Fantasy-Serien liegen bei den großen Streaming-Anbietern voll im Trend. Ob Netflix, Disney oder Amazon, sie alle produzieren Jahr um Jahr Fortsetzungen und neue Adaptionen von fantastischen Welten. Doch nicht alle dieser Vorhaben sind von Erfolg gekrönt, findet zumindest der amerikanische Autor Brandon Sanderson.
Sanderson ist einer der ganz großen Fantasy-Autoren im englischsprachigen Raum. Seine The Stormlight Archive
- und Mistborn
-Romane verkauften sich millionenfach. Nach dem Tod von Autorenkollege Robert Jordan vollendete Sanderson zudem dessen Romanzyklus Das Rad der Zeit
. Eine TV-Adaption seiner Werke blieb Sanderson allerdings bisher verwehrt.
Streaming-Anbieter tun sich mit Fantasy schwer
Im Interview mit dem Entertainment-Magazin Polygon geht der Autor auf die Frage ein, warum dem so sei. Seine Antwort: Studios und Streamingdienste seien dafür noch nicht bereit.
Der Streamingmarkt hat ein großes Problem mit epischer Fantasy und das macht mir Sorgen. Die Ringe der Macht und Das Rad der Zeit haben sich nicht so gut entwickelt, wie ich gehofft hatte. Shadow and Bone hat es nach einer sehr starken ersten Staffel nur auf zwei Staffeln gebracht. Die Anbieter haben Fantasy einfach noch nicht verstanden.
Vielleicht ist das ein Überbleibsel aus der Zeit des Programmfernsehens, wo man versucht, alles krampfhaft in eine veraltete Episodenstruktur einzupassen, anstatt einen achtstündigen Film zu drehen und ihn dann in Stücke zu schneiden. Aber vielleicht ist das eine schlechte Idee.
Ich weiß nur, dass wir seit den frühen Staffeln von Game of Thrones kein wirklich großartiges Fantasy-Fernsehen mehr gesehen haben. Fünfzig Millionen Dollar pro Folge haben da nichts bewirkt, es geht also nicht um das Geld, das sie dafür ausgeben. Außerdem haben wir noch nicht gesehen, dass eine dieser Sendungen in dem Maße bei den Leuten ankommt, wie ich es mir wünschen würde.
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Arcane habe ihm hingegen gut gefallen, sagt Sanderson. Auch diese Serie habe allerdings verdammt viel Geld gekostet. Ihr Erfolg sei zudem vor allem durch die Marke League of Legends angekurbelt worden. Sanderson selbst arbeitet gerade ebenfalls an einer Animationsserie zu einem seiner Werke, Tress of the Emerald Sea
.
Negativbeispiel The Witcher
Eine Real-Umsetzung seiner Mistborn- und Stormlight-Romane würde er zwar ebenfalls gerne irgendwann sehen, doch kürzliche Fantasy-Adaptionen hätten seine Zweifel in dieser Hinsicht eher verstärkt, erklärt Sanderson.
Denn Amazons Ringe der Macht und Netflix' The Witcher seien in seinen Augen spektakulär gescheitert. Dabei hätte zumindest The Witcher das Potenzial gehabt, wirklich großartig zu werden.
Mit einem unbegrenzten Budget und unbegrenzter kreativer Kontrolle könnte ich etwas wirklich Gutes machen. Aber wer weiß? Ich meine, Die Ringe der Macht hatte das im Wesentlichen, und trotzdem ist die Serie nicht sehr gut geworden. Sie ist in Ordnung, aber ist es das, was ihr wollt?
Ich denke, die wichtigste Zutat für so ein Projekt ist ein visionärer Filmemacher. Epische Fantasy hat schlecht auf zu viel Aufsicht von oben reagiert. Ich glaube, das war das Problem von The Witcher. Sie hatten diesen Visionär: Es war Henry Cavill. Und sie wollten nicht auf ihn hören, sondern haben ihm permanent reingeredet. Und dann war er weg.
Fans von Ringe der Macht und Das Rad der Zeit dürften Sandersons harsches Urteil zu ihren Lieblingsserien sicher nicht teilen.
Zumindest an seiner Einschätzung zu The Witcher ist aber etwas dran: Immer wieder wurde berichtet, dass Henry Cavill mit den Verantwortlichen der Serie wegen kreativer Entscheidungen im Clinch lag. Für die vierte und fünfte Staffel der wurde er daher gegen Liam Hemsworth ausgetauscht. Die seht ihr übrigens am 30. Oktober 2025 auf Netflix.
Würdet ihr euch eine Film- oder Serien-Adaption zu einem von Sandersons Werken wünschen? Was denkt ihr über Henry Cavills Witcher-Aus? Schreibt es in die Kommentare.

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