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Inhaltsverzeichnis
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Legendär schlecht: Rainbow Warrior - Grüner Sondermüll

Um die Jugend für den Umweltschutz zu begeistern, gibt Greenpeace 1989 ein Computerspiel in Auftrag. Was dabei herauskommt, rettet weder den Planeten noch den Spielspaß.

von Heinrich Lenhardt,
07.01.2020 08:00 Uhr

Rainbow Warrior - Die schlechtesten Spiele aller Zeiten PLUS 5:38 Rainbow Warrior - Die schlechtesten Spiele aller Zeiten

Gegen Ende der wilden Heimcomputer-Achtziger hat man eigentlich schon alles gesehen: Spiele auf Basis von bekannten Arcade-Automaten, auf Basis von Filmen, TV-Serien, Büchern, Comics, Spielzeugen oder zeitgenössischen Popbands. Ein offizielles Spiel zu einer Umweltorganisation ist aber mal etwas ganz Neues.

Greenpeace sieht in dem neuen Unterhaltungsmedium eine Gelegenheit, um »Informationen mit einem ganz neuen und generell jüngeren Publikum zu teilen«. Ausgerechnet der für Militärsimulationen bekannte Publisher Microprose erhält den Zuschlag und verkauft 1989 die »weltweit erste umweltfreundliche Software« - ein kesser Werbespruch angesichts der ökologischen Belastung durch Datenträger und ihre Umverpackung. Auch in spielerischer Hinsicht ist Rainbow Warrior (benannt nach dem bekannten Greenpeace-Schiff) eine recht dubiose Angelegenheit.

Guter Zweck, schlechtes Spiel

Wenn sich ein Computerspiel an einen guten Zweck oder eine ehrenhafte Organisation bindet, fällt es Kritikern mitunter schwer, die übliche Strenge walten zu lassen. »Wer das Spiel kauft, hilft anderen. Sich selbst nicht!«, bringt es die ASM bei der Besprechung von The Race Against Time auf den Punkt: Der Kampf gegen Hunger und Armut ist ja schön und gut, aber wer das Begleitspiel zu Sport Aid 1988 erwirbt, sollte nicht unbedingt gelungene Unterhaltung erwarten.

Als Rainbow Warrior ein Jahr später erscheint, klammern sich manche Tester regelrecht am mit Lob überschütteten Handbuch fest - da kann man ja etwas über Umweltgefahren lernen. Das eigentliche Spiel ist dagegen mit Vorsicht zu genießen, denn die auf Greenpeace-Aktionen basierenden Minigames sind dermaßen albern, dass erhöhte Parodiegefahr besteht.

Der Autor
Heinrich Lenhardt berichtet seit 1984 über Computerspiele und hat neben legendären Klassikern auch so manches merkwürdige Machwerk erlebt. Im selben Jahr konnte er aber bereits mit Activisions C64-Titel Park Patrol die Natur von Müll befreien und dabei sogar richtig Spaß haben.

Klamauk auf der Eisscholle

Selbst wer niedliche Tiere bedenkenlos in Schnitzelform verzehrt, findet das Totknüppeln von Robbenbabys nicht so schön. Wir ziehen in Rainbow Warrior mit einer Sprühdose gewappnet durch die arktische Szenerie, um die Jungtiere einzufärben und damit den Felljägern das Geschäft zu verderben.

Robben verfügen offensichtlich über die Fähigkeit der Teleportation, aus dem Nichts erscheinen sie auf der nächstbesten Eisscholle. Auch die zum Nachladen der Sprühdose benötigten Farbeimer tauchen zufällig auf.

Gaudi bei den Greenpeace-Winter-Games: Während der böse Jäger nach einem Fehlsprung versinkt, besprühen wir das Fell der verdutzten Robbe. Gaudi bei den Greenpeace-Winter-Games: Während der böse Jäger nach einem Fehlsprung versinkt, besprühen wir das Fell der verdutzten Robbe.

Eigenwillige Kollisionsabfrage und miserable Sprungsteuerung macht jeden Positionswechsel zum Abenteuer: Es gibt keine Möglichkeit, die lange Hüpfweite zu beeinflussen. Entsprechend schwer fällt es, auf den hin und her sausenden Eisplattformen zu landen - und kommt unser Charakter dem Wasser auch nur ein Pixel zu nahe, ist gleich ein Leben futsch.

Es ist ein schwacher Trost, dass auch die Widersacher damit große Probleme haben: Urplötzlich auftauchende Jäger, die eigentlich die nächstbeste Robbe erschlagen wollen, springen erstaunlich oft in den Wassertod. Doch das Heer der KI-Knüppelmänner ist unerschöpflich und bald werden wir auch vom Hubschrauber aus beschossen.

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