Nachdem Google schon im Oktober 2025 einen KI-Modus für Chrome angekündigt hat, macht das US-Unternehmen ihren Vorzeige-Browser nun vollständig zum KI-Browser. Mit der »Auto Browse«-Funktion wird ein Agent eingeführt, der diverse Aufgaben automatisiert abarbeiten kann – ähnlich wie bei den Comet- und Dia-Browsern.
Das dürfte wohl das größte Update für Chrome aus User-Sicht sein, das je erschienen ist. Zumindest kommen andere große Updates wie der Wechsel auf die Blink-Engine im Jahr 2013 oder die Aktualisierung des UI im Jahr 2018 nicht an die neuen Funktionen heran.
Das macht es an sich schon sehr interessant für mich, doch ich bin gleichzeitig froh, dass momentan nur ausgewählte US-User Zugriff auf die Funktion haben.
Doch bevor ich darauf näher eingehe: Was kann die neue Funktion überhaupt?
Das steckt hinter Chromes Auto-Browse-Funktion
Im Vergleich zu herkömmlichen LLM-Chatbots wie ChatGPT oder Claude kann Chrome mit diesen neuen Funktionen in eurem Browser tippen, klicken und scrollen.
Dazu kann der Gemini-Agent auf Google-Dienste zugreifen, sich an vorherige Konversationen erinnern (kommt erst später), über mehrere Browser-Tabs hinweg Informationen einholen, Bilder aus Tabs extrahieren und bearbeiten und einiges mehr.
Hier seht ihr den Ankündigungstrailer zu den neuen Funktionen:
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Chrome wird zum KI-Browser: Google stellt neue Gemini-Features vor
Das Interessanteste an Auto Browse ist für mich, dass all die neuen Funktionen ineinandergreifen. Somit könnt ihr beispielsweise mit einem Prompt Informationen aus eurem Gmail-Postfach und einem Dokument nutzen, um Formulare in mehreren Tabs ausfüllen zu lassen – zumindest laut ersten Testern.
Falls ihr das Tool mal in Aktion sehen wollt: Der YouTube-Channel WorldofAI zeigt schon im Detail, wie Auto Browse aussehen kann:
Link zum YouTube-Inhalt
Die Anwendungsfälle sind natürlich mannigfaltig, doch das waren sie theoretisch schon beim Comet-Browser und von ihm war ich letztendlich eher enttäuscht.
Hier sind einige denkbare Anwendungsmöglichkeiten, die mir praktisch erscheinen:
- Bürokratie: Durchführung von Verwaltungsaufgaben wie Terminbuchungen oder das Zusammentragen von Unterlagen.
- Abo-Management: Verwalten, Überprüfen und Kündigen von bestehenden Abonnements direkt im Browser.
- Visuelles Shopping: Produktsuche basierend auf einem Foto zur Inspiration, automatisches Befüllen des Warenkorbs unter Einhaltung eines Budgets und Anwenden von Rabattcodes.
- Cross-App-Workflows: Verknüpfung von Gmail und Reiseportalen, zum Beispiel Event-Details aus einer alten E-Mail extrahieren, passende Flüge suchen und Ankunftszeiten an Kollegen kommunizieren usw.
Warum also bin ich froh, noch keinen Zugriff auf die Funktion zu haben?
Mein großes Problem mit Agentic AI
Ein paar der Möglichkeiten finde ich äußerst nervenaufreibend. Sowohl auf die gute als auch auf die schlechte Art. So bekommt der Agent beispielsweise Zugriff auf den Google-Password-Manager und kann sich somit automatisch in diverse eurer Accounts einloggen. Vorausgesetzt, ihr nutzt den Manager.
Ich bin sicher, vielen von euch geht es ähnlich wie mir:
KI-Bots haben sich diese Art Vertrauen einfach noch nicht verdient.
Was meine ich damit? KI-Anwendungen in ihren diversen Formen und Farben können enorm praktisch sein, doch sind bekanntermaßen alles andere als fehlerfrei.
Und an den Beispielen für Anwendungsfälle oben seht ihr, dass die für mich interessantesten Möglichkeiten auch die sind, die schwerwiegende Auswirkungen haben können, wenn etwas schiefgeht:
- Unterlagen verwalten
- Geschäftliche Mails schreiben
- Käufe tätigen oder. vorbereiten (Den finalen Kauf müssen die User noch selbst steuern)
- Meine Daten an andere weitergeben
- und vieles mehr
Das scheint mir unverhältnismäßig riskant zu sein.
Will ich das wirklich alles einer noch nicht ausgereiften Technik überlassen? Alleine aus Interesse werde ich es ausprobieren, doch am Ende des Tages soll mir Agentic AI meinen Alltag erleichtern. Momentan fühlt es sich für mich allerdings noch an wie ein Spielplatz für Enthusiasten und nicht wie ein wirklich nützlicher Assistent.
Ihr wollt lieber weniger Google in eurem Leben? Ursula geht es genauso und hat Alternativen für Google Maps für euch getestet:
Vielleicht macht Google mit diesen neuen Funktionen auch alles richtig und ich werde beim Testen begeistert sein. Das kann ich dann erst sagen, wenn die Funktion hierzulande verfügbar ist.
Bis dahin freue ich mich, dass Andere die Schwächen der ersten Versionen austesten müssen – oder dürfen. Ich hoffe nur, dass erste Kinderkrankheiten bereits behandelt sind, wenn die Funktion nach Europa kommt.

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