DirectX 10
DirectX 10 wird nur von Windows Vista und dessen Nachfolger unterstützt, eine Tatsache, die noch immer stark kritisiert wird. Aufgrund eines neuen Treibermodells, das den Grafiktreiber aus dem Betriebssystem-Kern entfernt, ist aber laut Microsoft eine Umsetzung von DirectX 10 auf Windows XP nicht möglich. Versuche verschiedener Programmierer, dies trotzdem zu erreichen, verliefen wie das Alky-Projekt erfolglos.
Die ersten Grafikkarten für den neuen Standard kamen im November 2006 von Nvidia. Zu diesem Zeitpunkt war Windows Vista mit DirectX 10 noch nicht im Handel erhältlich. Die GeForce 8800 GTS und die GeForce 8800 GTX waren jedoch auch in DirectX 9 schnell genug, um sofort zu einem Verkaufsschlager zu werden.
Das Topmodell GeForce 8800 GTX hatte 768 MB GDDR3-Speicher (1.800 MHz) ausgestattet, die mit einem 384-Bit-Speicherinterface angebunden waren. Der Grafikchip G80 wurde mit 575 MHz betrieben. Die 128 Shader, nun Stream Prozessoren genannt, liefen mit 1.350 MHz. Die Leistung des G80 war für ein ganzes Jahr maßgebend, für den Grafikkarten-Sektor eine erstaunlich lange Zeit. Und selbst heute noch spielen Besitzer dieser Karte die allermeisten aktuellen Titel problemlos flüssig.
ATI reagierte im Mai 2007 mit der Vorstellung einer eigenen DirectX-10-Karte, der Radeon HD 2900 XT, die jedoch für ihren hohen Stromverbrauch und den lauten Lüfter kritisiert wurde. Böse Zungen verglichen das Scheitern der Radeon HD 2900 XT sogar mit dem der GeForce FX. Auch die Leistung der neuen ATI-Karte kam nicht an die zum gleichen Zeitpunkt vorgestellte GeForce 8800 Ultra heran.
Im Spielebereich wurden die neuen DirectX 10-Fähigkeiten jedoch zunächst nur spärlich genutzt. Aufgrund der starken Verbreitung von Windows XP wurden viele der neuen Karten auch nur mit DirectX 9 eingesetzt. Erst Spiele wie Company of Heroes (mit Patch 1.70 im Juni 2007), Call of Juarez oder Crysis setzten auch auf DirectX 10.
Während ATI mit den neuen Radeon-HD-3800-Karten zumindest die Probleme bei Stromverbrauch und Kühlung lösen konnte, schien sich Nvidia etwas auf seinem enormen Erfolg mit der GeForce 8800 ausruhen zu wollen. Auf die Vorstellung des G92, einer strukturverkleinerten Version des G80 mit mehr Stream Prozessoren und kleinerem Speicherinterface, folgten einige neue Karten mit der Bezeichnung GeForce 9, die jedoch keine großen Leistungssprünge mit sich brachten. Manche GeForce-8-Karten wurden unverändert zu GeForce-9-Modellen umbenannt. Nvidia arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits am GT200-Chip, der laut Gerüchten ein wahres Rechenmonster sein sollte. Spekulationen über die nächsten ATI-Grafikchips aus der R700-Serie ließen eher moderate Leistungssteigerungen erwarten.
Die GeForce GTX 280 mit GT200 wurde am 17. Juni 2008 vorgestellt, kostete 550 Euro und übertraf die bis dahin schnellste DirectX-10-Grafikkarte, die GeForce 9800 GX2 vor allem bei anspruchsvollen Einstellungen. Mit 1,4 Milliarden Transistoren ist der GT200 der größte und vermutlich auch teuerste Grafikchip der Geschichte.
Doch wie schon 2002 gelang es ATI nur kurze Zeit später, den Konkurrenten Nvidia zu überraschen. Statt den vermuteten 480 Shadern besitzt der am 18. Juni mit der Radeon HD 4850 vorgestellte RV770-Grafikchip gleich 800 Shader und ist damit deutlich schneller als erwartet. Zusammen mit der nur eine Woche später erscheinenden Radeon HD 4870 mit GDDR5-Speicher hat ATI zwei schnelle Grafikkarten im Angebot, die bei Erscheinen ein deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis boten als die neuen GeForce-GTX-Karten.
Zwar behielt Nvidia zunächst die Leistungskrone, musste jedoch die Preise für seine Grafikkarten GeForce GTX 260 und GTX 280 deutlich senken. In nur zwei Monaten fiel der Preis für die GeForce GTX 280 um über 30 Prozent. ATI setzte den Angriff auf Nvidia am 12. August 2008 mit der Vorstellung der Radeon HD 4870 X2 fort, die durch die Leistung von zwei im CrossFire-Modus verbundenen RV770-Chips der GeForce GTX 280 auch die Leistungskrone entreißen konnte.
Nvidia, durch weitere Probleme mit Notebook-Chips belastet, plant laut Gerüchten neue Grafikkarten mit einem verkleinerten GT200, die höher getaktet und günstiger hergestellt werden können. Der RV870 von ATI, der für Mitte 2009 erwartet wird, könnte laut Spekulationen bereits DirectX 11 unterstützen.
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