Fortnite - USK erklärt, warum Battle Royale keine klassische Altersfreigabe hat

Der Free2Play-Shooter Fortnite: Battle Royale ist nie von der USK getestet worden, hat aber trotzdem ein Freigabesiegel. Die USK erklärt, was besorgte Eltern jetzt wissen sollten.

von Robin Rüther,
20.04.2018 15:25 Uhr

Fortnite: Rette die Welt ist ab 12 Jahren freigegeben, Fortnite: Battle Royale besitzt kein USK-Siegel.Fortnite: Rette die Welt ist ab 12 Jahren freigegeben, Fortnite: Battle Royale besitzt kein USK-Siegel.

Zurzeit herrscht bei vielen Eltern Unklarheit darüber, ab wie viel Jahren Fortnite tatsächlich freigegeben ist. Während der PvE-Modus Rette die Welt ein USK-12-Siegel trägt, gibt es bei Battle Royale keine offizielle Alterskennzeichnung. Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) hat nun in einer Stellungnahme den Grund dafür erklärt.

Warum ist Fortnite: Rette die Welt ab 12 Jahren freigegeben?

Wenn ein Spiel im stationären Handel vertrieben werden soll, bedarf es einer Prüfung durch die USK. Bei Fortnite: Rette die Welt fand diese im Mai 2017 statt, es erhielt eine Freigabe ab zwölf Jahren.

Fortnite: Battle Royale erschien erst einige Monate danach - jedoch nicht als physischer Titel, sondern als digitale Download-Version online. Der Jugendschutz im Internet fällt allerdings nicht unter das Jugendschutzgesetz, sondern unter den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag. Die USK schreibt dazu Folgendes:

"Je nach Verbreitungsart gelten in Deutschland unterschiedliche gesetzliche Regelungen zur Einhaltung des Jugendschutzes. Während für den Verkauf an Kinder und Jugendliche im stationären Handel eine entsprechende Altersfreigabe zwingend notwendig ist, muss der Jugendschutz im Internet durch andere Vorgaben sichergestellt werden. Für rein online vertriebene Inhalte (Trailer, Spiele, DLCs oder Let's Plays) gilt in Deutschland nicht das Jugendschutzgesetz (JuSchG) des Bundes, sondern der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) der Länder. "

Wir haben Jugendschützer befragt: Das sollten Eltern über Fortnite: Battle Royale wissen

Wie geht die USK mit Fortnite: Battle Royale um?

Theoretisch könnte die USK zwar auch Fortnite: Battle Royale mit einem Siegel versehen, dafür müsste Epic das Spiel allerdings zur Prüfung einreichen, wozu sie rechtlich nicht verpflichtet sind. Die Epic Games Germany GmbH ist allerdings freiwillig Mitglied bei USK.online und nimmt damit am Jugendschutzprogramm JusProg teil.

Spiele und Webseiten, die an diesem Programm teilnehmen, werden mit dem Age-de.xml-Label versehen. Dabei handelt es sich um eine Datei, die etwa auf der Seite des Herstellers eingesetzt wird und ihre Wirkung dann entfaltet, wenn eine entsprechende Jugendschutzsoftware auf dem Rechner installiert ist.

Die sorgt letztlich dafür, dass die Seite nicht mehr abgerufen und Spiele wie Fortnite damit nicht gespielt werden können. Die Jugendschutzsoftware muss allerdings aktiv von den Eltern installiert werden, sonst kann weiterhin auf Seiten mit Age-de.xml-Label zugegriffen werden.

Tipps für Eltern von der USK

Die USK hat am Ende ihrer Stellungnahme einige Tipps gegeben, wie Eltern bei ungekennzeichneten Internet-Inhalten verfahren können.

  • Achten Sie bei mobilen Spielen auf die Alterseinstufung nach dem IARC-Kennzeichen. Plattformanbieter wie der Google Play Store, der Nintendo eShop, der Microsoft Windows Store, der Xbox Store oder der Oculus Store sind Teil des IARC-Systems, über das USK-Kennzeichen im Rahmen eines automatisierten Verfahrens vergeben werden. Mehr Informationen zu IARC erhalten Sie auf usk.de/iarc/.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob die Reife Ihres Kindes dem Erlebnisangebot des Spiels angemessen ist, können Sie über die Titelsuche der USK-Datenbank geeignete Alternativen finden. Auch der Elternratgeber der USK kann eine grundsätzlich Orientierung zum Thema Online-Spiele bieten.
  • Grundsätzlich kann auch der Einsatz von Jugendschutzsoftware sinnvoll sein. Software wie JusProg kann während Kinder selbstständig surfen auf dem PC oder Smartphone ungewünschte Internetinhalte altersdifferenziert ausblenden.
  • Hilfreich ist es ebenfalls, wenn Sie sich als Erziehungsbeauftragter gemeinsam mit Ihrem Kind über Medieninhalte und –konsum auseinandersetzen. Wirksamer Jugendschutz gelingt immer dann, wenn Minderjährige eigene Medienkompetenz aufbauen können.

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