Eine simple Einstellung solltet ihr bei jeder Grafikkarte ausprobieren, wie auch die neue schnellste Gaming-GPU der Welt zeigt

Diese kleine, aber feine Anpassung ist schnell umgesetzt und meiner Erfahrung nach hat sie das Potenzial, eure GPU in mehrfacher Hinsicht zu verbessern.

Es kann sich sehr lohnen, bei der RTX 5090 das Power Limit mit einem passenden Tool zu senken. (Bildelement Ausrufzeichen: stock.adobe.com - AcaciaDaydreams) Es kann sich sehr lohnen, bei der RTX 5090 das Power Limit mit einem passenden Tool zu senken. (Bildelement Ausrufzeichen: stock.adobe.com - AcaciaDaydreams)

Grafikkarten sind darauf ausgelegt, möglichst viele Bilder pro Sekunde darstellen zu können. So weit, so selbstverständlich.

Es gibt aber gute Chancen, dass ihr eure GPU mit nur einem Klick deutlich effizienter machen könnt. Ihr Stromverbrauch sinkt also klar, während die FPS nur geringfügig niedriger ausfallen.

Neben der sehr simplen Umsetzung das Beste daran: Es kann die Grafikkarte auch in anderen Bereichen verbessern. Wie leicht es geht, zeige ich euch in diesem Artikel am Beispiel der neuen schnellsten Grafikkarte der Welt in Form der Geforce RTX 5090.

Die passenden Messungen für diesen Artikel stammen übrigens von unserem GPU-Guru und Haupttester Alexander Köpf, vielen Dank dafür!

Nils Raettig
Nils Raettig

Nils ist mit seinem Einstieg im Jahr 2013 der dienstälteste Mitarbeiter im GameStar-Tech-Team, begonnen hat seine Arbeit als Tech-Redakteur aber nochmal drei Jahre früher bei der altehrwürdigen PC Praxis. Mit PC-Technik setzt er sich sogar schon seit Kindheitstagen auseinander, da sein Vater bereits früh den ersten 286er ins Haus geholt hat. Besonders viel Freude bereitet es ihm, möglichst schnelle, kompakte und dennoch leise Rechner zu bauen, seitdem er Vater von Zwillingen ist, kommt er privat aber nur noch selten dazu.

So einfach funktioniert es

  • Ihr braucht lediglich ein Programm, das es euch erlaubt, die maximale Leistungsaufnahme der Grafikkarte zu begrenzen. Die englischen Begriffe dafür lauten »Power Target« beziehungsweise »Power Limit«.
  • Ein bekanntes Beispiel für ein solches Programm ist der MSI Afterburner. Aber auch die GPU-Tools anderer Hersteller erlauben meist eine Veränderung des Power Limits.
  • Bereits eine Begrenzung auf 80 Prozent kann zu einem deutlich effizienteren Betrieb führen. Die Leistungsaufnahme sinkt also klar, während sich die FPS nur geringfügig verschlechtern.

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Messungen mit der RTX 5090

Was es im Falle der RTX 5090 genau bedeuten kann, das Power Limit zu senken, zeigen die folgenden Werte.

Alex hat sie in Alan Wake 2 bei 4K-Auflösung und mit maximalen Details gemessen. Sowohl Upscaling via DLSS als auch KI-generierte Bilder per Frame Generation waren nicht im Spiel.

Power LimitWatt pro FPSFPSWattTemperaturLüfter
100 %7,437253575 Grad1.600 RPM
80 %6,676946071 Grad1.560 RPM
70 %6,336440567 Grad1.460 RPM
  • Wie ihr seht, liefert die standardmäßige Power-Limit-Einstellung von 100 Prozent den schlechtesten Wert bei der Effizienz. Hier verbraucht die Grafikkarte also vergleichsweise viel Watt pro FPS.
  • Stellen wir den Wert auf 80 Prozent, reduziert das die FPS lediglich um etwa vier Prozent, während die Leistungsaufnahme um 14 Prozent sinkt. Die Effizienz profitiert also klar.
  • In dieser Hinsicht noch besser läuft die GPU bei Alex Test mit einem Power Limit von 70 Prozent. Im Vergleich zu einem Power Limit von 100 Prozent sinken die FPS um etwa elf Prozent, während die Leistungsaufnahme circa 25 Prozent geringer ausfällt.

Gilt nicht nur für die RTX 5090: Solche Messungen habe ich bereits in der Vergangenheit mit anderen Grafikkarten durchgeführt, genauer gesagt mit der RTX 4090, der RTX 3080 und der RX 5700 XT. Auch hier ließ sich die Effizienz über eine Reduzierung des Power Limits stets klar verbessern.

Bedenkt allerdings, dass es je nach genauer Grafikkarte und Hardware unterschiedlich viel bringt, das Power Limit zu senken und dass es sich dabei nicht um ein Allheilmittel handelt.

Niedriger als 70 Prozent konnte Alex bei der RTX 5090 im Afterburner übrigens nicht gehen. Es ist aber denkbar, dass das mit einem Update für das Programm zum Release der 5090 oder kurz danach geändert wird.

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Ihr profitiert nicht nur bei der Effizienz

Eine Reduzierung hat neben der oft besseren Effizienz weitere positive Folgen, wie auch die Tabelle oben zeigt:

  • Eure Grafikkarte wird weniger heiß, was gut für ihre Langlebigkeit ist.
  • Durch die sinkenden Temperaturen können sich die Lüfter langsamer drehen, was einen leiseren Betrieb ermöglicht.

Es gilt zwar wie bereits erwähn, dass sich die Gewinne je nach genauer Grafikkarte, restlicher PC-Hardware, Spiel und Setting unterscheiden. Da es sich aber genauso einfach wieder erhöhen lässt, wie ihr es senken könnt, empfehle ich euch stets, damit zu experimentieren.

Eine andere Möglichkeit, eure GPU zu verbessern, ist das Undervolting. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Außerdem kann es sich sehr lohnen, die maximalen Bilder pro Sekunde auf eurem PC generell zu begrenzen. Alle Details dazu liefert der Beitrag Schont eure Hardware und euren Geldbeutel! Wie und warum jeder die FPS limitieren sollte.

Nicht für jeden etwas

Mir ist abschließend bewusst, dass solche Experimente nicht für jeden eine Option darstellen.

Ich kann verstehen, wenn man sich nicht die schnellste Grafikkarte der Welt kaufen will, um sie dann anschließend langsamer zu machen.

Ich persönlich empfehle es euch aber trotzdem, weil ihr in Sachen Effizienz, Temperaturen und Lautstärke potenziell klar profitiert. Außerdem ist die Leistung der RTX 5090 auch mit reduziertem Power Limit immer noch extrem hoch.

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