In den Datenblättern vieler Smartphones gibt es inzwischen einen neuen Abschnitt: KI-Funktionen. Egal ob Samsung, Google oder Apple. Schon jetzt scheint etwa das iPhone 15 (Standardmodell) veraltet, weil es die angepriesenen neuen Funktionen im Rahmen von Apple Intelligence nicht bekommt.
Darauf kommt es in meinen Augen aber gar nicht an.
Hinter dem Haufen an KI-Verbesserungen, die bei weitem nicht so viel genutzt werden, wie manche PR-Stunts vielleicht suggerieren wollen, gibt es viel bessere Neuerungen, auf die man sein Auge richten sollte.
Ein robustes und praktisches Display zum Beispiel.
Galaxy S24 Ultra: Warum ist das Display so großartig?
Grund 1: Die Reflexionen auf dem Display werden drastisch reduziert, was besonders bei Sonneneinstrahlung oder in heller Umgebung von großem Vorteil ist.
Von dieser Neuerung profitiert buchstäblich jeder, der auf das Display schaut. Man muss nichts aktivieren. Es ist eine Besonderheit, die einem immer zur Seite steht und besonders beim Lesen, Videos schauen oder auch beim Fotografieren von immensem Vorteil ist.
Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, zeigen die folgenden Bilder im Vergleich zum iPhone 15 Pro Max.
Grund 2: Diverse Tests bescheinigen dem S24 Ultra eine erhöhte Kratzfestigkeit, die ich bisher bestätigen kann.
Während ich bei diversen anderen (sehr teuren) Smartphones bereits nach wenigen Wochen kleine Kratzer auf dem Display hatte, die mich die Stirn runzeln ließen, hatte das Samsung-Flaggschiff bisher nur einen einzigen kleinen Kratzer, den ich mir selbst zuzuschreiben habe.
Bei ausnahmslos jedem Smartphone muss ich eine Schutzfolie aufkleben. Beim Galaxy 24 Ultra ist das anders.
Leider kenne ich bis jetzt kein anderes Smartphone, das ein Display mit »Gorilla Armor« hat. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft ändert und weitere Handys von dieser spürbaren Verbesserung profitieren.
Die KI-Funktionen sind reine Nebensache
Samsung trumpft mit einem großem Aufgebot an KI-Neuerungen auf:
- Circle to Search
- Chat Assist
- Foto-Assistent
- Live-Übersetzung
- Transkriptionshilfe
- Browsing-Assist
- Dolmetscher-App
- Notizen-Assistent
- Wallpaper generieren
- Und noch viel mehr …
Mit One UI 6.1.1 kommen sogar noch mehr KI-Funktionen hinzu. Ich habe in den letzten drei Monaten nur zwei Funktionen genutzt: Circle to Search und den Browsing Assistant.
Letzterer fasst in gewohnter KI-Manier Online-Texte wahlweise ausführlich oder kompakt zusammen, was sehr akkurat funktioniert und wirklich praktisch ist.
Den Rest habe ich bisher nur einmal ausprobiert und wieder in die digitale Mottenkiste gesteckt, aus der ich sie höchstwahrscheinlich nie wieder herausholen werde. Ich habe schlichtweg keine Verwendung dafür finden können.
Wofür braucht es eine 200-Megapixel-Kamera?
Eigentlich sollte man meinen, dass die Zeiten, in denen sich Smartphone-Hersteller mit Zahlenspielen bei den Kamera-Spezifikationen übertrumpfen wollen, längst vorbei sind.
Doch immer wieder tauchen neue Smartphones auf, die mit 100 oder 200 Megapixeln – wie das Galaxy S24 Ultra – um die Gunst der Käufer buhlen. Die Preisspanne solcher Smartphones reicht von 300 Euro bis zu 1450 Euro.
Eine höhere Auflösung liefert der Kamera zwar mehr Informationen für das Pixel-Binning-Verfahren, führt aber nicht zwangsläufig zu besseren Bildern.
Entscheidend ist hier insbesondere der Bildsensor, wie mein Kollege Linh bereits ausführlich beschrieben hat:
Warum haben Smartphones so viele Megapixel - und ist das gut?
Die Frage, die man sich bei solchen Spezifikationen stellen sollte, ist nicht, ob man sie braucht, sondern: »Für welche Art von Aufnahmen brauche ich die 200-Megapixel-Kamera«?
Ganz zu schweigen davon, dass ich in den Kameraeinstellungen des Galaxy-Handys alle manuellen Einstellungen bei der Wahl der Auflösung von 200 Megapixeln vergessen kann. Die Bildeinstellungen muss ich dem Smartphone beziehungsweise der Software überlassen.
Um fair zu sein: RAW-Aufnahmen mit 200 Megapixeln würden eine äußerst hohe Rechenleistung erfordern. Ich habe in den letzten drei Monaten im Pro-Modus mit maximal 50 Megapixeln fotografiert – und die Auflösung reicht für meine Zwecke Dicke aus.
Wenn ich das RAW-Format nicht brauche, spuckt das Handy 12-Megapixel-JPEGs in hervorragender Qualität aus und dafür braucht es keinen 200-Megapixel-Bildsensor. Das beweisen Handys, die mit deutlich weniger Megapixeln eine ähnliche Bildqualität liefern.
Spec-Sheets lesen sich super, aber der (spezifische) Nutzen bleibt zurück
Wir sind in der KI-Ära angekommen, in der neue Smartphones mit neuen KI-Funktionen ausgestattet werden. Die Hersteller unterscheiden nun noch stärker zwischen Pro und Standard.
Ich kann es ihnen nicht verübeln. Schließlich gibt es jetzt wieder einen vermeintlichen Grund zum Upgrade.
Ob man diese Funktionen wirklich nützlich findet und im Alltag verwendet, muss natürlich jeder für sich entscheiden. Bisher hat mich nur ein Häppchen vom KI-Kuchen überzeugen können.
Ich bin der Meinung: Darauf kommt es einfach nicht wirklich an.
- Ein iPhone 15 leistet auch ohne Apple Intelligence gute Dienste. Es ist ein zuverlässiges Smartphone mit einer hervorragenden Kamera und vielen tollen Funktionen, die mit den letzten iOS-Updates hinzugekommen sind.
- Das Pixel 9 Pro beeindruckt mit Bildern von Zoom Enhance, das weit entfernte Bilder scharf darstellen soll. Aber wie oft nutzt man diese Funktion wirklich? Ich gehe zu selten auf Konzerte, fotografiere lieber Landschaften als Tiere und berufsbedingt Produkte.
Die immer länger werdenden Datenblätter lesen sich mittlerweile so gut, dass der individuelle Nutzen auf der Strecke bleibt. Dieser Nutzen ist aber das wichtigste Kaufargument.
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