Ein guter König ist eine tolle Sache. Er hält das Land stabil, er kümmert sich um die Belange seiner Untertanen und bringt den Staat als Ganzes voran. Aber wisst ihr, was ein guter König auch ist? Langweilig! Zumindest scheint das George R.R. Martin so zu sehen.
In Game of Thrones und seinen Spin-Offs geht es sehr oft darum, wer eigentlich auf den Eisernen Thron darf oder wer die Krone irgendwann erben wird. Häufig haben die spannendsten Geschichten dabei gemeinsam, dass auf dem Thron eine mehr als unwürdige Person sitzt. Nur so wird überhaupt die Saat für ausreichend Konflikt gesät und damit für eine mitreißende Geschichte.
Letzte Woche haben wir uns die besten Könige von Westeros vorgenommen, dieses Mal zeigen wir euch die fünf schlimmsten Könige, die es jemals bis auf den Eisernen Thron geschafft haben.
ACHTUNG SPOILER
Da im Grunde jede Serie rund um Westeros sich auch mit der Thronfolge befasst, beinhaltet diese Liste potenzielle Spoiler für House of the Dragon und Knight of the Seven Kingdoms. Lest also nur weiter, wenn euch das nicht stört.
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Was ist überhaupt ein schlechter König?
Was einen guten oder schlechten Herrscher auszeichnet, zudem auch noch in einem feudalen System einer fiktiven Welt, ist schwer zu beurteilen. Ein König kann grausam sein, aber ein stabiles Reich führen. Ein König kann gütig sein, und trotzdem viel Leid verursachen. Für unsere Liste beurteilen wir die Könige nach drei Kriterien:
- Stabilität: Wie viel Rückhalt genoss der König während seiner Herrschaft? Sowohl aus der Bevölkerung als auch aus den Reihen des Adels. Interne Unruhen, Aufstände, Streitigkeiten – all das sind Anzeichen eines instabilen Reiches.
- Charakterstärke: Wie moralisch standhaft war der Herrscher? Schlechte König sind oft auch schlechte Menschen, die sich um niemanden anderen scheren als um sich selbst.
- Frieden: Krieg kann notwendig sein, um das Königreich zu schützen. Insgesamt zeichnet es jedoch einen guten König aus, wenn keine blutigen Kriege seine Länder heimsuchen.
Platz 5: Aegon II.
- Jahre als König: 2 Jahre
- Herrschte von bis: 132 bis 134 n. A. E.
Dass Aegon II. ein schwacher König war, hat viele Gründe. Allen voran natürlich, dass er nie so ganz rechtmäßig über die Sieben Königslande herrschte, sondern sein Anspruch Zeit seines Lebens durchgehend bezweifelt wurde – was auch zum großen Drachenkrieg mit seiner Schwester Rhaenyra führte.
Obendrein wurde Aegon II. auch nie auf den Thron gesetzt, weil man ihn für den besten Kandidaten hielt. Er war nur im Vergleich zu Rhaenyra der Kandidat, den beispielsweise die Hohenturms leichter kontrollieren konnten und der zudem mit ihnen verwandt war. Dachten sie zumindest. Aegon II. entpuppte sich dann schnell als impulsiver und beratungsresistenter als gehofft.
Das Ergebnis waren katastrophale Entscheidungen seitens Aegon, der verzweifelt tyrannisch herrschte und sich selbst beinahe umgebracht hätte, um in die Schlacht zu ziehen. Danach war Aegon bestenfalls ein Schattenkönig, der von allen Seiten manipuliert wurde.
Platz 4: Maegor I.
- Jahre als König: 6 Jahre
- Herrschte von bis: 42 bis 48 n. A. E.
Maegor I. trägt den Beinamen »der Grausame« und den hat er sich mehr als verdient. Er war der zweite Sohn des ersten großen Königs Aegon und hätte nie die Krone erben sollen. Nachdem sein älterer Bruder allerdings überraschend starb, ließ Maegor den Braten nicht anbrennen. Er nahm sich die Krone einfach, tötete seinen Neffen, den rechtmäßigen Thronfolger, im Drachenkampf und herrschte einige Jahre lang mit eiserner Faust.
Das Absurde daran: Maegor I. war an und für sich gar kein katastrophaler Herrscher, sondern durchaus geschickt und erfolgreich – beispielsweise stabilisierte sein hartes Durchgreifen die Herrschaft der Targaryens, die zu diesem Zeitpunkt vor allem durch den Glauben ins Wanken gebracht wurde. Maegor I. schlug die Aufstände der Gläubigen blutig nieder.
Blöd nur, dass er da nicht aufhörte. Maegor war ein gefühlloser Sadist, der Angst und Schrecken verbreitete, Hunderte Menschen ermorden ließ, Verwandte folterte und immer lieber zu Gewalt als zu Diplomatie griff. Er starb unter mysteriösen Umständen, allein und verlassen, auf dem Eisernen Thron.
Platz 3: Joffrey I.
- Jahre als König: 3 Jahre
- Herrschte von bis: 298 bis 301 n. A. E.
Ach, Joffrey. Es war schön, dich zu hassen. Der junge König wurde ähnlich wie Aegon II. für die Dauer seiner Herrschaft durchgehend in Frage gestellt. Offensichtlich ist das blonde Balg nicht der wahre Sohn von König Robert Baratheon. Die Krone hat er durch die Intrigen seiner Mutter trotzdem erhalten. Und prompt eine furchtbare Entscheidung gefällt, als er Ned Stark hinrichten ließ.
Joffrey hat damit den Krieg der fünf Könige überhaupt erst so richtig angefeuert, ohne zu begreifen, wie sehr sich damit die Schlinge um seinen eigenen Hals zuzog. Obendrein war Joffrey in keiner Weise strategisch und diplomatisch geschult genug, um als König zu herrschen. Er war katastrophal inkompetent und ohne seinen Großvater Tywin oder seinen Onkel Tyrion als fähige Verwalter wäre das Reich wohl noch schneller im Chaos versunken.
Und damit nicht genug. Joffrey war nicht nur inkompetent, sondern auch noch unglaublich grausam. Er ergötzte sich regelrecht am Leid anderer Leute und ließ keine Gelegenheit aus, ein ekelhafter Mistkerl zu sein.
Platz 2: Aerys II.
- Jahre als König: 19 Jahre
- Herrschte von bis: 262 bis 281 n. A. E.
Wie furchtbar muss ein König eigentlich sein, um eine jahrhundertealte Dynastie in den Ruin zu treiben? Katastrophal! Oder anders gesagt ... komplett wahnsinnig. Dabei wirkte Aerys II. in seiner Jugend noch wie ein äußerst vielversprechender König! Er galt als freundlich, schön und entschlossen. Höchstens mal ein wenig jähzornig. Doch nie hätte jemand vorhersagen können, was aus diesem Jähzorn erwächst.
Aerys saß verhältnismäßig lange auf dem Thron und sorgte in den anfänglichen Jahren sogar für stabilen Frieden (auch dank seiner Hand Tywin Lannister) - aber spätestens mit dem Aufstand von Dämmertal ging es mit seiner geistigen Gesundheit rapide bergab. Aerys war zwischenzeitlich von Aufständigen gefangen, wurde aber von Barristan Selmy befreit. Danach kannte er keine Gnade mehr und radierte beteiligte Adelshäuser wie die Finsterlyns grausam aus.
In den Jahren danach wurde Aerys immer paranoider und schlichtweg wahnsinnig. Er folterte, morderte und verbrannte vor allem ohne jede Not. Es war seine Antwort auf alles. Letztlich wandten sich immer mehr Adelshäuser von ihm ab und nach der Hinrichtung von Brandon und Rickard Stark entflammte eine gewaltige Rebellion, die das gesamte Königshaus der Targaryens in die Knie zwang.
Platz 1: Aegon IV.
- Jahre als König: 12 Jahre
- Herrschte von bis: 172 bis 184 n. A. E.
Wie kann ein König schlechter sein als der, der eine ganze Dynastie ruiniert hat? Klingt unmöglich, aber es geht. Und Aegon IV. gilt völlig zu Recht als das unwerteste Leben, das jemals auf dem Eisernen Thron Platz nehmen durfte. Folglich wird dieser furchtbare Herrscher auch einfach nur »der Unwerte« genannt. Es gab grausame Könige, es gab verrückte Könige, es gab schlichtweg dumme Könige. Aber Aegon gilt trotzdem als der schlimmste, weil es für ihn keine Ausrede gibt.
Aegon IV. war nicht geistig instabil, er war auch nicht wirklich dumm oder hatte Grund zu Grausamkeit. Er war in erster Linie einfach nur durch und durch verkommen. Ein gieriger, maßloser, korrupter Mann, der immer nur seinen niedersten Trieben nachgab und sich alles nahm, was er gerade haben wollte. Egal was oder wer. Folglich korrumpierte er damit nicht nur die Krone selbst, der gesamte Hofstaat wurde zu einem Hort der Dekadenz, der Willkür und der Korruption.
Ämter wurden für Gold oder Frauen verkauft. Goldreserven ohne Rücksicht auf die Zukunft verprasst. Aegon herrschte, als wäre er der letzte König, den das Land jemals sehen würde. Dazu war er auch unheimlich arrogant und unfähig im Krieg. Legendär sind seine künstlichen Drachen aus Holz und Stahl, die als Kriegsmaschinen gedacht waren und schon beim Transport in die Luft gingen.
Seine schlimmste Tat beging Aegon IV. sogar noch auf dem Sterbebett, als er aus reiner Bosheit alle (!) seine Dutzenden Bastarde mit hunderten Frauen einfach so legitimierte. Die Folge waren Jahrhunderte des Blutvergießens. Er hat das Reich also selbst im Tod noch mit seiner Unfähigkeit verdammt.
Das war eine lange Liste voller ziemlich furchtbarer Herrscher! Da sind wir doch glatt nochmal froh, dass wir nicht in Westeros leben. Immerhin gab es fast genau so viele furchtbare wie großartige Herrscher. Und wenn es mal ein schlechter wird, dann ist er gleich auch richtig schlimm.
Aber wie seht ihr das? Verratet uns gerne in den Kommentaren, ob ihr unserer Einschätzung zustimmt! Vielleicht haben wir ja auch einen wirklich dramatisch schlechten König übersehen?
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