Während es einige langsam nicht mehr hören können, ist Vibecoding für andere aktuell so interessant wie lange nicht mehr. Das liegt daran, dass es immer mehr KI-Modelle gibt, die in der Generierung von Code stetig besser werden und eigenständig ganze Programme entwickeln.
Viele dieser KI-generierten Apps landen derzeit allerdings als APK-Dateien auf Drittanbieter-Seiten, was Google mit seinen strikten Sideloading-Regeln in Zukunft allerdings einschränken will.
Um diesen Trend nicht zu unterdrücken, sondern ins eigene Ökosystem zu holen, geht Google einen neuen Weg: Künftig soll es möglich sein, eigene Vibe-Code-Apps direkt über den Play Store zu entwickeln und direkt auf dem Handy zu verwenden.
Google geht den richtigen Weg – und folgt dem KI-Trend
Um den Vibecoding-Dienst von Google zu verwenden, wird ein normaler Google-Account benötigt, der dann auf das AI-Studio zugreift. Die Registrierung eines zusätzlichen Entwickler-Kontos soll nicht nötig sein.
Zudem fällt durch die persönliche Nutzung der Programme keine Prüfung an, sodass ihr eure erstellten Apps direkt nutzen könnt.
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Aus meiner Sicht ist das gerade dann praktisch, wenn ihr eine Art »Wegwerf«-App entwickelt. Also ein Tool, das ihr vielleicht nur für einen bestimmten Fall benötigt und nach einer gewissen Zeit einfach »wegwerfen« könnt.
Ich habe mir zum Beispiel für die IFA eine kompakte Übersicht zu meinen Terminen mit Claude und ChatGPT gebastelt, in der ich die Uhrzeiten, Orte und Informationen zu den einzelnen Meetings einsehen konnte.
Zwar hätte ich dafür auch eine bereits bestehende Notiz-App verwenden können, aber so habe ich eine auf meine Bedürfnisse angepasste Oberfläche bekommen. Zudem konnte ich extra Felder für meine Notizen sowie Hintergrundinformationen einbauen, die ich so in keiner App bekommen hätte.
Und mit dem Trend der »One-Purpose«-Apps bin ich nicht allein. Im Internet und der GameStar-Community lese ich immer wieder von Menschen, die sich selbst Software mit KI basteln und dann für ihren persönlichen Zweck nutzen – etwa, um nervige Aktivitäten zu erleichtern.
Ein Beispiel für »Wegwerf«-Vibecoding
Ein vielleicht nischiges, aber doch ganz anschauliches Beispiel: Auf TikTok habe ich vor Kurzem ein paar Videos gesehen, in denen der Streamer Papaplatte seine für ein Minecraft-Projekt gevibecodete Website vorstellt.
Diese hat er mit KI-Agenten entwickelt, um seine Bauprojekte in dem Klötzchenspiel schneller und mit einer präziseren Vorlage nachbauen zu können. Nach dem Projekt dürfte die eindrucksvolle Website allerdings nicht mehr benötigt werden.
Klar hätte das ein Mensch auch programmieren können – in einigen Punkten vermutlich sogar besser als die KI. Aber einen solchen Aufwand für eine Webseite zu betreiben, die dann nach ein paar Wochen nie wieder geöffnet wird, wäre es aus meiner Sicht nicht wert.
Link zum YouTube-Inhalt
App-Vibecoding ist nicht zwangsläufig schlecht
Trotz meiner eigentlich eher kritischen Haltung gegenüber KI sehe ich die Entwicklung von Programmen mit künstlicher Intelligenz nicht zwangsläufig als etwas Schlechtes.
Wenn ein Programm für einen persönlichen Zweck vollständig von ChatGPT, Claude oder in Googles Fall von Gemini generiert wird, um eine hilfreiche App zu erschaffen, spricht da aus meiner Sicht nichts dagegen. Das gilt besonders, wenn die Daten lokal gespeichert werden und die App ausschließlich privat verwendet wird.
Mit Vibecoding erstellte Apps, die öffentlich angeboten werden, sehe ich dann allerdings etwas kritischer, sofern der gesamte Code ungeprüft von der KI erstellt und ins Netz geteilt wurde.
Bei Anwendungen, die persönliche Daten verarbeiten und beispielsweise an Server weiterleiten, bergen solche ungeprüften Apps aus meiner Sicht ein enormes Sicherheitsrisiko.
Braucht es dann noch App-Entwickler?
Einen interessanten Gedanken zum Thema Vibecoding habe ich vor Kurzem in einem Thread auf Reddit gelesen. In diesem wurde diskutiert, ob es App-Entwickler überhaupt noch braucht, wenn »sowieso jeder Apps mit KI erstellen kann.«
Ein Nutzer brachte dabei an: »Jeder kann sich in seiner Küche ein Sandwich machen – warum gibt es dann Restaurants?«. Das halte ich für einen passenden Vergleich.
Nur weil eine Möglichkeit besteht, dass jemand eine App vibecoden »kann«, bedeutet das noch lange nicht, dass die Anwendung am Ende auch wirklich gut ist oder den Zweck erfüllt, den sich die jeweilige Person erhofft.
Für große Projekte braucht es aus meiner Sicht erst einmal weiterhin echte Entwickler mit Expertenwissen. Allein schon deshalb, weil Google sein Modell Gemini zum Entwickeln der Apps einsetzen möchte – ein Modell, das ich wegen schlechter Erfahrungen bisher nicht gerade zum Vibecoden verwenden würde.
Natürlich kann sich das bis zum Release ändern. Aber auch dann halte ich es für äußerst unwahrscheinlich, dass die Google-Funktion etwa ermöglicht, digitale Wallets eigenständig (und weitgehend fehlerfrei) zu programmieren.
Dass ein KI-Projekt mit einer hochwertigen Optik nicht immer auch eine optimale Leistung bietet, hat sich für mich vor Kurzem gezeigt, als ich ArtCraft ausprobiert habe – den mit KI erstellten Nachbau der Adobe Suite.
Mit vielen Bugs und Fehlern ist das Projekt gerade alles andere als eine ernst zu nehmende Alternative, die dann auch dem täglichen Einsatz standhält.
Aktuell bleibe ich also erst einmal gespannt, wie Google das Vibecoding-Projekt umsetzt und ob es am Ende wirklich die Schritte erleichtert, die viele Vibecoder gerade benötigen, um ihre App von der KI-Plattform auf das Handy zu bekommen.
Habt ihr schon mal eine App oder Software mit KI erstellt? Und welche Erfahrungen habt ihr mit Vibecoding gemacht? Hinterlasst gerne einen Kommentar!

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