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Obwohl George R.R. Martin gerade gegen KI klagt: Die Neuauflage eines GoT-Romans soll sich an fremder Kunst bedienen, auf Fan-Kritik folgt ein fragwürdiges Statement

Die illustrierte Neuauflage Das Lied von Eis und Feuer: Zeit der Krähen soll sich an KI-Kunst bedient haben. Jetzt hat sich die Verlagsvertretung zu den Vorwürfen geäußert.

Das Lied von Eis und Feuer hat eine Illustration spendiert bekommen, doch die wird von den Fans zerfleischt. Bildquellen: Amazon (links); HBO (rechts. Das Lied von Eis und Feuer hat eine Illustration spendiert bekommen, doch die wird von den Fans zerfleischt. Bildquellen: Amazon (links); HBO (rechts.

Erst im Oktober 2025 berichteten wir, dass der bekannte Fantasy-Auto George R.R. Martin gerichtlich gegen OpenAI vorgeht. Er wirft dem Unternehmen vor, unautorisiert seine Werke verwendet zu haben, um ihr Sprachmodell ChatGPT zu trainieren. Der Autor stellt sich also ganz klar gegen die unautorisierte Verwendung von fremden urheberrechtlich geschützten Werken durch KI.

Jetzt wird dem Verlag eines seiner Bücher unterstellt, selbst mittels KI gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben. Auf den ersten Blick ein Widerspruch zu dem, für das sich Martin einsetzt. Die Verlagsvertretung hat jetzt eine offizielle Stellungnahme veröffentlicht und will damit Licht ins Dunkel bringen.

Die Community findet zahlreiche Ungereimtheiten

Das ist passiert: Das Lied von Eis und Feuer: Zeit der Krähen hat in der US-amerikanischen Version eine illustrierte Neuauflage spendiert bekommen, bei der das Buch mit zahlreichen Bildern erweitert wurde. Einigen Fans sind jedoch zahlreiche Ungereimtheiten aufgefallen, die von Nutzer tell32 auf Reddit gesammelt wurden.

  • Übermäßiger Einsatz von Blau – selbst bei Figuren, bei denen das wenig bis gar keinen Sinn ergibt (Cersei, Jaime, Margaery, Tommen, Euron).
  • Mangel an Bannern und Wappen im gesamten Werk. Löwen, die man eigentlich in großer Zahl erwarten würde, sind nirgendwo zu sehen.
  • Ein christliches Kreuz taucht im Bild auf, in dem Sam Daeron schlägt.
  • Das Bild von Lady Stoneheart sieht verdächtig nach einer Fan-Art-Darstellung aus – nur mit einer deutlich weniger buchgetreuen Krone (Robbs Krone, die recht schlicht ist). [Siehe X-Beitrag weiter unten]
  • Victarion führt auf bizarre Weise zwei Schwerter in seinem Bild (im Buch hat er eine Axt und einen Schild).
  • So, so viele Figuren haben den Mund weit offen – besonders in den Bildern, in denen Euron beim Königsmoot und Cersei bei ihrer Verhaftung durch die Septas gezeigt werden, wirkt das ziemlich seltsam.
  • Allgemein ein sehr generischer Look über das gesamte Werk hinweg. Das Bild von Euron und das von Cersei, die am Fuß des Eisernen Throns sitzt (der stark an die Serienversion erinnert), stechen dabei besonders hervor.
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Der Reddit-Nutzer chewiehedwig hebt hervor: Wenn ein Mensch die Bilder erstellt hätte, dann hätte er die Textstellen gelesen, die er illustriert. Das ist unentschuldbar, unabhängig davon, was am Ende [bei den Vorwürfen] herauskommt.

Weitere Bilder aus dem Buch zeigt der Reddit-Nutzer mildlyinfuriating:

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Ein fragwürdiges Statement

Die Verlagsvertreterin Raya Golden hat sich auf der offiziellen Website von George R. R. Martin zu Wort gemeldet und ein Statement veröffentlicht:

Mein Name ist Raya Golden und ich regle die künstlerische Leitung sowie Lizenzentwicklungen und arbeite eng zusammen mit George R. R. Martin, sofern sein Terminkalender es erlaubt. Ich bin allein verantwortlich für die Genehmigung jeglicher lizenzierter Kunst, die mit unserem Buch zu Das Lied von Eis und Feuer in Verbindung steht.

Seit Kurzem kursieren Vorwürfe, dass die Penguin Random House Illustrated Edition von Zeit der Krähen mit KI-generierter Kunst entwickelt wurde.

Nach unserem Wissensstand und laut des Künstlers, bei dem die Arbeit in Auftrag gegeben wurde, kam so ein Programm nicht zum Einsatz. Er ist zwar ein Multimediakünstler und verwendet digitale Programme, jedoch hat er unmissverständlich klargemacht, dass keine KI verwendet wurde, und wir glauben ihm. Also...

Die offizielle Aussage unseres Büros lautet selbstverständlich, dass wir nicht, nie und unter keinen Umständen willentlich mit KI-generativen Künstlern zusammenarbeiten, in keiner Form und auf keine Weise.

Video starten 2:21 Game Of Thrones - The Game Begins - Vorschau-Trailer

Aus der Stellungnahme geht hervor, dass George R. R. Martin nicht für die ausgewählten Illustrationen verantwortlich ist und die Zuständigkeit vollständig bei Golden lag.

Überdies ist die Bekanntmachung als fragwürdig einzustufen, da zwar der Elefant im Raum adressiert wurde, jedoch nicht die einzelnen Vorwürfe. So wurde etwa nicht erklärt, warum ein christliches Symbol in einem Buch verwendet wurde, in dem das Christentum gar nicht existiert oder warum es ein Bild gibt, das mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Fan-Kunst basiert.

Zusätzlich wurden unter dem Beitrag die Kommentare deaktiviert. Insgesamt wirkt das Statement dadurch eher ausweichend als erklärend. Es ist aber wichtig zu beachten, dass der Verlag damit nicht sicher der Lüge überführt werden kann. Es handelt sich weiterhin nur um Spekulationen. Sicher ist nur, dass die Aussage nicht dazu beigetragenhat, die Wogen zu glätten.

Auf Reddit sind die Meinungen zur Stellungnahme gespalten. Während der deutlich größere Teil den Beitrag für eine Lüge hält, glauben einige, dass nur der Künstler lügt und von Golden tatsächlich mit bestem Gewissen gehandelt wurde. Dass es sich bei der Kunst nicht um KI handelt, verteidigt auf Reddit hingegen kaum jemand.

Gleichzeitig wird richtigerweise hervorgehoben, dass trotz aller Indizien und Hinweise nur spekuliert werden kann. Und es ist nicht davon auszugehen, dass sich die Verlagsvertretung ein weiteres Mal zu den Vorwürfen äußern wird.

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