehen, um mehr Zeit in den Aufbau seiner E-Sport-Karriere investieren zu können. Seinen Eltern zufolge spielt der Junge bereits seit dem Alter von drei Jahren Videospiele und konnte schon im Grundschulalter mit Profispielern mithalten.

Unter Mithilfe eines Profis startete er 2020 seinen eigenen YouTube-Kanal. Mit seinen Fortnite-Videos knackte er 2024 die Marke von 100.000 Abonnenten auf der Videoplattform. Im Februar 2025 kam es allerdings zu einer Kontroverse: Auf Twitter kündigte Tarou damals an, sich nach dem Ende seiner Grundschulzeit im März nicht an einer weiterführenden Schule anzumelden.

Der Grund: Er wolle in Zukunft beim Fortnite-Weltcup antreten. Um das Trainingsniveau von Profispielern zu erreichen, müsse er jedoch mindestens 10 Stunden am Tag spielen. Die Schule sei da hinderlich und würde den Jungen laut seiner Eltern nur auslaugen. Also entschied sich die Familie gegen den weiteren Schulbesuch.

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Ich habe beschlossen, nach meinem Grundschulabschluss keine weiterführende Schule zu besuchen. Diese Entscheidung fiel nach einem Jahr voller Gespräche zwischen meinen Eltern, der Schule und mir, mit dem Ziel, einen Lebensstil zu schaffen, in dem ich mich ernsthaft sowohl dem Wettkampf-Fortnite als auch YouTube widmen kann und gleichzeitig genügend Zeit für Schlaf, Sport und Lernen habe.

- Tarou auf Twitter

Video starten 6:56 »Das war unglaublich«: Godzilla, Iron Man, Homer Simpson und Tausende Spieler kämpfen in einer Fortnite-Schlacht, wie es sie sonst nur im Kino gibt

Das Problem mit der Schulpflicht

Durch den aktuellen Artikel der South China Morning Post hat die Debatte um Tarou nun auch das englischsprachige Diskussionsforum Reddit erreicht, wo sich viele Nutzer fragen, ob Tarous Schulabbruch überhaupt legal ist. Denn ähnlich wie bei uns herrscht in Japan eigentlich Schulpflicht. Diese umfasst sechs Jahre Grund- und drei weitere Jahre Mittelschule.

Erst danach, also etwa ab dem 15. Lebensjahr, ist der Besuch der High School freiwillig. Da Tarou damals zwölf Jahre alt war, hätte er eigentlich weiter die Schulbank drücken müssen. Eine Abmeldung von der Schule ist aus rechtlicher Sicht nicht vorgesehen. In der Praxis bedeutete der Karriereschritt also, dass Tarou zum Schulverweigerer wurde.

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Zwar werden Eltern in Japan selten rechtlich belangt, wenn ihre Kinder nicht erscheinen, doch die gesellschaftlichen Konsequenzen sind enorm. Ohne Mittelschulabschluss ist der Weg zur High School versperrt – und damit faktisch auch der Zugang zum regulären Arbeitsmarkt, sollte die Gaming-Karriere scheitern.

Entsprechend kritisch fallen die Reaktionen in Japan und international aus. Viele Kritiker sehen in dem Schulabbruch eine Vernachlässigung der Bildung und der sozialen Entwicklung des Jungen. Denn gerade die Mittelschul-Jahre sind in Japan aufgrund der Teilnahme an Schul-AGs und -Clubs oft besonders prägend für Kinder. Viele User warnen entsprechend davor, dass Tarou die besten Jahre seiner Jugend verpasse und kritisieren, einem Kind solch heftige Trainingszeiten aufzubürden.

Befürworter lobten dagegen Tarous Entschlossenheit und vergleichen ihn mit Sportlern oder Künstlern, die ebenfalls früh alles auf eine Karte setzen. In Tarous Fall scheint sich die Entscheidung zumindest bislang ausgezahlt zu haben. Er hat auf YouTube mittlerweile über 231.000 Abonnenten und ist Teil eines professionellen E-Sport-Teams.

Die Einnahmen aus seinen Social-Media-Kanälen würden laut den Eltern ausreichen, um seine berufliche Selbstständigkeit zu sichern. Seit seinem 13. Geburtstag darf Tarou zudem auch ganz offiziell an regulären Wettkämpfen teilnehmen. Der Profikarriere steht also nichts mehr im Weg.

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Fortnite

Genre: Shooter

Release: 29.06.2020 (PC, PS4, PS5, Xbox Series X/S, Xbox One, Switch 2, Switch, iOS, Android)